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Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Fr 12. Okt 2018, 09:57

Habatom hat geschrieben:Die katholische Kirche irrte sich hier, wenn sie meinte man müsste im Brot und Wein eine Beziehung zum Herrn Jesus darstellen, aus welchen sich dann Brot und Wein bei einer Segnung in den Leib des Herrn verwandeln tue.

Sie irrt sich bei einem Punkt, den Jesus selbst so vollzogen und so klar zum Ausdruck gebracht hat?

Habatom hat geschrieben:Sind schon in Christus als Christen.
Werden also nicht erst durch eine quasie magische Handlung in diesen Zustand erst versetzt in dem wir Brot und Wein zu uns nehmen.

Ich sag jetzt nochmal, dass es doch nie um starre Dogmen gehen sollte! Dogmen müssen dem Glauben dienen!
Wenn Du also glaubst, dass die RKK die Kirche Christi ist, mit deren Gründung Er Petrus ("den Fels") beauftragt hat, und die die Mächte der Finsternis nicht überwinden werden, und an die Sakramente glaubst, dann ist es Dein Glaube, der ihnen Macht verleiht.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon onThePath » Fr 12. Okt 2018, 11:30

Die Magie in der katholischen Kirche dreht sich ja auch um Weihwasser, Reliquien und gesegnete Gegenstände.

Um es komplett zu machen: Weihwasser und anderes Geweihte ist bisweilen nützlich bei Exorzismen. Sie wirken dabei in einer deutlichen Weise. Also kann man nicht verleugnen, dass geweihte Gegenstände eine Kraft und Macht haben.

Ich bin da vorsichtig, würde vermeiden, geweihte Gegenstände zu benutzen. Ich würde höchstens Menschen und Wohnungen segnen. Darin sehe ich einen Unterschied zum Weihen. Ich kann aber nicht völlig entscheiden, wo die Grauzone anfängt.

LG, otp
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Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Fr 12. Okt 2018, 15:53

eddy hat geschrieben:
Habatom hat geschrieben:Die katholische Kirche irrte sich hier, wenn sie meinte man müsste im Brot und Wein eine Beziehung zum Herrn Jesus darstellen, aus welchen sich dann Brot und Wein bei einer Segnung in den Leib des Herrn verwandeln tue.

Sie irrt sich bei einem Punkt, den Jesus selbst so vollzogen und so klar zum Ausdruck gebracht hat?


Jesus hat ihn nicht "selbst SO vollzogen", er hat ein Beispiel gegeben: Dies tut (ebenso). Denn wenn ihr dies ebenso tut, verkündigt ihr darin meinen Tod am Kreuz.

Jesus hat dies dann ja erst einen Tag später "zum Ausdruck" gebracht, in dem er am Kreuz gestorben ist. Nachdem er zuletzt in Gethsemane an dem was er litt noch Gehorsam lernte: Doch nicht mein Wille geschehe sondern dein Wille geschehe.

Lk 22,42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Und erst am Kreuz hat er dann die Worte ausgesprochen: Es ist vollbracht.

Bevor er seinen Geist in die Hände Gottes befahl/Übergab.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Fr 12. Okt 2018, 16:06

Habatom hat geschrieben:Sind schon in Christus als Christen.
Werden also nicht erst durch eine quasie magische Handlung in diesen Zustand erst versetzt in dem wir Brot und Wein zu uns nehmen.

Ich sag jetzt nochmal, dass es doch nie um starre Dogmen gehen sollte! Dogmen müssen dem Glauben dienen!
Wenn Du also glaubst, dass die RKK die Kirche Christi ist, mit deren Gründung Er Petrus ("den Fels") beauftragt hat, und die die Mächte der Finsternis nicht überwinden werden, und an die Sakramente glaubst, dann ist es Dein Glaube, der ihnen Macht verleiht.[/quote]


Es soll nie um starre Dogmen gehen?

Natürlich geht es auch um ein Dogma:

Unter einem Dogma versteht man eine feststehende Definition oder eine grundlegende, normative Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich festgestellt wird. Wikipedia

So geht es natürlich auch um die gute gesunde Lehre, von der die Bibel spricht und von der immer wieder einmal manche abgeirrt sind.

Eine biblische Lehre deckt sich dann mit dem, was ich glaube. Beschreibt eine Grundlage, ein Fundament, aus dem heraus dann erst biblische christliche Gemeinde entstehen und wachsen kann.


Und wenn es dann nur dein Glaube ist, der den Lehren der katholischen Kirche "Macht" verleiht, dann steht halt auch nur ein einziger letztendlich dahinter. Und das ist der Papst.
Die Gemeinschaft der Gläubigen beginnt aber erst dort, wo zwei oder drei in Jesu Namen zusammen ist. Erst dort wird und kann vom Leib Christi gesprochen werden, wo Jesus verheißen hat, dort unter ihnen zu sein. Wo Reich Gottes präsent ist.

Die Macht der Römisch Katholischen Kirche begründet sich dann nur auf die Gewaltenteilung zwischen Staat (Rom damals) und Kirche (vom Papst allein definiert und präsentiert, als ob ein Mensch oder Petrus allein nur Stellvertreter an Christi statt sind.

Paulus spricht hier IMMER in der WIR Form:

2Kor 5,20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Die 7 Sakremente der katholischen Kirche wurden dann im Rahmen der Reformation durch Martin Luther auf 2 (Taufe und Abendmahl) reduziert.

Die Bibel spricht dann aber überhaupt nicht von (heilsnotwendigen Handlungen/Sakramenten am Menschen durch andere Menschen/Priester - die dieses an Gottes statt tun).

Denn gerettet werden wir allein aus Glauben und nicht aus den Werken, die wir tun.

Und Handelnder - Glaube ist ein Geschenk von Gott - ist immer Gott, der Vater im Himmel selbst. Nicht ein Mensch.

Epheser 2
8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,
9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Fr 12. Okt 2018, 17:27

Habatom hat geschrieben:Denn gerettet werden wir allein aus Glauben und nicht aus den Werken, die wir tun.

Sag ich doch :)
Wirkt ein bisschen kompliziert auf mich was Du sagst, und das ist auch mein Hauptproblem mit der Kirche. Von den theologischen Konstruktionen um die Dogmen herum will ich gar nicht anfangen...
Die Wahrheit ist immer ganz einfach und klar.
eddy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Fr 12. Okt 2018, 21:36

eddy hat geschrieben:
Habatom hat geschrieben:Denn gerettet werden wir allein aus Glauben und nicht aus den Werken, die wir tun.

Sag ich doch :)
Wirkt ein bisschen kompliziert auf mich was Du sagst, und das ist auch mein Hauptproblem mit der Kirche. Von den theologischen Konstruktionen um die Dogmen herum will ich gar nicht anfangen...
Die Wahrheit ist immer ganz einfach und klar.



Die Wahrheit Gottes ist einfach und klar. Allerdings verstellt sich der Antichrist und auch der Teufel allgemein dann als Engel des Lichtes und wird auch eingängig und klar viele Menschen davon überzeugen, das er der erwartete Messias ist, bevor Jesus dann wirklich als Messias auf Erden sein 1000 jähriges Reich aufrichtet.

"Allein aus Glauben..." - - Das könnten dann allerdings auch noch viele sagen - gerettet.. ohne das wir etwas hinzufügen könnten -

Wenn ich da einmal Jakobus 2 betrachte:
19 Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern.

Ich möchte hierzu aus Offenbarung Kapitel 3 auch das Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes vor Augen stellen, ein Sendschreiben was Kirchengeschichtlich in die Zeit der Römisch Katholischen Kirche passt:

1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.

2 Werde wach und stärke das andre, das schon sterben wollte, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.
3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
4 Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert.
5 Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Was aber auch zu jeder Zeit passt und vor allem ans Ende der Zeit passt.

Mt 24,43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.

1Thess 5,2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Columba » So 14. Okt 2018, 10:00

Johelia hat geschrieben:In der Bibel lesen die katholiken sehr wenig, weil ja alles schon mal vorbereitet geschrieben wurde.


Das ist so nicht ganz richtig. Für eher charismatische Richtungen, die es auch in der katholischen Kirche gibt, wird die Bibel auch sehr oft gelesen. Meine Frau, die ursprünglich aus der katholischen Kirche kommt, kennt die Bibel sehr gut und hat viel davon gelesen.

Ich möchte noch auf die Gottesdienste hinweisen: Innerhalb drei Jahren wird im Gottesdienst die Bibel durchgenommen. Da gibt es die Lesejahre A, B und C für die Sonn- und Feiertage. Für die Werktagsgottesdienste hat man die Lesejahre I und II. Schaue mal auf die vielen Freikirchen: Wer dort kann sagen, dass sie so regelmässig fast die ganze Bibel im Gottesdienst durchnehmen. Auch sind die Stundenbücher der Klöster öffentlich, da werden in der Lesehore auch täglich längere Bibeltexte, teilweise abgestimmt auf die Gottesdiensttexte, die für alle Gläubigen zugänglich sind.

Man kann heute nicht mehr sagen, dass die Bibel eine untergeordnete Stellung hat.


Grüsse Columba


PS
Hier noch die Quellen für obigen Beitrag:

Das Schott-Messbuch von der Erzabtei Beuron bringt jeden Tag die täglichen Gottesdiensttexte: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html

Für Android, Iphone, und Windowsphone gibt es eine gute App, die wir bei uns zu Hause so oft wie möglich benutzen: https://play.google.com/store/apps/deta ... h&hl=de_CH

Nur als Beispiel schnell gegoogelt und zufällig den erste Eintrag genommen: Bibel lesen in der Pfarrei Bülach
https://www.kath-buelach.ch/bibellesen Ich kenne die Gemeinde nicht, wollte einfach zeigen, dass es in vielen katholischen Gemeinden die Bibelarbeit nicht vergessen wird
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Gnu » Sa 20. Okt 2018, 17:35

Irgendwie erstaunt es mich nicht, dass die Katholiken die Protestanten beim Bibellesen überholt haben oder noch überholen werden. Trotzdem werdet ihr mich nicht dazu bringen, noch einmal in einen kirchlichen Gottesdienst zu gehen. Auch keinen evangelisch reformierten. Das Äusserste, was ich noch aushalte, ist der Besuch irgendwelcher freien Versammlungen, wo irgend jemand Vorträge hält, die ihm Gott aufgetragen hat, zu halten. Es ist so, wie Tamahia weiter oben sinngemäss schrieb, dass der ganze Zirkus babylonisch verseucht ist. Ökumene eben, unter der Oberherrschaft des Herrgott Papstes.

Aktuell beobachte ich die mehreren Youtube-Lesungen von joggler66 und seinem Zweitkanal jogglerswarondisinfo über antike Schriftzeugnisse. Er zeigt darin auch auf, wie der Papst Macht über die Könige dieser Erde ausübt. Es ist zeitintensiv, aber als Rentner nehme ich mir diese einfach.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon firebird » Mo 22. Okt 2018, 12:58

Gnu hat geschrieben:Irgendwie erstaunt es mich nicht, dass die Katholiken die Protestanten beim Bibellesen überholt haben oder noch überholen werden.


Hallo zusammen,

ja, in der RKK gibt es häufig ernsthafte Christen, welche sich nach Gott und dafür weniger nach der Kirche orientieren. Das kann sich dadurch äussern, dass sie sich gerne in die Bibel vertiefen.

Doch während der allermeisten Zeit, war es gewöhnlichen Katholiken nicht erlaubt die Bibel zu lesen. Man traute den gewöhnlichen RKK-Christen nicht zu, dass sie die Bibel richtig auslegen konnten. Was natürlich als richtig galt, war weniger die Bibel, als viel mehr die Theologie und die Einrichtungen der RKK. Über Jahrhunderte hindurch, waren die gewöhnlichen Leute, oder das Fussvolk, Analphabeten. Ausser einer Bilderbibel, waren übrige Bibeln sowieso nichts fürs Volk.

Im 2. Vatikanischen Konzil 1963 bis 1965 haben sie dann realisiert, dass das Fussvolk mittlerweile auch lesen und schreiben kann. Ein Volk das lesen und schreiben kann, kann auch nicht mehr durch Theologien oder Gebräuche gegängelt werden. Vor allem die RKK in Europa und Nordamerika musste sich mehr am Volk orientieren, wenn der katholische Glaube in jenen Kontinenten überhaupt noch eine Zukunft haben soll. Dies geschah auch dadurch, dass lateinische Messen durch Messen in der Sprache des jeweiligen Volkes ersetzt wurden. Ebenso auch, dass das Bibelverbot aufgehoben wurde.

Doch die Bibel intensiv zu lesen ist das Eine. Das Zweite und sehr viel Schwierigere ist, aus dem Gelesenen die Konsequenzen zu ziehen. Wenn das bei der RKK geschieht, dann müsste sehr viel Aberglauben ausgeräumt werden.

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Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Columba » Di 30. Okt 2018, 09:56

Gnu hat geschrieben:Meine Kenntnis des RKK Glaubens beruht auf wenig eigener Erfahrung und mehr aus der Literatur. Ein Hauptunterschied zwischen evangelisch und katholisch ist, dass erstere lehren, je einzeln aus Glaube und Gnade gerettet zu sein, ohne dass noch etwas dazu getan werden kann, und letztere lehren, dass die Kirche aus Gnade gerettet wurde, der einzelne aber braucht noch die Kirche als Verwalterin und Spenderin der Gnade. Das römische Kirchenrecht enthält deshalb Passagen, in denen evangelisch Gläubige ausgeschlossen werden. Etwa 1999 haben die beiden Richtungen sich offiziell zusammengeschlossen, was aus Sicht mancher Evangelischen ein Verrat an der Reformation ist.

Als Schlagworte fallen mir ein: Allgemeines Priestertum aller Gläubigen versus institutionalisiertes Priestertum.

Ein weiterer Unterschied: Evangelische berufen sich auf das geschriebene Wort der Bibel allein, während die RKK der Überlieferung der Kirche den Vorrang vor der Bibel gibt.


Manchmal kann man ja wirklich Pech haben mit der Wahl der Literatur. ...und das hattest Du wahrscheinlich, Gnu.

Mitnichten und mitneffen haben sich zwei Richtungen zusammengeschlossen. Falls Du mit 1999 die gemeinsame "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" meinst, dann ist es "nur" ein Zusammensitzen der Kirchen - und zwar nur der lutherischen und der römisch-katholischen Kirche - über die Rechtfertigungslehre mit dem Resultat, dass es gar nicht so grosse kirchenentscheidende Unterschiede gibt. Was auch nicht neu ist, schon 1957 hat dies Hans Küng in seiner Habilitationsschrift festgestellt, damals im Vergleich zur reformierten Lehre.

Pech hast Du auch mit der Behauptung, lieber Gnu, dass die RKK der Überlieferung der Kirche den Vorrang vor der Bibel gibt. Was so nicht stimmt, was Du auch leicht gewusst hättest, wenn Du einfach gute Literatur genommen hättest. Werfe doch einfach mal einen Blick in den Katechismus der katholischen Kirche. Es zeigt sich dort, dass es wesentlich anders ist. Heute im Zeitalter der Fake-News (v. a. auch, wenn man all zu viele YouTube Filmchen schaut) ist es doch immer wichtiger, wenn man auf die Quellen geht, wie es Du ja auch machst bei der Bibel.

Nicht für ungut, aber beim Durchsehen dieses Threads sind mir doch diese Oberflächlichkeiten aufgefallen, die meines Erachtens eine Korrektur verdient hätten. Du, Gnu, willst doch nicht in den Verdacht kommen, dass Du einfach nur Verschwörungstheoretiker und Fake-News Schleuder bist.

Grüsse Columba
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Gnu » Di 30. Okt 2018, 11:58

Wenn ich Fake News kolportiert habe, bitte ich die Moderatoren, diese zu entfernen.

Das was ich im von Columba zitierten Beitrag geschrieben hatte, hatte ich in Dave Hunts «Die Frau und das Tier» gelesen und aus der Erinnerung zitiert.

Dass irgendwann die Protestanten sich dem Papst unterwarfen, habe ich so schon mehrfach gehört oder gesehen. Mir ist egal, wer das genau wie und wann gemacht hat, ich bleibe dem Papsttum gegenüber Protestant und lehne alle ab, die diesen Menschen einen Mann Gottes und dieses System bibeltreues Christentum nennen. Ich bin auch nicht Lutheraner oder Zwinglianer oder Calvinist oder sonst einem Menschen hörig. Mit der Massenmörderei muss es endlich ein Ende nehmen.

Dass im Katholizismus die Tradition Vorrang vor dem geschriebenen Wort Gottes hatte und immer noch hat, bestätigte mir bisher jeder Katholik, den ich kenne. Dafür muss ich keinen Katechismus konsultieren.

Die einzige Verschwörungstheorie, die ich hier explizit erwähnen will, und die ich aktuell studiere, ist die über die Funktion der Jesuiten. Die geniessen in unserem Jesus-Forum irgendwie einen Schutzstatus, was alleine schon verdächtig ist.

Was mir auch schon lange ein Dorn im Auge ist, ist das immer noch gültige Reichskonkordat zwischen Pius 11 oder 12 und den Nazis. Weshalb wurde eigentlich Adolf Hitler und seine Rasselbande nie exkommuniziert?
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Di 30. Okt 2018, 12:43

Gnu hat geschrieben:Dafür muss ich keinen Katechismus konsultieren.

Theoretisch schon, enthält sie doch die Glaubenslehre angelehnt an die Bibel.
Praktisch ist es aber so gekommen, dass meine ich nach dem 2.Vat.Konzil die Beschäftigung mit dem Katechismus rapide abgenommen hat. Hab ja alles mitgemacht, Kommunion, Firmung, kath. Reliunterricht, aber mit dem Katechismus wurde ich nie wirklich konfrontiert.
Will nicht sagen, dass ich alles darin gutheißen kann, aber dennoch war das ganze zumindest innerhalb dieser Theologie klar und relativ stimmig. Die Konturen sind dagegen bis heute verlorengegangen. Es sind nur manche Spitzen, die immer mal wieder aufstoßen, wie die kürzliche Aussage des Papstes, Abtreibung wäre Auftragsmord. Ansonsten wirkt die RKK zumindest hier im Westen auf mich unschlüssig. Auf der einen Seite die Prinzipien und Dogmen, auf der anderen Seite der moderne Zeitgeist; das Konservative und das Liberale. Wie sie diese Spannung auflösen können, ist schwer zu sagen. Der Ansatz von Papst Franziskus zum gelebten, einfachen, praktischen Glauben ist wohl fast das Beste, was man da machen kann. Die theoretischen Spannungen mal sein lassen, und Religion in Aktion zu machen...
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Gnu » Di 30. Okt 2018, 14:13

Eine kurze Suche im Internet scheint zu bestätigen, dass aktuell gerade die offizielle Lehre ist, dass mündliche und schriftliche Tradition gleichwertig sind und ineinander fliessen, um das hervorzubringen, was christliche Religion zu sein hat.

Ich bin sicher, es war nicht immer so. Also lassen wir das Thema.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mo 3. Dez 2018, 11:37

Tamahia hat geschrieben:Hallo zusammen

Hallo..
ich hab nicht alles gelesen... aber vielleicht ist ja noch Interesse an den Ausführungen einer zweiten Insiderin...(neben eddy)
Tamahia hat geschrieben: Vermutlich hat man uns auch gesagt, dass er für unsere Sünden bezahlt hat,

Das hast Du sicher gehört, ausser Du wärst nie an einem Karfreitag in der Kirche gewesen und hättest im Reli-Unterricht nur geschlafen :baby:
Tamahia hat geschrieben:aber ich kann mich einfach nicht daran erinnern, dass jemals klar und deutlich erwähnt worden wäre, dass man persönlich Busse tun und sein Leben Jesus übergeben, ihn als Erlöser annehmen und ihn zum Herrn machen muss, um gerettet zu werden. Zudem von einer persönlichen Beziehung zu Gott kann ich mich absolut nicht daran erinnern, dass dies jemals gesagt worden wäre.

Vielleicht wurde es nicht mit genau diesen Worten gesagt.... aber es ist in jedem Gottesdienst enthalten: Das "Kyrie eleison", "Herr erbarme Dich", das anerkennt, dass man Sünder ist und dass Jesus Herr über das eigene Leben ist.

Tamahia hat geschrieben:Weiss jemand, was die RKK diesbezüglich wirklich vertritt und lehrt?

Das Wichtigste ist die persönliche Beziehung zu Gott. Sie äussert sich im - persönlichen! - Gebet und im Empfang der Kommunion. (nur zwei Beispiele...)
Tamahia hat geschrieben:Mit 16 Jahren hatte ich die Firmung erlebt und wie mir ein anderer Bruder einmal mitgeteilt hat, würde man dadurch dann offiziell in die Kirche aufgenommen. Aber dies hat doch nichts mit der Errettung zu tun, ob ich jetzt da aufgenommen bin oder nicht? Glauben sie denn, dass man mit der Babytaufe schon automatisch gerettet wäre?

Mit der Taufe stellen die Eltern oder ein Erwachsener sich selbst unter den Schutz und die Herrschaft Gottes. Die Taufe ist ein wirkliches Handeln Gottes am Täufling, keine reine Glaubensbezeugung! Gleichzeitig wird ein Mensch dadurch in die Kirche aufgenommen. In der Firmung bekräftigt der Glaubende selbst seine Gotteskindschaft und den Willen, Gott als Herr anzuerkennen und sich durch den Heiligen Geist stärken zu lassen. (das hättest Du eigentlich im Firmunterricht hören sollen) Mit der Errettung hat beides nur insofern zu tun, als es Anfänge sind, die dann gelebt und ausgefüllt werden müssen.
Eine einmalige, nicht mehr verlierbare Errettung kennt die kath. Kirche nur beim Schächer am Kreuz. Alle anderen können durchaus abfallen von Gott. Ich denke, das lehrt Deine Pfingstgemeinde auch. Es ist ein Weg durchs ganze Leben, mit Gott und einmündend in die Ewigkeit bei Gott.

Vielleicht liest Du das ja noch und hast noch Fragen?
Lg Mariette
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mo 3. Dez 2018, 11:39

Gnu hat geschrieben:dass aktuell gerade die offizielle Lehre ist, .


Lieber Gnu,
wenn es etwas gibt, das fast in Stein gemeisselt ist, dann ist es die katholische Lehre!

Da ist definitiv kein Platz für ein "aktuell gerade" 8-)
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Mo 3. Dez 2018, 13:14

Liebe Mariette

Es ist bei mir leider zu lange her, als dass ich mich noch daran erinnern könnte, was wirklich gesagt und verkündet wurde. Allerdings bin ich schon als Kind und Jugendliche nicht jemand gewesen, der nicht aufpasst. Nicht desto trotz kann ich natürlich etwas überhört haben, dies lasse ich offen, aber das, was du oben geschrieben hast, beispielsweise dass der Gläubige seine Gotteskindschaft bekräftigen würde mit der Firmung, an das kann ich mich rein gar nicht erinnern. Ich wurde gar nicht gefragt, ob ich mich firmen lassen möchte, dies wurde so bestimmt. Kein Wunder, dass ich nach dem (obligatorischen) Unterricht, Gottesdienstbesuche und der Firmung anschliessend nie wieder in der RKK war und meinen Glauben an Gott beinahe gänzlich verloren hatte. Erst über zehn Jahre später kam ich dann zum Glauben an Christus und hörte klar das Evangelium in der Pfingstgemeinde.

Liebe Grüsse
Tamy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon John1955 » Mo 3. Dez 2018, 17:18

Gibt es eigentlich auch eine Kirche, oder christliche Gemeinde, welche als EVANGELIUM dasjenige von Jesus Christus in die Welt gebrachte EVANGELIUM verkündigt?

In meiner Jugendzeit war zumindest noch die Auferstehung Jesu Christi als Frohe Botschaft = Evangelium verkündigt worden.

Gruss John
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mo 3. Dez 2018, 17:56

John1955 hat geschrieben:Gibt es eigentlich auch eine Kirche, oder christliche Gemeinde, welche als EVANGELIUM dasjenige von Jesus Christus in die Welt gebrachte EVANGELIUM verkündigt?

In meiner Jugendzeit war zumindest noch die Auferstehung Jesu Christi als Frohe Botschaft = Evangelium verkündigt worden.

Gruss John


Ja, lieber John,
die gibt es.
Ich denke, dass das Evangelium, wie Du es verstehst, so von den orthodoxen Christen verkündet wird.
Aber vielleicht musst Du erst noch genauer darlegen, wie genau Du dieses
von Jesus Christus in die Welt gebrachte EVANGELIUM
verstehst?
Lieben, erwartungsvollen Gruss
Maria
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mo 3. Dez 2018, 18:09

Tamahia hat geschrieben: jeder der bekennt, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, dass er begraben und am dritten Tag auferweckt wurde und er somit heute lebt, ist für mich ein Bruder oder eine Schwester. Denn dies ist das Evangelium.


Das ist ein Teil des Evangeliums, aber nicht das ganze Evangelium.

Die eigentliche frohe Botschaft ist dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn sandte:
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Joh 3.16

Gott ist Mensch geworden, es hat unter uns gewohnt, er hat uns aufgezeigt die Barmherzigkeit und Güte Gottes. ER hat gepredigt, dass Gottes Reich mitten unter uns ist. Und dann ist ER als ultimative Liebestat ans Kreuz gegangen, gestorben, begraben worden, auferstanden und in den Himmel zurückgekehrt, um uns den Weg dorthin zu ebnen.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Mo 3. Dez 2018, 18:15

Ich geh immer gern ins Benediktiner-Kloster Niederalteich in Bayern, die haben ja auch die orthodoxe Liturgie.
Mariette, inwiefern meinst Du ist sie näher am Ursprung als die katholische Kirche?
eddy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Mo 3. Dez 2018, 19:53

Mariette M. hat geschrieben:
Tamahia hat geschrieben: jeder der bekennt, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, dass er begraben und am dritten Tag auferweckt wurde und er somit heute lebt, ist für mich ein Bruder oder eine Schwester. Denn dies ist das Evangelium.


Das ist ein Teil des Evangeliums, aber nicht das ganze Evangelium.

Die eigentliche frohe Botschaft ist dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn sandte:
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Joh 3.16

Gott ist Mensch geworden, es hat unter uns gewohnt, er hat uns aufgezeigt die Barmherzigkeit und Güte Gottes. ER hat gepredigt, dass Gottes Reich mitten unter uns ist. Und dann ist ER als ultimative Liebestat ans Kreuz gegangen, gestorben, begraben worden, auferstanden und in den Himmel zurückgekehrt, um uns den Weg dorthin zu ebnen.


Nichts einzuwenden Mariette. Ich habe aber von Christen schon gehört, dass sie verleugnen, dass Jesus freiwillig wegen unserer Sünden ans Kreuz gegangen wäre. Um die Macht der Sünde zu brechen, um den Preis für die Sünde an unserer Stelle mit seinem Blut zu bezahlen und uns wieder in die Versöhnung und Beziehung mit Gott zu bringen. Dass dies nicht dem Heilplan Gottes entspräche. Solch ein "Christ" ist für mich nicht Bruder oder Schwester. Denn für mich ist dies ganz klar das Evangelium und das Fundament des Christseins.

Liebe Grüsse
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mi 5. Dez 2018, 18:36

Tamahia hat geschrieben:Nichts einzuwenden Mariette. Ich habe aber von Christen schon gehört, dass sie verleugnen, dass Jesus freiwillig wegen unserer Sünden ans Kreuz gegangen wäre. Um die Macht der Sünde zu brechen, um den Preis für die Sünde an unserer Stelle mit seinem Blut zu bezahlen und uns wieder in die Versöhnung und Beziehung mit Gott zu bringen. Dass dies nicht dem Heilplan Gottes entspräche. Solch ein "Christ" ist für mich nicht Bruder oder Schwester. Denn für mich ist dies ganz klar das Evangelium und das Fundament des Christseins.

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Jesus ist freiwillig ans Kreuz gegangen. Er hat die Macht der Sünde gebrochen und den Tod durch den Tod zertreten.
Er hat uns in Beziehung mit Gott gebracht.

Schwierig wirds bei Dingen wie "bezahlen"--- WEM wird da bezahlt? Was sagst Du dazu?
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Columba » Mi 5. Dez 2018, 22:27

Gnu hat geschrieben:Eine kurze Suche im Internet scheint zu bestätigen, dass aktuell gerade die offizielle Lehre ist, dass mündliche und schriftliche Tradition gleichwertig sind und ineinander fliessen, um das hervorzubringen, was christliche Religion zu sein hat.

Ich bin sicher, es war nicht immer so. Also lassen wir das Thema.


Gnu, ein längerer und seriöserer Blick ins Internet hätte Dir gezeigt, dass die "aktuell gerade offizielle Lehre" schon sehr lange gültig ist. ...und dass es nicht nur scheint so zu sein, sondern dass es so ist.

Anscheinend hast Du nicht nur Pech, dass Du immer auf falsche Literatur über die katholische Kirche stösst, sondern auch Pech bei der Internetsuche.


Grüsse Columba
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Do 6. Dez 2018, 00:09

eddy hat geschrieben:Ich geh immer gern ins Benediktiner-Kloster Niederalteich in Bayern, die haben ja auch die orthodoxe Liturgie.
Mariette, inwiefern meinst Du ist sie näher am Ursprung als die katholische Kirche?
eddy

Hallo eddy,
ja, Niederaltaich kenne ich auch... nicht persönlich aber von Film- und Tonaufnamen und über Briefe eines Bekannten, der dort in den Orden eigetreten ist ;)
Eine kleine Präzisierung sei erlaubt: die feiern dort nicht "die orthodoxe" Liturgie, sondern als Katholiken feiern sie im byzanthinischen Ritus.

Beziehst Du deine Frage auf die orthodoxe Liturgie oder auf die christlich-orthodoxe Kirche allgemein?
Lieben Gruss
Maria
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Do 6. Dez 2018, 10:45

Mariette M. hat geschrieben:Beziehst Du deine Frage auf die orthodoxe Liturgie oder auf die christlich-orthodoxe Kirche allgemein?
Lieben Gruss
Maria

Auf die Kirche, so habe ich es auch bei Dir rausgehört.
eddy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » So 9. Dez 2018, 00:55

eddy hat geschrieben:Auf die Kirche, so habe ich es auch bei Dir rausgehört.
eddy

Achso, Du beziehst Dich auf diese Aussage von mir?
Ja, lieber John,
die gibt es.
Ich denke, dass das Evangelium, wie Du es verstehst, so von den orthodoxen Christen verkündet wird.


Von John habe ich noch keine Antwort erhalten, was genau für ihn das
von Jesus Christus in die Welt gebrachte EVANGELIUM
genau ist.

Ich vermute, es geht ihm darum, dass Jesus den Menschen seiner Zeit Gott als den Vater (wieder) nahegebracht hat. In allen Handlungen und Worten Jesu ist Gottes Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft zentral.
Jesus sagt nirgends: Nun, ich würde Dir gerne vergeben und Gemeinschaft mit Dir haben.... warte noch eine Weile, ich muss erst noch mit Gott eine Rechnung begleichen. Oder?
Jeder, der das möchte, kann mit Jesus (Gott) innigste Gemeinschaft haben ohne Wenn und Aber. Und gerade dieser Umgang mit den Menschen führt zu Einsicht, zu Umkehr, zur Änderung des Lebens. Dies ist die frohe Botschaft: Dass Gott den Menschen zugewandt ist und Gemeinschaft mit ihnen haben will.

Dies ist im Kern (auch) das christlich orthodoxe Evangelium.

Das Kreuzgeschehen als ultimativer Sieg über Sünde und Tod ist dann auch viel mehr als ein "Freispruch" oder ein "Bezahlen einer Rechnung".
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » So 9. Dez 2018, 08:17

Mariette M. hat geschrieben:
Ich vermute, es geht ihm darum, dass Jesus den Menschen seiner Zeit Gott als den Vater (wieder) nahegebracht hat. In allen Handlungen und Worten Jesu ist Gottes Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft zentral.




Wenn du eine "Vergebungsbereitschaft" in den Mittelpunkt Jesu Wirken stellst,
läufst du Gefahr, deine eigene Makellosigkeit - oder deinen Wunsch nach Makellosigkeit zur Schau zu stellen - sodass andere sich nun an deinen Idealvorstellungen von Gott orientieren müssen.

Das wollte Jesus nicht. Er vergab vorerst dem Gelähmten die Sünden. Und dann machte er ihn gesund. Vergebung ist die Voraussetzung Heilung zu erfahren und einen Weg der Heiligung zu beschreiten.

Nicht die Bereitschaft zu Vergeben tragen wir zur Schau. Sondern an unserem Leben in der Nächstenliebe - die dem Nächsten keine Schuld nachträgt... die nicht richtet..nicht verdammt ... aber auch nicht den erhobenen Zeigefinger im Raume erhält --- wie man sich denn nun zu verhalten hätte... damit man überhaupt mit Gott Gemeinschaft haben kann.


Gott rechtfertigt den Sünder, der sich als Sünder erkennt. Gott rechtfertigt nicht den Menschen, der schon glaubt alles richtig zu machen. Der sich noch an bestimmte Gebote oder Verhaltensregeln meint halten zu müssen, auf das er dann vor Gott als Rein und Heilig dastehen kann.

Mariette M. hat geschrieben:Jeder, der das möchte, kann mit Jesus (Gott) innigste Gemeinschaft haben ohne Wenn und Aber. Und gerade dieser Umgang mit den Menschen führt zu Einsicht, zu Umkehr, zur Änderung des Lebens. Dies ist die frohe Botschaft: Dass Gott den Menschen zugewandt ist und Gemeinschaft mit ihnen haben will.

Dies ist im Kern (auch) das christlich orthodoxe Evangelium.

Das Kreuzgeschehen als ultimativer Sieg über Sünde und Tod ist dann auch viel mehr als ein "Freispruch" oder ein "Bezahlen einer Rechnung".



Nein - jeder der Vergebung der Sünden empfangen hat, der rein gewaschen davon wurde --- HAT Gemeinschaft mit Gott.


Und dann haben wir nicht nur "Umgang" mit Menschen, sondern wir haben Gemeinschaft mit Menschen. Wir sind uns EINS - in dem was wir in Christus geschenkt bekommen haben. Haben und Erfahren eine Gemeinschaft des Geistes und stellen Jesu Leib auf Erden darin da. Wo schon zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind, da IST er unter uns. Dort präsentieren wir Gemeinde. Die Braut des Bräutigams, den wir erwarten.


Das Jesus für uns am Kreuz vor rund 2000 Jahren starb ist dann der Anfang, der uns den Weg jetzt überhaupt erst ermöglichen tut, hier im Vertrauen auf Gott dann auch dorthin zu gelangen, wo wir Vergebung der Sünden empfangen um dann durch die enge Pforte auf den schmalen Pfad - der zum ewigen Leben ins Himmlische Jerusalem führt, auch zu wandeln - in den Werken, die Gott zuvor bereitet hat.

Wo wir durch das schon in uns wohnende ewige Leben Jesu - den Beistand des heiligen Geistes - hier Gewissheit und Bestätigung immer wieder erfahren, dort dann auch immer wieder neu, wo Gott uns - wenn wir mal vom Pfad abgewichen sind - wieder zurück auf dem rechten Weg bringt.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Mo 10. Dez 2018, 22:37

Habatom hat geschrieben:Wenn du eine "Vergebungsbereitschaft" in den Mittelpunkt Jesu Wirken stellst,
läufst du Gefahr, deine eigene Makellosigkeit - oder deinen Wunsch nach Makellosigkeit zur Schau zu stellen - sodass andere sich nun an deinen Idealvorstellungen von Gott orientieren müssen.

Ich habe wirklich keine Ahnung, wo in meinen Worten ich so etwas angedeutet haben sollte.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Mi 12. Dez 2018, 15:53

Mariette M. hat geschrieben:Jesus sagt nirgends: Nun, ich würde Dir gerne vergeben und Gemeinschaft mit Dir haben.... warte noch eine Weile, ich muss erst noch mit Gott eine Rechnung begleichen. Oder?
Jeder, der das möchte, kann mit Jesus (Gott) innigste Gemeinschaft haben ohne Wenn und Aber. Und gerade dieser Umgang mit den Menschen führt zu Einsicht, zu Umkehr, zur Änderung des Lebens. Dies ist die frohe Botschaft: Dass Gott den Menschen zugewandt ist und Gemeinschaft mit ihnen haben will.

Dies ist im Kern (auch) das christlich orthodoxe Evangelium.

Das Kreuzgeschehen als ultimativer Sieg über Sünde und Tod ist dann auch viel mehr als ein "Freispruch" oder ein "Bezahlen einer Rechnung".



Die frohe Botschaft ist nicht der Wunsch Gottes - aus seiner Zugewandtheit - dem Menschen Gemeinschaft geben zu wollen.
Die frohe Botschaft - das Evangelium - ist die Tatsache, das Gott uns in Jesus Christus Sünden vergeben hat - einmalig ... nicht immer wieder aufs neue, dort wo wir ihm erst begegnen müssen.

Und Jesus - als die Präsenz des Vaters im Himmel - hat die Vollmacht Schuld nicht mehr anzurechnen, sondern zu vergeben.

Und das er diese Vollmacht hatte und auch heute noch innehat, hat er durch seinen Tod am Kreuz bewiesen.

Indem er die Sünde der ganzen Welt auf sich genommen hat, sodass alle, die hier an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen werden.

Auf das sie nun geheiligt sind und einander vergeben können, dort wo sie anderen, die an ihnen schuldig werden, nicht mehr diese Schuld vorhalten müssen, sondern ebenfalls vergeben können.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Mariette M. » Do 13. Dez 2018, 15:05

Habatom hat geschrieben:Die frohe Botschaft ist ...

Das ist die Art, wie DU die Erlösung und das Evangelium siehst und deutest. Ich sehe und deute manches anders... mit vollem Recht und als Christin.

Eigentlich warte ich aber auf die Antwort von eddy, dem ich primär auf seine Frage geantwortet hatte....

lg Mary
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