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Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Evangelisch-reformierte Kirchen, lutherische Kirche, anglikanische Kirche

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Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon Valerius » Do 14. Aug 2008, 12:30

Die Frage im Betreff mag unlogisch erscheinen - denn für einen Christen sollten die Gebote des Christus verbindlich sein, sonst ist er ja gar kein Christ. Dennoch: die Ideale, zu denen uns der HERR in der Bergpredigt weist, scheinen ihre Verbindlichkeit verloren zu haben. Es sind schöne Worte, die der geistigen Erbauung dienen, aber ausnahmslos daran festhalten?

Ich bemerke dies gerade in der ref. Landeskirche. Da gibt es alle möglichen Veranstaltungen. Selten aber ist von den grundlegenden Werte des Christentums die Rede. Oder vom Anspruch, den Jesus unmissverständlich stellt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Es gibt keinen anderen Weg zum Vater denn durch mich (Joh. 14,6)

Ist es nicht gerade das, was das Christentum schwächt und verblassen lässt? Das relativieren der doch deutlichen Worte, die eine Nachfolge ohne Wenn und Aber fordern?

Was ist Eure Meinung? Sind die Gebote Jesu, so wie wir sie z.B. in Lk. 6,27ff lesen verbindliche Gebote für alle Christen oder dürfen wir uns entschuldigen mit dem Satz "ich lege das heute so aus..."?
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Valerius
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon kalypso » Fr 15. Aug 2008, 10:48

Ich bemerke dies gerade in der ref. Landeskirche. Da gibt es alle möglichen Veranstaltungen. Selten aber ist von den grundlegenden Werte des Christentums die Rede.


Hallo Valerius,
kannst du das genauer beschreiben, was du meinst? Was für Veranstaltungen meinst du? Hast du sie besucht? Was hat dir dabei gefehlt?
Ich bin in der reformierten Landeskirche und in meiner Gemeinde gibt es auch viele Veranstaltungen. Aber deshalb fehlen die "grundlegenden Werte des Christentums" nicht. In diesen Veranstaltungen werden sie gelebt. Auch wenn man nicht andauernd darüber redet. Auch in einem Gemeindemittagessen, wo für das HEKS oder anderes gesammelt wird, oder im Seniorenkreis, wo ältere und alleinstehende Menschen gemeinsam etwas unternehmen oder im Kinderspielnachmittag werden diese Werte gelebt, auch wenn vielleicht kein einziges Mal jemand "Gott", "Jesus" oder "Bibel" sagt. Gerade die Bergpredigt sind ja Gebote, nach denen gelebt werden soll, da braucht es keine grossen Reden. Das ist der diakonische Auftrag der Kirche. Sie nimmt aber auch ihren Verkündigungsauftrag wahr. Es gibt Gottesdienste, Bibelgesprächskreise, Seelsorgegespräche, wo persönliche Fragen gestellt werden können uvm. Aber nicht überall (an den wenigsten Orten der ref. Landeskirchen) ist das Glaubensleben auf eine pietistisch oder evangelikale Glaubenspraxis beschränkt (in meiner Gemeinde hat aber auch dies Platz, es gibt z.B Hauskreise, die meist auch übergemeindlich sind). Wenn jemand der Meinung ist, dass nur der pietistische oder evangelikale freikirchliche Weg der wahre Weg ist, ist er vielleicht tatsächlich in einer Freikirche besser aufgehoben.


dürfen wir uns entschuldigen mit dem Satz "ich lege das heute so aus..."?


Da hast du einen Ubersetzungsvorschlag der BigS genommen und leider falsch verstanden. Hier geht es nicht um eine Entschuldigung oder Abschwächung der Gebote, sondern um ein kleines griechisches Wörtchen mit grosser, leidvoller Wirkungsgeschichte. Die BigS hat aus den sogenannten "Antithesen" Jesu "den Alten ist gesagt worden, ... ich aber sage euch..." hingewiesen, dass das Wörtchen Jahrhunderte lang mit "aber" übersetzt im griechischen ein Wörtchen ist, dass nicht diesen Widerspruch oder Gegensatz beinhaltet, den wir hier hören. Die UebersetzerInnen haben eine andere Uebersetzung gesucht, die dem eigentlichen Sinn näher kommt. Sie haben dabei berücksichtigt, dass Jesus frommer Jude war und das jüdische Gesetz hier ausgelegt hat, der Tradition entsprechend. Ob ihnen das so glücklich gelungen ist, ist fraglich. Aber sicherlich ist es keine Abschwächung oder Entschuldigung, wie du es dargestellt hast.
"All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient [...] umfasst im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis" Johannes Calvin, Institutio I,1
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon kingschild » Fr 15. Aug 2008, 16:55

Valerius hat geschrieben:Die Frage im Betreff mag unlogisch erscheinen - denn für einen Christen sollten die Gebote des Christus verbindlich sein, sonst ist er ja gar kein Christ. Dennoch: die Ideale, zu denen uns der HERR in der Bergpredigt weist, scheinen ihre Verbindlichkeit verloren zu haben. Es sind schöne Worte, die der geistigen Erbauung dienen, aber ausnahmslos daran festhalten?

Ich bemerke dies gerade in der ref. Landeskirche. Da gibt es alle möglichen Veranstaltungen. Selten aber ist von den grundlegenden Werte des Christentums die Rede. Oder vom Anspruch, den Jesus unmissverständlich stellt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Es gibt keinen anderen Weg zum Vater denn durch mich (Joh. 14,6)

Ist es nicht gerade das, was das Christentum schwächt und verblassen lässt? Das relativieren der doch deutlichen Worte, die eine Nachfolge ohne Wenn und Aber fordern?

Was ist Eure Meinung? Sind die Gebote Jesu, so wie wir sie z.B. in Lk. 6,27ff lesen verbindliche Gebote für alle Christen oder dürfen wir uns entschuldigen mit dem Satz "ich lege das heute so aus..."?



Hallo Valerius

Wenn das Salz verloren geht dann bleibt meist nicht mehr übrig als ein fade Brühe.

Das die Wahrheit oft nicht gelehrt wird im Hause des Herrn aus Rücksicht es könnte einigen zu scharf werden ist schade.

Aber die Prioritäten setzen halt die Leitungen und somit ist dies Ihre Verantwortung. Wenn es für Sie stimmt dann bleibt einem nur eines in Liebe darauf hinweisen und selbst einen Ort suchen wo gelehrt wird was in der Bibel steht.

Aber es ist klar das nicht jede Kirche die gleiche Ausrichtung haben kann und die Prioritäten anders gesetzt werden das hingegen schadet dem Leib Christi nicht.

Bedenklich wird es dort wo Menschen ein Leben lang Mitglied waren und den lebendigen noch nicht kennen.

God bless
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon Jesusfreak77 » Di 5. Apr 2011, 13:38

Ich selbst bin in einer reformierten Landeskirche,
wo es sehr viele Freizeiten gibt - Häufig 2 Wochen lang und länger.
In der Konfirzeit gibt es 3 Freizeiten - Und man könnte den Eindruck bekommen,
der Glaube rückt in Hintergrund.
Nein, so ist es nicht.
Es ist ausgewogen - Gemeinschaft mit anderen Christen und sehr viel auch Gespräche über den persönlichen Glauben kommen nicht zu kurz. Man kann wirklich cool Spaß haben, und gleichzeitig sich an die Gebote halten. Das ist es doch grade - Man liebt den Nächsten wie sich selbst - Jesus steht im Mittelpunkt, die Ausflüge sind in seiner Hand. Nicht irgendwelche Mitarbeiter leiten Sie sondern Jesus Christus persönlich.
Und genau das zieht die Jugendlichen aber auch in unsere Gemeinde. Gemeinschaft UND Glaube ergänzen sich. Hier wird nicht gelogen, kein Sex vor der Ehe (meistens nicht :-)) usw und so fort...
Ich weiß nicht wo es woanders ist, aber bei uns sind die Gebote auch die Regeln in der Gemeinschaft und im Gemeinde-Leben miteinander.

MfG,
Jesusfreak77
Im Wort Gottes steht:"Bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht" (Psalm 36,10)
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon GerhardIngold » Mi 19. Okt 2011, 16:37

Valerius hat geschrieben:
Ich bemerke dies gerade in der ref. Landeskirche. Da gibt es alle möglichen Veranstaltungen. Selten aber ist von den grundlegenden Werte des Christentums die Rede. Oder vom Anspruch, den Jesus unmissverständlich stellt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Es gibt keinen anderen Weg zum Vater denn durch mich (Joh. 14,6)

Ist es nicht gerade das, was das Christentum schwächt und verblassen lässt? Das relativieren der doch deutlichen Worte, die eine Nachfolge ohne Wenn und Aber fordern?


Die sogenannten "Ich bin Worte" finden wir in den drei ältesten Schriften nicht. Erst 90 bis 200 Jahre später, als das sogenannte Johannesevangelium geschrieben wurde, finden sich plötzlich 10 "Ich bin Worte".


Valerius hat geschrieben:Was ist Eure Meinung? Sind die Gebote Jesu, so wie wir sie z.B. in Lk. 6,27ff lesen verbindliche Gebote für alle Christen oder dürfen wir uns entschuldigen mit dem Satz "ich lege das heute so aus..."?


Die Landeskirche legt ihr Gewicht gerade auf Inhalte, wie sie in Lk. 6,27ff zu finden sind.
Jesus schuf keine neuen Gebote. Er lebte und lehrte aber grundlegende Forderungen, welche für Christen selbstverständlich sein sollten: Gelebte Nächstenliebe, gelebte Barmherzigkeit, gelebte Armutsüberwindung, gelebten Gewaltverzicht, gelebten Schwächstenschutz und gelebte Feindesliebe.

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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon renato » So 16. Sep 2012, 20:31

GerhardIngold hat geschrieben:[Die sogenannten "Ich bin Worte" finden wir in den drei ältesten Schriften nicht. Erst 90 bis 200 Jahre später, als das sogenannte Johannesevangelium geschrieben wurde, finden sich plötzlich 10 "Ich bin Worte".


Jesus schuf keine neuen Gebote. Er lebte und lehrte aber grundlegende Forderungen, welche für Christen selbstverständlich sein sollten: Gelebte Nächstenliebe, gelebte Barmherzigkeit, gelebte Armutsüberwindung, gelebten Gewaltverzicht, gelebten Schwächstenschutz und gelebte Feindesliebe.

Gerhard


Ja, durch Jesus lehrten seine Glaubensgeschwister was wirklich gelebte Barmherzigkeit, Gewaltverzicht und gelebte Feindesliebe ist, er lebte vor was er als von Gott geboten lebte. Also ganz anders als Moses Gott der Hebräer, der zwar gebot aber kontraär handelte.

Für Christen ist wichtig was im NT als von Gott geboten gelehrt wird. Denn viele AT-Gesetze sind mit denjenigen von Jesus vorgelebten Verhaltensanweisungen unvereinbar. Ich gehöre der reformierten Kirche an und bin froh darüber, weil ich während meiner Zeit als Gast bei andern angeblich christuskonformen Glaubensgemeinschaften mitbekam, dass man lehrte, niemand könne Jesus Gebote halten und deshalb solle man gleich den Gutschein für den Himmel holen, indem man sich seine Schuld mit Jesus Blut reinwasche und dadurch Sündenvergebung bis ans Lebensende bekäme. Jesus und seine Jünger wären traurig über solche christusfernen Thesen, die Gottsuchenden eingetrichtert wird. :(
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon imhotep » Mo 17. Sep 2012, 08:17

renato hat geschrieben:Ja, durch Jesus lehrten seine Glaubensgeschwister was wirklich gelebte Barmherzigkeit, Gewaltverzicht und gelebte Feindesliebe ist, er lebte vor was er als von Gott geboten lebte. Also ganz anders als Moses Gott der Hebräer, der zwar gebot aber kontraär handelte.

Lieber Renato, du wirst nicht müde diese These zu repetieren. Kannst du sie mal anhand von ein paar konkreten Bibelstellen diskutieren? Zeige auf, wo genau sich Jesus von diesem "Gott der Hebräer" distanzierte. Zeige auf, dass Jesus den Hauptzweck seines Kommens darin sah, Verhaltensweisen zu predigen. So wie du das bringst kann leicht der Eindruck entstehen, dass du etwas wiederkäust das du irgendwo aufgeschnappt, aber nicht wirklich verstanden hast.

Für Christen ist wichtig was im NT als von Gott geboten gelehrt wird.

Das ist nicht korrekt. Für Christen ist von existenzieller Bedeutung, was Gott in Jesus getan und offenbart hat. Das ist viel mehr als ein paar Lebenslektionen.

Denn viele AT-Gesetze sind mit denjenigen von Jesus vorgelebten Verhaltensanweisungen unvereinbar.

Zum Beispiel?

Ich gehöre der reformierten Kirche an und bin froh darüber ...

Was lehrt die reformierte Kirche denn zu diesen Themen?

... weil ich während meiner Zeit als Gast bei andern angeblich christuskonformen Glaubensgemeinschaften mitbekam, dass man lehrte, niemand könne Jesus Gebote halten und deshalb solle man gleich den Gutschein für den Himmel holen, indem man sich seine Schuld mit Jesus Blut reinwasche und dadurch Sündenvergebung bis ans Lebensende bekäme. Jesus und seine Jünger wären traurig über solche christusfernen Thesen, die Gottsuchenden eingetrichtert wird. :(

Ach, wie genau da wieder mal einer den Splitter im Auge anderer wahrnimmt, sich zum Richter ernennt und sogar weiss, was "Jesus und seine Jünger" traurig macht. Mit solcher Fingerzeigerei klagst du letztendlich nur dich selber an. Wenn es eine nachweislich christusferne These gibt, dann diese dass der Gott des AT ein anderer als jener des NT sei. Jesus hat dem explizit widersprochen. Da wärst du jetzt gefragt, das entweder glaubhaft darzulegen (und nicht nur ein Beispiel für einen scheinbaren Konflikt zu liefern, sondern auch die gegenteiligen Aussagen Jesu wegzuerklären), oder wenn dir das nicht gelingt Busse zu tun und dich als lernfähig zu beweisen.
Selig sind die Trolle, denn ihnen gehört das Internet.
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Re: Sind Jesus Gebote verbindlich für einen Christen?

Beitragvon Columba » Mo 17. Sep 2012, 09:49

renato hat geschrieben:Ich gehöre der reformierten Kirche an und bin froh darüber ...


Hallo Renato

Da sagt die reformierte gar nichts anderes. Obwohl fast alle (oder alle) reformierten Kirchen in der Schweiz sogenannt bekenntnisfrei sind, gibt es da wenig Abweichungen in Bezug zu diesem Thema. Letzthin bin ich bei einer Amtseinsetzung eines neuen Gemeindenpfarres gewesen. Dabei wurde der Pfarrer vom Dekan eingesetzt mit den Einsetzungsformel, dass altes UND neues Testament gepredigt werden muss.

Das Erste Testament gehört zum Christentum, so wie das Zweite. Jesus Christus bezieht sich selber auf das Erste Testament. Die "Begründer" der reformierten Konfession (Calvin, Zwingli, Bullinger, u v w) bekanntes sich zur ganzen Bibel: In Katechismus "Summa..." von 1556 beginnt Bullinger im 1. Artikel: "Sämtliche Christen sollen der heiligen Bibel, dem Alten wie dem Neuen Testament, ohne jeden Widerspruch vertrauen." Auch "Das zweite helvetische Bekenntnis" von 1566, das europaweit wichtig wurde, beginnt mit ähnlichen Worten.

Dies einfach mal zur Klarheit

Grüße Columba
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius, 1663
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