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Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: Sa 29. Dez 2018, 20:40
von Rattenfreundin
Hallo,
da ich demnächst wieder arbeiten gehe möchte ich aus der Kirche austreten. Ich möchte aber nur ungern eine Gebühr dafür zahlen, da ich ja auch nichts dafür kann, dass ich Kirchenmitglied bin. Schließlich wurde ich als Baby dort gegen meinen Willen Zwangsmitglied.

Nun habe ich gehört, dass die ELK mich sogar rauswerfen müsste, da ich zu einer Freikirche (Charismatiker) abgewandert bin. Stimmt das?

Und noch eine Frage: Bei einer Wiedertaufe sind die Landeskirchen ja sogar gezwungen den Widertäufling aus der Kirche zu werfen. Wie erfährt denn die Landeskirche von so einer Wiedertaufe? Ich kenne in meiner Freikirche einige Wiedergetaufte die noch Mitglied in der Landeskirche sind. Erfahren die Landeskirchen das nicht oder schauen sie einfach weg in Zeiten von Mitgliederschwund?

MfG

Re: Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: So 30. Dez 2018, 11:23
von firebird
Liebe Rattenfreundin,

was bewegt dich dazu, aus der evangelischen Landeskirche auszutreten?

Es schient mir, dass du Angst vor einem Rauswurf hast. Ziemlich sicher ist es falsch, aus Emotionen heraus überstürzt zu handeln. Vielleicht bist du plötzlich froh, dass du in deiner Situation dort eine Anlaufstelle hast.

Lieber Gruss
Firebird

Re: Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: So 30. Dez 2018, 15:27
von Rattenfreundin
was bewegt dich dazu, aus der evangelischen Landeskirche auszutreten?


1. Finanzielle Gründe.

2. Hatte ich nie was mit der Kirche zu tun. Ich wurde zwar konfirmiert, aber auch nur des Geldes wegen.

Wieso sollte ich Angst vor dem Rauswurf haben? Ich wäre ja froh, wenn sie das täten und ich mir so die 25 Euro Austrittsgebühr sparen könnte, was für mich viel Geld ist.

Re: Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: So 30. Dez 2018, 19:27
von Thelonious
Hallo Rattenfreundin,

ich weiß leider auf Deine o.g. Fragen teils auch keine guten Antworten. Das Thema "Widertaufe" bewegt mich aber sehr. Nein, da gibt es mit Sicherheit keine Informationsaustausch wie "wir (jeweilige landeskirchliche Struktur) haben erfahren, dass Sie sich ein weiteres Mal taufen liessen. Deshalb...".

Ich wurde als Kleinkind getauft, bin in einer charismatischen Gemeinde (die ich längst wieder verlassen habe) zum lebendigen Glauben an Jesus als den Christus gekommen. Dafür bin ich dieser Gemeinde selbstverständlich absolut dankbar. Egal ob Charismatiker, Baptisten und eine andere christliche Denomination, ich halte an meine frühkindliche Taufe fest. Ich muss da "nix" nochmal machen oder so. Taufe ist (so empfinde ich es) einmalig.

LG
Thelo

Re: Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: Fr 4. Jan 2019, 15:56
von Thea
Liebe Rattenfreundin,
ich bin nicht ganz sicher, worauf Deine Fragen eigentlich zielen, und so ganz genau weiß ich es auch nicht, wie es mit der Wiedertaufe ist.
Rausgeschmissen wirst Du da ziemlich sicher nicht, weil es da vermutlich keinen Informationsaustausch gibt zwischen den Institutionen. Eine Wiedertaufe wird nicht anerkannt und nicht akzeptiert, vor allen Dingen aber selbst bei Konfessionswechsel überhaupt nicht für nötig gehalten von der EKD, so weit ich weiß. Denn man kann Taufe in dem Sinne nicht rückgängig machen. Persönlich kann ich gut nachvollziehen, dass Menschen, die als Kinder getauft wurden, gerne noch einmal und bewusst und entschieden ihre Taufe erleben möchten. Aber es gibt ja in der EKD die Konfirmation - als eigene Bejahung der Taufe, und in einem Alter, in dem man das selbst entscheiden kann. Auch bieten viele Gemeinden Tauferinnerungsgottesdienste an oder Tauferinnerungsrituale in anderen Gottesdiensten, z.B. an Ostern. Darin wird nicht noch mal getauft, aber man macht sich die eigene Taufe noch einmal bewusst, erinnert sich daran.... Insofern: Erinnerung, Auffrischung im Sinne von Erinnerung, Bestätigung, Lebendig machen, ja, Wiedertaufen, nein....

Wenn Du austreten willst aus finanziellen Gründen, dann kann Dich ja keiner daran hindern. Ich halte es für falsch. Mir sind die Gottesdienste und Andachten sehr wichtig - ohne Kirche hätten wir die nicht in diesem umfang und in dieser Regelmäßigkeit. Selbst wenn man selbst mit der Institution Kirche und ihren Gottesdiensten nichts zu tun hätte (was ja bei mir nicht der Fall ist, ich bin aktives Kirchenmitglied), übernimmt diese viele wichtige Funktionen, die ich auch gesellschaftlich nicht missen möchte. Einige davon sind: Religion ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur - und Kirche erhält diesen Teil am Leben und bietet damit Menschen Rückkehrmöglichkeiten, auch wenn sie lange ihrem Glauben entfremdet waren. Auch an existentiellen Schwellen im Leben (wie Geburt/Taufe, Pubertät/Konfirmation, Hochzeit/Trauung, Tod/Begräbnis), ist Kirche da und begleitet Menschen mit ihren Gottesdiensten und Ritualen und mit Seelsorge. Ich glaube, Menschen brauche das! Von Aufgaben der Diakonie, die Kirche übernimmt, mal ganz zu schweigen. Die Kirche erhält die stadtprägenden Gebäude der Kirchen und damit Orte, an denen ich zur Ruhe kommen kann und Spiritualität gelebt werden kann. und, und, und,....
Also, selbst wenn ich selbst gar nichts mit Kirche zu tun hätte, würde ich mir schon aus diesen Gründen wünschen, dass Menschen sich über ihre Kirchensteuern weiter für den Erhalt der Kirche als Institution einsetzen....
Insofern freue ich mich über jede und jeden, der Mitglied bleibt! Wäre schön, wenn es bei Dir auch so sein könnte und Du es finanzieren könntest.....
Lieben Gruß, Thea (Kirchenbotschafterin)

Re: Muss mich ELK rauswerfen?

BeitragVerfasst: So 6. Jan 2019, 14:27
von firebird
Rattenfreundin hat geschrieben:
Firebird hat geschrieben:was bewegt dich dazu, aus der evangelischen Landeskirche auszutreten?


1. Finanzielle Gründe.

2. Hatte ich nie was mit der Kirche zu tun. Ich wurde zwar konfirmiert, aber auch nur des Geldes wegen.

Wieso sollte ich Angst vor dem Rauswurf haben? Ich wäre ja froh, wenn sie das täten und ich mir so die 25 Euro Austrittsgebühr sparen könnte, was für mich viel Geld ist.



Liebe Rattenfreundin,

Kirchen- oder Gemeindezugehörigkeit soll doch keine finanzielle Angelegenheit sein! :shock:

Was das Finanzielle angeht, kostet es in Freikirchen oftmals mehr als in Landeskirchen. Freikirchen werden nicht staatlich subventioniert. So gibt es in Freikirchen, für regelmässige Besucher, oftmals die mehr oder weniger stille Erwartung, dass man den "Zehnten", also 10% des Einkommens an die Gemeindekasse abgibt. Die staatliche Kirchensteuer wird kaum in einem Fall 10% des Einkommens ausmachen.

Doch normalerweise läuft es eben so, dass man ein Herz für Jesus Christus hat. Folglich geht man dann in eine Gemeinde die ebenfalls ein Herz für Jesus Christus hat. Es gibt auch in der Landeskirche Gemeinden bei denen ein gläubiger Pfarrer die Herzen Jesus Christus näher bringt. Doch wenn jemand sein Herz bei Jesus Christus hat, wird ihn Gott sicher in eine Gemeinde führen, die für seine Verhältnisse gut ist.

Freundlicher Gruss
Firebird