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War Hiob eine historische Person?

Diskussion und Fragen zur Bibel

Moderator: Thelonious

War Hiob eine historische Person?

Beitragvon Helmuth » Fr 26. Jan 2018, 16:49

Das Buch Hiob ist einerseits faszinierend aber anderseits auch atypisch als Schrift der Bibel, zumindest für mich. Viele Bücher des AT bilden eine konsequente Linie, von Schöpfung, Sündefall hin zu Jesus Christus.

Das buch Hiob tanzt hierbei etwas aus der Reihe. Aus diesem Grund hab ich mir schon öfter die Frage gestellt, ob es sich um ein literarisches oder doch um ein historisches Werk handelt.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich spreche dem Buch nicht göttliche Inspiration ab, denn dafür würde ich keinen Anlass finden, auch wenn es z.B. von Jesus nicht erwähnt wurde. Aber war Hiob nun eine Person oder Erzählung, in diesem Fall dann eine göttliche Erzählung?

Welche Hinweise und Belege kann man für oder gegen die Historizität bzw. für oder gegen eine Literaturfigur Hiobs liefern?
Herzliche Grüße
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Re: War Hiob eine historische Person?

Beitragvon Hanspeter » Fr 26. Jan 2018, 18:56

Lieber Helmut

Ich halte das Buch Hiob für ein poetisches und damit ein literarisches Buch, es gehört zur Weisheitsliteratur in der Bibel. Die Person Hiob mag es irgendwann mal gegeben haben, dass ein und derselben Person das alles geschieht, was Hiob geschah, ist doch eher sehr unwahrscheinlich, un dann in dieser Kadenz. Kaum ist ein "Hiobsbote" mit seiner Botschaft fertig, kommt schon der Nächste angerannt. Die Versammlung im Himmel ist in der ganzen Bibel einmalig, es wird nirgends bestätigt, dass Satan Zugang hat zu Gott. Insofern denke ich, ist Hiob keine geschichtliche Person.

Andererseits zeigt das Buch, dass jeder Mensch unverschuldet in schwierige, schmerzvolle Situationen geraten kann und wird. Jeder von uns ist doch mal ein Hiob. Die ganzen Diskussionen mit Hiobs Freunden zeigen, dass er nicht infolge von Sünde in diese Lage geraten ist, auch Gott bestätigt dies in Seiner Rede. Die Geschichte zeigt, dass ein Mensch mit Gott hadern darf und trotzdem als Gerechter vor Gott stehen kann. Für mich persönlich: was auch immer mir passiert, ich halte dennoch an Gott fest!

Auch wann die Geschichte entstanden ist, ist unklar. Viele ordnen sie am Zeithorizont sehr früh ein, ich denke aber, sie gehört als literarisches Werk her in die Spätgeschichte des biblischen Israels resp. Judas, d.h. eher bei den nachexilischen Propheten. Thema und Sprache (wenn man den Bibelforschern glauben will) weisen auf eine späte Entstehung hin. Wahrscheinlich ist die Rahmengeschichte eine überlieferte Erzählung aus früherer Zeit, und die Gespräche sind nachexilischer Zeit.

Die Geschichte ist mit ziemlicher Sicherheit nicht historisch, aber gehört als Erfahrung jedes Menschen zum Menschsein und ist deshalb absolut wahr.

Liebe Grüsse
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Re: War Hiob eine historische Person?

Beitragvon Helmuth » Sa 27. Jan 2018, 11:52

Hanspeter hat geschrieben:Ich halte das Buch Hiob für ein poetisches und damit ein literarisches Buch, es gehört zur Weisheitsliteratur in der Bibel.

Soweit ich weiß, ist das auch eine gängige Auffassung unter Juden. Konkret belegen kann ich es zurzeit nicht.

Hanspeter hat geschrieben:Wahrscheinlich ist die Rahmengeschichte eine überlieferte Erzählung aus früherer Zeit, und die Gespräche sind nachexilischer Zeit.

Dazu würden mich weitere Einzelheiten interessieren.

Hanspeter hat geschrieben:Die Geschichte ist mit ziemlicher Sicherheit nicht historisch, aber gehört als Erfahrung jedes Menschen zum Menschsein und ist deshalb absolut wahr.

Sehe ich auch so. Eine historische Tatsache und eine geistliche Wahrheit müssen zwangsweise nicht zusammenfallen. Sie können und tun es mehrheitlich auch, aber sie müssen nicht.

Die geistliche Wahrheit des Buches ist die, dass uns Satan temporär attackieren kann, der Ausgang aber von Gott bereits beschlossen ist. Und das gilt für uns heute, die wie "in Christus" eine historische Realität als Leib Christi sind.

Warum darf Gott also nicht auch einen Literaten sein Wort einhauchen, um uns diese göttliche Wahrheit mitzuteilen? Diese Tatsache ist an uns also als Wahrheit erkennbar, es muss dazu Hiob nicht zwingend wirklich gelebt haben. Gott bezeugt uns, wie er mit Leid und Elend, für das wir einfach keine Erklärung finden umzugehen weiß.
Herzliche Grüße
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