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Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Diskussion und Fragen zur Bibel

Moderator: Thelonious

Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon Psalmus » Mo 4. Dez 2017, 19:40

Hallo
Die Frucht des Geistes zeigt sich unter anderem auch als Frieden.
Soweit mir bekannt, meint dies nicht nur das Gegenteil von Krieg sondern Schalom, was gemäss Wikipedia meint;

Schalom bedeutet zunächst Unversehrtheit, Heil; es ist damit nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe.
„der Friede, der allein versöhnt und stärkt, der uns beruhigt und unser Gesichtsbild aufhellt, uns von Unrast und von der Knechtung durch unbefriedigte Gelüste frei macht, uns das Bewusstsein des Erreichten gibt, das Bewusstsein der Dauer, inmitten unserer eigenen Vergänglichkeit und der aller Äußerlichkeiten.“
– Claude J. G. Montefiore: 1858–1938, jüdischer Gelehrter und Gründer der „World Union for Progressive Judaism“

Wie verhält sich Schalom zu Streben nach Karriere, das Beste aus einem rausholen, unter Druck arbeiten, "immer mehr und weiter" usw.?
Aufgrund der Definition von Schalom müsste man meines Erachtens daher einem "beruhigendem, friedlichen" Beruf den Vorzug vor Karriere, Bewunderung der Mitmenschen, grosse / immer neue Risiken eingehen, "alles aus sich rausholen", "Komfortzone verlassen" usw. geben.

Oder gibt es da noch andere biblische / christliche Sichtweisen?
Psalmus
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon Thelonious » Mo 4. Dez 2017, 20:14

Hallo Psalmus,

zunächst auch von mir noch ein herzliches Willkommen! hier im Form. Gut, dass du den Weg zu uns gefunden hast!

Arbeit an sich ist nach biblischem Maßstab Würde und nicht Bürde, auch nach dem Sündenfall. Es darf dabei aber auch nicht zu einer Überbewertung dessen kommen, d.h. diese darf auf keinen Fall zu einer Art von Götzen werden, aus bzw. mit der man eine vermeintliche (also Schein-) Sicherheit zu ziehen versucht.

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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon Gnu » Di 5. Dez 2017, 12:28

Damit man Paulus richtig verstehen kann, ist es gut, wenn man Hebräisch versteht. Obwohl alle Texte des Neuen Testaments von diversen altgriechischen Quellen stammen, die zum Teil voneinander abweichen, ist es möglich, zu verstehen, was geschrieben steht, wenn man sich nur genügend lange durch die verschiedenen Lehren durcharbeitet, die sich auf die Bibel berufen. Ich bin da noch ganz am Anfang und kann noch nicht sagen, was Schalom auf Hebräisch für Bedeutungen hat.

Danke einstweilen für die Eröffnung dieses Threads.
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon Helmuth » Di 5. Dez 2017, 14:30

Psalmus hat geschrieben:Wie verhält sich Schalom zu Streben nach Karriere, das Beste aus einem rausholen, unter Druck arbeiten, "immer mehr und weiter" usw.?

Gradmesser dafür ist nicht Äußerliches. Deine Motivation ist entscheidend. Stammt sie aus Gott? Oder aus deinem persönlichen Ehrgeiz? Es gibt einen Eifer des Herrn, als auch einen Eifer des Teufels. Paulus z.B. eiferte ungemein, aber als Saulus für den falschen. Nach seiner Bekehrung dann für den richtigen. Sein Eifer war also nicht grundfalsch, sondern sein Herr.

Mein Ex-Pastor war ein Workoholic. Er erreichte zwar ungemein viel, und Gott vollbrachte durch ihn so manche aufsehenerregende Machttaten, aber Mitte 50 warf es ihn mit totalem Burn-Out aus der Bahn. Es dauerte dann 3-4 Jahre bis er wieder auf die Beine kam. Er stesste auch mich, aber als ich merkte, wie schlecht mir das tut habe ich mich zurückgezogen. Eine Zeitlang wurde ich seinetwegen dafür abgetan. Das tat weh, aber ich lag richtig.
Heute hat er das eingesehen und wir sind wieder die alten Freunde. Ein Lob an Gott! :praise:

Aus seinem Beispiel habe ich gelernt, dass man seinen Gesundheistzustand kontiunierlich prüfen soll. und zwar nicht bloß den körperlichen, auch den seelisch geistigen. Man kann mit Übereifer leicht irre gehen oder einer Herzattacke unterliegen.

Ich handhabe es so, dass mir ein friedvoller Wandel in allem wichtig ist, Wer meint mich stressen zu müssen, dem folge ich nicht. Das gilt auch für mein weltliches Berufsleben. ich habe es bereits mehrmals erlebt, wie so mancher Chef sein Aus bekommen hat, ich aber blieb weiter.
Herzliche Grüße
Helmuth
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon lionne » Di 5. Dez 2017, 20:05

Helmuth hat geschrieben:
....oder einer Herzattacke unterliegen.

Oder auch einem Schlaganfall!
Gruss lionne
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon John1955 » Mi 6. Dez 2017, 09:05

Für mich persönlich bedeutet Frieden im Bezug auf die Frucht des Geistes in Galater 5.22 den Inneren Frieden (innere Zu-frieden-heit). Oder nach Beschreibung Jesus ist es nicht ein äusserlicher, allenfalls begrenzter Friede (zwischen Kriegen z.B.) den die Welt gibt, den er seinen Anhängern zusichert.
Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Johannes 14.27


Die erstrebendste "Karriere" eines Christen ist aus meiner Sicht, diesen inneren Frieden zu erspüren und beizubehalten/pflegen. Gruss John
Psalmus hat geschrieben:Hallo
Die Frucht des Geistes zeigt sich unter anderem auch als Frieden.
Soweit mir bekannt, meint dies nicht nur das Gegenteil von Krieg sondern Schalom;

Oder gibt es da noch andere biblische / christliche Sichtweisen?
John1955
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon Thea » Do 7. Dez 2017, 19:12

Psalmus hat geschrieben: das Beste aus einem rausholen, ............
Aufgrund der Definition von Schalom müsste man meines Erachtens daher einem "beruhigendem, friedlichen" Beruf den Vorzug vor Karriere, Bewunderung der Mitmenschen, grosse / immer neue Risiken eingehen, "alles aus sich rausholen", "Komfortzone verlassen" usw. geben.

Oder gibt es da noch andere biblische / christliche Sichtweisen?


Lieber Psalmus,
mir fallen dazu zwei Aspekte ein:
1. Die Stichworte Beruf und Berufung. Martin Luther hat mal geschrieben, dass jede Arbeit zu Gottesdienst werden kann, sei es die Arbeit der Magd im Kuhstall (sein Beispiel) - oder sei es eine in einem Hochleistungsrechenzentrum, einer Unternehmensberatung oder der Führungsspitze eines internationalen Konzerns (meine Beispiele...). Ich denke, jeder Beruf, jede Arbeit kann zur Berufung werden, zu einem Feld, wo wir unsere Gaben und Charismen für unsere Mitmenschen, für eine faire und gerechte Gesellschaft, für Frieden, für einen liebevollen Umgang miteinander, für den Erhlat der Schöpfung einsetzen. Bei genauerem Hinsehen hat vermutlich jede Arbeit Spielräume, wie wir an Gottes Reich mitbauen können, wie wir uns einsetzen lassen können als Gottes Hände, Füße, Ohren, Münder......
2. Das Vorbild Jesu, der ganz sicher Heil und Schalom in seinem Leben gefunden hat - aber friedlich und ruhig war es ganz sicher nicht, wie er gelebt hat. Und in "seiner Komfortzone" ist er definitiv auch nicht geblieben. Er war an den politischen Brennpunkten, hat die Auseinandersetzung nicht gescheut, hat sich mit den Geächteten und Ausgestoßenen an einen Tisch gesetzt. Ich lese die Geschichten im Neuen Testament so, dass er vollen Einsatz gezeigt hat - aber eben, und da schließe ich mich anderen Beiträgen hier an - unter den richtigen Zielen, im Auftrag Gottes. Nicht um persönlich Karriere zu machen und fragwürdige Ziele wie höherne Status, mehr Macht, mehr Budget oder ähnliches zu erreichen, sondern um an Gottes Reich mitzubauen; dafür lohnt sich der Einsatz. Und Jesus hat sich regelmäßig zurückgezogen, auf Berge, in einsame Gegenden, um zu beten, zu sich zu kommen, Gott zu finden, sich neu zu justieren. Gerade bei einem so hohen Einsatz braucht man das wohl auch unbedingt, um überhaupt auf diesem Kurs und Weg zu bleiben.

Herzlichen Gruß,
Thea
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon manfred » Do 28. Dez 2017, 15:36

Psalmus hat geschrieben:Die Frucht des Geistes zeigt sich unter anderem auch als Frieden.
Soweit mir bekannt, meint dies nicht nur das Gegenteil von Krieg sondern Schalom, was gemäss Wikipedia meint;
....
Wie verhält sich Schalom zu Streben nach Karriere, das Beste aus einem rausholen, unter Druck arbeiten, "immer mehr und weiter" usw.?


Die Frage ist was die Frucht und der Geist sind.
Ist der Geist der eigene menschliche Geist oder der heilige Geist?
Ist die Frucht vom heiligen Geist dann ist das nicht meine eigene Leistung oder durch mein Bemühen zustande gekommen.
Das Streben nach Karriere kommt das vom heiligen Geist oder vom menschlichen Geist?
Wahrscheinlich kommt es bei den meisten aus dem menschlichen Anteil.
Es passiert aber immer wieder sehr schnell das gläubige bald die Früchte des Geistes als eigene Bemühungen hinstellen.
Ja ich muß doch für Frieden sorgen damit erkennbar ist, dass ich heiligen Geist habe.
So hört das vielleicht manchmal.
Dann passiert es auch manchmal dass wir den Widerspruch nicht erkennen können, obwohl, das jetzt dir nicht unterstelle Psalmus.
Es lag einfach in meinem Blickfeld und erlebe es oft mit anderen so, vielleicht auch bei mir selber.
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Re: Galater 5, 16-26 Schalom / Frieden und Karriere

Beitragvon John1955 » Fr 29. Dez 2017, 22:59

manfred hat geschrieben:
Die Frage ist was die Frucht und der Geist sind.
Ist der Geist der eigene menschliche Geist oder der heilige Geist?
Ist die Frucht vom heiligen Geist dann ist das nicht meine eigene Leistung oder durch mein Bemühen zustande gekommen.
Das Streben nach Karriere kommt das vom heiligen Geist oder vom menschlichen Geist?

Es passiert aber immer wieder sehr schnell das gläubige bald die Früchte des Geistes als eigene Bemühungen hinstellen.
Ja ich muß doch für Frieden sorgen damit erkennbar ist, dass ich heiligen Geist habe.


An den Früchten kann man sie erkennen. Ich glaube, dass Galater 5, 16-26 sehr gute Erkennungsmerkmale sind, welcher Geist wann mehr Macht in wem hat, stärkeren Einfluss hat, Antreiber für entsprechende Handlungen hat.

Was das Streben nach Karriere, in Form von extremer Gier nach Macht und Geld anbelangt, da ist der Antreiber mitnichten der Heilige Geist, sondern gar der Mammon. Diesem dienen und Gott dienen ist ja unmöglich.

Also wenn wir dem Hl. Geist in uns mehr Gehör schenken statt dem kontraär beeinflussenden Geist dürfen wir uns schon jeweils freuen. In jenem Moment haben wir schon mal gottgefällig gehandelt. Gruss John
John1955
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