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Warum nicht Christ sein?

Moderator: bigbird

Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Mo 3. Mär 2008, 21:44

Liebe Fories, welche nicht Christen sind

Ich habe schon mal so einen Thread eröffnet - leider ist er beim Crash gestorben......einige User sind nun nicht mehr dabei - einige sind neu...

Also, nochmals stelle ich euch die Frage:

Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?


Ich bitte euch alle darum, dass ihr zur Kennnis nehmt, dass diese Frage ausschliesslich an Nichtchristen gestellt ist und die Meinung und auch allfällige Antworten der Christen hier mal nicht gefragt ist. :D

Danke für die Berücksichtigung :)

Frog

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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon quigor » Mo 3. Mär 2008, 21:57

Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?



Das hier: Credo
Ich kann weder das Apostolische Glaubensbekenntnis noch das Credo guten Gewissens bezeugen - ich glaube nichts dergleichen.

Ich hoffe, Du verstehst das nicht als Kritik an Deinem Glauben. Sieh, umgekehrt wären meine Glaubensinhalte für Dich ebenfalls indiskutabel - was ich wiederum verstehen könnte. Dies aber sollte kein Problem zwischen zivilisierten Erwachsenen darstellen.


mfg
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Genussdenker » Mo 3. Mär 2008, 22:19

Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?



Unter "Christ" verstehe ich praktizierende Gläubige. Also solche die vor Allem regelmässig beten und in Sinne der Wahrheit an die Bibel glauben.
So gesehen bin ich kein Christ und gelte darum unter Christen nicht als Christ.

An die Bibel glaube ich nicht im Sinne einer Wahrheit, sondern an einen in der Mythologie enthaltenen Sinn. Oder : mehrere Sinne. Die Bibel betrachte ich unter philosophischen Begrifflichkeiten wie etwa Ethik/Moral, Ontologie usw.
Dennoch bin ich Mitglied der zürcher Landeskirche und vertrete den christlichen Glauben. Ich bin sozusagen ein Häretiker.

"Quigors" Vorbehalte bezüglich der Glaubensbekenntnise teile ich. Zudem widerspreche ich wehement der üblichen, geläufigen Art des Gottesbeweises im Sinne des Kreatonismus.
Die religiöse Mythologie einzig unter den Kriterien "wahr" oder "nicht wahr" zu betrachten, widerstrebt mir.
Zudem attestiere ich den anderen Religionen Gleichwertigkeit.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Mo 3. Mär 2008, 22:28

Original von quigor
Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?



Das hier: Credo
Ich kann weder das Apostolische Glaubensbekenntnis noch das Credo guten Gewissens bezeugen - ich glaube nichts dergleichen.


mfg
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Wirklich nichts? Nicht mal an Gott? Das überrascht mich jetzt doch.
Für mich waren zumindest die ersten beiden Zeilen des Credo immer gültig, auch wenn ich mit dem "Rest" die meiste Zeit meines Lebens gehadert habe.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Humphrey » Mo 3. Mär 2008, 22:38

So, ertmal , ich glaube an Gott.
Warum wollt ihr nicht Christen sein?

Na, weil Christne doch so uncool, unmodern, unbequem oder dumm sind. (Sagen sie dann.)
Was hält euch davon ab?

Alle anderen Nichtchristen.
Was spricht dagegen?

Die Wissenschaft, weil sie die Schöpfungs Geschichte nicht für eine mögliche Fariante der Etstehung unseres Univesums halten.

Obwohl es keine Beweise gibt die gegen die Schöpfung sprechen.
Bitte überdenkt noch mal kurz meine Beiträge, da sie Irrlehre enthalten könnten.
Seit bitte forsichtig mit meinen Beiträgen !!!
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon cori » Mo 3. Mär 2008, 22:45

Original von Wolke 7
So, ertmal , ich glaube an Gott.


Hallo Wolke 7

In diesem Thread sind die Nicht-Christen gefragt. :)
Wir freuen uns über unsere Enkelin

+++ Clara Sofia +++


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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon quigor » Mo 3. Mär 2008, 22:49

Original von Babett
Wirklich nichts? Nicht mal an Gott? Das überrascht mich jetzt doch.
Für mich waren zumindest die ersten beiden Zeilen des Credo immer gültig, auch wenn ich mit dem "Rest" die meiste Zeit meines Lebens gehadert habe.

Doch, Du hast recht: "Credo in unum Deum ", ja.

Daß Dir der Rest des Credos selbst gewisse Probleme bereitet hat, solltest Du aber wahrscheinlich nicht vertiefen - das dürfte hier auf wenig Verständnis stoßen.
Aber ich kann Dich verstehen. :umarm:


Alles Liebe,
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Mo 3. Mär 2008, 23:07

Original von quigor
Original von Babett
Wirklich nichts? Nicht mal an Gott? Das überrascht mich jetzt doch.
Für mich waren zumindest die ersten beiden Zeilen des Credo immer gültig, auch wenn ich mit dem "Rest" die meiste Zeit meines Lebens gehadert habe.

Doch, Du hast recht: "Credo in unum Deum ", ja.

Daß Dir Rest des Credos selbst gewisse Probleme bereitet hat, solltest Du aber wahrscheinlich nicht vertiefen - das dürfte hier auf wenig Verständnis stoßen.
Aber ich kann Dich verstehen. :umarm:


Alles Liebe,
Quigor


Aha, dacht ich mir doch. Die Vertiefung wäre hier auch OT, glaube ich und meine Vorbehalte haben sich auch sehr relativiert . ;)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon quigor » Mo 3. Mär 2008, 23:26

Original von Babett
Aha, dacht ich mir doch. Die Vertiefung wäre hier auch OT, glaube ich und meine Vorbehalte haben sich auch sehr relativiert . ;)

Das ist hier zwar ebenfalls OT - aber Frog möge mir verzeihen: Das freut mich für Dich.
Und ich kann es nicht verstehen. Aber das macht nichts. :))
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Mo 3. Mär 2008, 23:39

Original von quigor
Original von Babett
Aha, dacht ich mir doch. Die Vertiefung wäre hier auch OT, glaube ich und meine Vorbehalte haben sich auch sehr relativiert . ;)

Das ist hier zwar ebenfalls OT - aber Frog möge mir verzeihen: Das freut mich für Dich.
Und ich kann es nicht verstehen. Aber das macht nichts. :))


Nunja, ich könnte Dir das vielleicht halbwegs verständlich auseinander dröseln, aber das wäre dann endgültig OT. Aber es ist gut, das es nichts macht :) .
Nur was genau Du nicht verstehst, würde mich mal interessieren. Aber besser nicht hier.
Arme Froggy.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon quigor » Mo 3. Mär 2008, 23:53

Original von Babett
Nur was genau Du nicht verstehst, würde mich mal interessieren. Aber besser nicht hier.
Arme Froggy.

Ja, besser nicht hier. Nicht nur kommt Froggy dann wieder mit diesem Monster von Besen... *duck* ;) ... sondern zusätzlich ist das Klima hier gegenüber jeglichem Unverständnis in dieser Frage ausgesprochen rauh.

Aber wir werden sicherlich noch eine Gelegenheit finden, uns darüber auszusprechen - eher privatim, würde ich meinen.


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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Di 4. Mär 2008, 00:17

Original von quigor
Original von Babett
Nur was genau Du nicht verstehst, würde mich mal interessieren. Aber besser nicht hier.
Arme Froggy.

Ja, besser nicht hier. Nicht nur kommt Froggy dann wieder mit diesem Monster von Besen... *duck* ;) ... sondern zusätzlich ist das Klima hier gegenüber jeglichem Unverständnis in dieser Frage ausgesprochen rauh.

Aber wir werden sicherlich noch eine Gelegenheit finden, uns darüber auszusprechen - eher privatim, würde ich meinen.






Ja :)

Tschuldigung Fröschlein, bin schon weg. Eh der Besen kommt. Oder sonstige Fliegende.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Di 4. Mär 2008, 09:08

Hej Leute

Warum so ängstlich? Ich meine, ich habe euch ja klar etwas gefragt und da dürft/könnt ihr auch eine klare Antwort geben, ohne dass ich mich angegriffen fühle und den Besen hole. :D

Was hält nun euch davon ab?
Nur das Unverständnis dem Apostolischen Glaubensbekennnis gegenüber?
Und wenn ja, warum?

Hej, und warum sollten Christen kein Vertändnis für Nichtchristen haben? 8-) 8-)

Ja Quigor, wir sind erwachsene Menschen und der Glaube sollte kein Hinderungsgrund sein, um miteindander ein Gespräch führen zu können mit Glaubensinhalten.

Ach ja, das Apostolische Glaubensbekenntnis lässt tatsächlich Fragen offen......von wegen katholischer Kirche....



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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Di 4. Mär 2008, 10:16

Original von F.R.O.G
Hej Leute

Warum so ängstlich? Ich meine, ich habe euch ja klar etwas gefragt und da dürft/könnt ihr auch eine klare Antwort geben, ohne dass ich mich angegriffen fühle und den Besen hole. :D

Was hält nun euch davon ab?
Nur das Unverständnis dem Apostolischen Glaubensbekennnis gegenüber?
Und wenn ja, warum?

Hej, und warum sollten Christen kein Vertändnis für Nichtchristen haben? 8-) 8-)

Ja Quigor, wir sind erwachsene Menschen und der Glaube sollte kein Hinderungsgrund sein, um miteindander ein Gespräch führen zu können mit Glaubensinhalten.

Ach ja, das Apostolische Glaubensbekenntnis lässt tatsächlich Fragen offen......von wegen katholischer Kirche....






Moin Frosch! Was mich abhält ist, das ich Deinen Thread nicht damit zerschießen will, das ich erkläre oder diskutiere, warum ich glaube.
Und was das Credo betrifft: ich unterschreib da alles, tu mich aber sehr schwer mit eben jenem Satz "an die heilige katholische Kirche". Ich weiß, das katholisch soviel wie "umfassend, allgemein" bedeutet, hab aber trotzdem Probleme damit. Ich fände es offener und umfassender "christliche" Kirche zu sagen, und zwar auch in der kath.Messe.

:)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Di 4. Mär 2008, 10:43

Hallo Babett

Ja, wie schon gesagt, ich tue mich mit eben diesem Satz auch schwer....nein, ich lehne ihn ab.

Aber nur wegen einem Glaubensbekenntnisses nicht glauben zu können, scheint mir doch ein wenig eine eifache Aussage..... 8-)

Und ja, wenn du ja glaubst und eigentlich nur diesen einen Satz für falsch hältst, dann bist du kein Nichtchrist..... :D

Meine Frage richtet sich an jene, welche mit dem Christentun nix anfangen können und mich interessiert das "Warum".
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Savonlinna » Di 4. Mär 2008, 12:20

Hallo F.R.O.G.!

Die Idee mit diesem Thread ist eine ausgezeichnete.
Aber es ist ja nicht so einfach, das relativ kurz zu machen.
Auf den Punkt gebracht, würde ich auf diese Fragen >>>



Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?


noch am ehehesten so antworten:

Meine Liebe zur Redlichkeit.
Mein Grundbedürfnis nach Klarheit, Wahrhaftigkeit.
Oder andersherum ausgedrückt:
Meine tiefe Abneigung gegen Selbstbetrug.

Vielleicht steht dahinter auch die Angst vor dem Tod. Jedenfalls will ich nicht sterben mit dem Gefühl, ich habe mich mein ganzes Leben lang selbst betrogen.
Wenn ich in irgendeiner Form weiter existieren werde, dann wird das Wie entscheidend davon abhängen, ob ich in diesem Leben verwaschen oder klar gelebt habe.

Ich bin ja in einer christlichen Gemeinschaft großgeworden, habe sie mitgelebt, und ich wollte auch einmal Theologie studieren. Aber genaugenommen ist mir schon mit - na - ungefähr mit 10 oder 12 Jahren wirklch schlagartig bewusst geworden, dass ich das, wovon die Prediger sprachen: "an Gott glauben", "Gott lieben" usw. überhaupt nicht kannte. Dass ich mir da einen vorgemacht hatte.

Und ich habe dann lange - wirklich noch lange - untersucht, ob dieses mein Wahrheitsbedürfnis mit dem Christentum vereinbar ist. Ob das Christentum zulässt, dass ich vollkommen wahrheitsgemäß lebe. Mein Ergebnis war dann wirklich dies:
das Christentum lässt das nicht zu. Es zensiert meine Gedanken, es erwartet den Gehorsam, es zwingt mich zur Lüge.

Hinzu kommt, dass ich ein brennend Suchender bin, oder war. Einfach so rumleben, das kontte ich nicht, ich wollte oder musste die Wurzeln suchen, die Wurzeln unserer menschlichen Exstenz oder wie immer man das nennen will. Immer, wenn mir ein Mensch gestorben war, ging ich auf Grundeis, bzw. hing in der Luft, wusste nicht (mehr), was Sache war, was das Leben war, wie geliebte Menschen plötzlich so verschwinden können. Wenn sie verschwinden können - was ist dann überhaupt "Sein"?

Ich habe darum Philosophie studiert, musste es studieren, um Zeit zu haben, diesen Dingen auf den Grund zu gehen. Aber die Philosophen selber halfen mir auch nicht. Wie ich fand, hatten sie ihre Systeme, ihre Begriffsgebäude, die mein Fragen, was der Mensch ist und wieso er so begrenzt ist und nicht rauskriegen kann, was hinter der dunklen Mauer ist, auch nicht beantworteten. Bzw. ihre Antworten gaben mir nichts. Sie flutschten immer genau an dem Entscheidenden vorbei.

Und die Antwort der Theologen oder des Christentums erschien mir noch befremdlicher. Letztlich verlangten sie, dass ich aufhören sollte, zu fragen und mich mit einer Notlüge zu begnügen. Ich sollte irgendwas "glauben", und das war für mich gleichbedeutend mit: Wenn ich Hunger habe, soll ich mir einbilden, ich sei satt. Das Christentum gab mir Steine statt Brot.

Allerdings habe ich meine "Antwort" dann doch bekommen, und von einer Seite, wo ich es nie erwartet habe, von der Musik.
Das hat plötzlich reingehauen, dass ich fast in eine andere Seinsdimension katapultiert war. Ich sehe - bis heute - in ihr einen Weg, uns die Relativität unseres Alltags regelrecht erlebbar zu machen. Wenn es etwas Göttliches gibt, dann kann die Musik es mir sinnfällig machen. Das sind zwar meist immer nur Sekunden oder Minuten, aber da kapiere ich echt was. Keine Steine statt Brot, sondern "lebendiges Wasser".

Allerdings gibt es durchaus zeitliche Phasen von Christentum, wo das kein Widerspruch war, wo die Kunst ein Weg zum Göttlichen war. Heute ist das out, aber zum Beispiel in der Zeit der Frühromantik (um 1800) war es in. Da gibt es so ein literarisches Werk "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" (eigentlich ein unsäglicher Titel), von Wackenroder/Tieck, da wird diese Einheit von Kunst und Religion geschildert.

Ich habe viele Musiker kennengelernt, auch Sänger und Schauspieler, und allein ihre Beschäftigung mit der Kunst macht es für sie in der Regel selbstverständlich, dass andere Dimensionen da sind als im Alltag. Man legt da keine Bekenntnisse ab, macht daraus kein Trara, sondern lebt damit einfach.

Unter ihnen mögen sich auch Christen befinden, und die meisten alten Komponisten waren es wohl auch. Ich vermute, dass sie diese andere Seinsdimension einfach leben und die Religion für sie das gleiche ist. Es wäre auch schlimm, wenn sie da schizophren wären.

Das Etikett "Christ" ist darum für mich noch immer keine Alternative zu der schlichteren Bezeichnung "Mensch". Ich habe das Menschsein noch nicht ausgelotet, aber vorgekaute Antworten sind für mich fatal. Ich halte es aber für möglich, dass auch der Christ letztlich nichts weiter sein möchte als ein wirklicher Mensch. Und da kann ich mich dann mit ihm treffen. Was liegt an Begriffen.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi (1207-1273)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Krummi » Di 4. Mär 2008, 12:34

Allerdings gibt es durchaus zeitliche Phasen von Christentum, wo das kein Widerspruch war, wo die Kunst ein Weg zum Göttlichen war. Heute ist das out, aber zum Beispiel in der Zeit der Frühromantik (um 1800) war es in. Da gibt es so ein literarisches Werk "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" (eigentlich ein unsäglicher Titel), von Wackenroder/Tieck, da wird diese Einheit von Kunst und Religion geschildert.


Hallo Savonlinna

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du sprichst von Freikirchen. In meiner Gemeinde ist das eigene Gewissen eine sehr hohe Instanz, man muss nichts tun, was dem eigenen Gewissen zuwider ist.

Aus meinem engeren Bekanntenkreis sind mir Personen bekannt, sie sich in Kirche und Staat für die Kombination von Kunst und Religion einsetzen und diese Synthese mit Leidenschaft betreiben - bis in oberste politische Gremien. Du siehst also, dass Du auf diesem Wege beileibe nicht alleine bist, sondern Teil einer starken Bewegung.
Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit (2. Korinther 3,17)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon SunFox » Di 4. Mär 2008, 12:35

Original von Savonlinna
Mein Ergebnis war dann wirklich dies:
das Christentum lässt das nicht zu. Es zensiert meine Gedanken, es erwartet den Gehorsam, es zwingt mich zur Lüge.



Nein Christus zwingt niemanden zum Gehorsam, jeder darf seinen weg frei wählen liebe Savonlinna! ;)

Du darfst dich gegen Jesus stellen und dann so "gut" leben, wie es dir beliebt!

Aber dann mußt du (ob du willst oder nicht) den Satz Jesu akzeptieren: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich!"

Also was nützt es dir, wenn du mal feststellen mußt, das du die ganze Welt gewonnen hast und nimmst dann doch Schaden an deiner Seele?

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Di 4. Mär 2008, 12:36

Hallo Krummi und SunFox

Bitte berücksichtige dies:

Original von F.R.O.G
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon kaval » Di 4. Mär 2008, 12:42

Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?



Weil die Bibel von Kindern Gottes spricht. Die Offenbarung lehrt das wir von ihr hinausgehen sollen - von allem menschengemachten - das nicht Gott alleine meint. Man nicht Gott und nachfolgen kann.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Di 4. Mär 2008, 12:45

Original von kaval
Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?
Was hält euch davon ab?
Was spricht dagegen?



Weil die Bibel von Kindern Gottes spricht. Die Offenbarung lehrt das wir von ihr hinausgehen sollen - von allem menschengemachten - das nicht Gott alleine meint. Man nicht Gott und nachfolgen kann.
Kaval, was hat nun dein Post mit meiner Frage an die Nichtchristen zu tun?

Liebe Christen, es muss ja ungeheuerlich schwierig sein, wenigstens in einem Thread mal den Mund zu halten. Tut es doch mir zu liebe...... :D
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon rotwang » Di 4. Mär 2008, 12:50

Original von F.R.O.G
Warum wollt ihr nicht Christen sein?


Weil ich damit schon knappe 15 Jahre meines Lebens verschwendet habe. Ich war früher tatsächlich mal sehr religiös. Als ich dann begann aus reinem Interesse auch mal über den eigenen Tellerrrand hinaus zu schauen, begann meine kritische Reflexion mit meinem Glauben. Das endete dann damit, dass ich philosophische Schriften von Schopenhauer, Nietzsche, etc. las und irgendwann erkannte, dass die aufgeklärte, atheistische Welt mit ihrem Konzept des Humanismus mir mehr zusagte und vor allem für mich ein logischeres und in sich kohärenteres Weltbild darstellte, als es das Christentum liefern konnte.

Original von F.R.O.G Was hält euch davon ab?


Der Verstand, die Logik und mein Wagemut. Es kostet am Anfang viel Überwindung von einem Erlöserglauben Abstand zu nehmen und sich damit abzufinden, dass man nur dieses eine Leben hat und danach kein Jenseits mehr kommt. Es viel mir im Anfang doch schwer, aber nachdem ich irgendwann diesen Schritt gemacht, will ich nicht mehr zurück in die kleine, heile Welt des Glaubens, die ich für selbstbetrügerisch halte.

Original von F.R.O.G Was spricht dagegen?


Die Vernunft. Und viele der Gläubigen, die ich hier und in anderen Foren kennenlerne - viel sind Beispiel dafür, dass nicht wirklich über Glauben reflektiert wird, das man sich immer wieder in Phrasen rettet [a la "Gottes Wege sind unergründlich", etc.] und so weiter - als das hält mich davon überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen jemals wieder Christ zu werden.
Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon SunFox » Di 4. Mär 2008, 12:54

Original von F.R.O.G
Hallo Krummi und SunFox

Bitte berücksichtige dies:

Original von F.R.O.G
Ich bitte euch alle darum, dass ihr zur Kennnis nehmt, dass diese Frage ausschliesslich an Nichtchristen gestellt ist und die Meinung und auch allfällige Antworten der Christen hier mal nicht gefragt ist. :D


Danke


Liebe F.R.O.G,

der Oberbegriff heißt: "Philosophieren über Gott und die Welt", und soll dieses jetzt ein Thread für Nichtchristen unter sich sein? Dürfen Einwürfe dazu von Christen hier nicht erscheinen?

Dann ist der Bereich falsch gewählt! ;)

Liebe Grüße von SunFox

PS: Ich habe nicht vor, hier viele und lange Beiträge zu schreiben, aber was gesagt werden muß, das muß halt eben! :)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon kaval » Di 4. Mär 2008, 12:55

Original von F.R.O.G
Kaval, was hat nun dein Post mit meiner Frage an die Nichtchristen zu tun?


Die Antwort eines Nichtchristen?!

Das Christentum ist mit über 2,1 Milliarden Anhängern.. die größte Religion der Erde.

Das Christentum ist die Religion der sakramentalen Taufe und der darin begründeten Kirche.

Jesus selbst wird zuweilen auch die erneuerte Tora oder der dritte, nicht von Menschenhand erbaute Tempel genannt.

Quellenangabe

Die Liebe ist das viel wahrere und echtere als alles andere.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Babett » Di 4. Mär 2008, 12:57

Original von F.R.O.G
Hallo Krummi und SunFox

Bitte berücksichtige dies:

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Danke



Hm. Was verstehst Du denn unter `allfälligen Antworten`? Zählt da ein Nachfragen/Hinterfragen zwecks besseren Verständnis der von Nichtchristen abgegebenen Statements auch dazu? Das ist mir nicht so ganz klar. daher auch meine Zurückhaltung.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Krummi » Di 4. Mär 2008, 13:04

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Hallo Krummi und SunFox

Bitte berücksichtige dies:

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Danke


Sorry, Frog, ich habe Deinen Initialbeitrag nicht gelesen und das jetzt nachgeholt.

Aber was heisst denn für Dich Christsein? Ich sehe mich als Christ und bin selten mit selbsternennten Bibeltreuen einer Meinung.

Ich lehne Kreationismus - also den Versuch, die Genesis als eine Geschichte darzustellen, die sich etwa vor 10´000 Jahren wie beschrieben abgespielt hat - entschieden ab.

Ich sehe viele Gründe, welche dagegen sprechen, dass die Bibel eine Verbalinspiration ist.

Ich wehre mich gegen Christentum, wie es hier von Wolke7 fabriziert wird: "Uns Christen, mag man nicht, weil wir halt anecken und ungemütlich sind". Ja, diese Christen erfinden sich sozusagen selbst. Sie denken, sie seien ungemütlich, weil sie für eine gute/höhere Sache kämpfen. In der Tat ecken sie nur deshalb an, weil sie komplett Widersinniges gegen die Vernunft und zudem am Schluss den absoluten Egoismus predigen - und es selbst nicht einmal merken. Wer unethisch argumentiert, der eckt ganz sicher an. Das kann er von mir schriftlich haben.

Diese Art von Christentum macht mir Sorge. Während ich diese Strömungen früher interessiert von aussen betrachtet habe, sehe ich sie zunehmend als Gefahr wider die Vernunft und wider den Menschen.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Savonlinna » Di 4. Mär 2008, 13:07

Original von F.R.O.G
Hallo Krummi und SunFox

Bitte berücksichtige dies:

Original von F.R.O.G
Ich bitte euch alle darum, dass ihr zur Kennnis nehmt, dass diese Frage ausschliesslich an Nichtchristen gestellt ist und die Meinung und auch allfällige Antworten der Christen hier mal nicht gefragt ist. :D


Danke

Danke Frog. Dass manche Christen es nicht lassen können, sofort einen belehren zu wollen, wie man Sachen zu sehen hat, spricht vor allem gegen sie.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Robby » Di 4. Mär 2008, 13:11

Original von rotwang
Original von F.R.O.G Was hält euch davon ab?


Der Verstand, die Logik und mein Wagemut. Es kostet am Anfang viel Überwindung von einem Erlöserglauben Abstand zu nehmen und sich damit abzufinden, dass man nur dieses eine Leben hat und danach kein Jenseits mehr kommt. Es viel mir im Anfang doch schwer, aber nachdem ich irgendwann diesen Schritt gemacht, will ich nicht mehr zurück in die kleine, heile Welt des Glaubens, die ich für selbstbetrügerisch halte.

Die Vernunft. Und viele der Gläubigen, die ich hier und in anderen Foren kennenlerne - viel sind Beispiel dafür, dass nicht wirklich über Glauben reflektiert wird, das man sich immer wieder in Phrasen rettet [a la "Gottes Wege sind unergründlich", etc.] und so weiter - als das hält mich davon überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen jemals wieder Christ zu werden.


Hi Rotwang

Finde deine Antworten ehrlich und überzeugend aus menschlicher Sicht. Wenn man aber tiefer schaut, so kristallisiert sich ein Bild, welches auf den menschlichen Verstand begrenzt ist, heraus. Diese Eingrenzung gibt uns Menschen Sicherheit, wir glauben auf eigenem festem Felsen zu stehen und nicht den Schritt zu Glauben, was wir nicht sehen, zu machen.
Du wirfst Christen vor, sich mit Banalsätzen à la "Gottes Wege sind unergründlich" zufrieden zu geben. Wie gehst du denn mit Unsicherheiten und unerklärlichen Dingen um? Verdrängung? Ein sich Abstützen auf die menschliche Wissenschaft?
Nur dieses eine Leben zu haben, ist das nicht hoffnungslos? Wie gehst du mit der Ungerechtigkeit des Lebens um (warum sterben Kinder, Krankheiten, Leid etc.), ist das einfach Pech gehabt? Ich kann Menschen, die an "nichts" ausser sich selbst glauben nicht verstehen. Dies ist nicht wertend gemeint, aber ich kann wirklich nicht verstehen, dass man ein Leben voller Hoffnung und Glaubens gegen eines ohne Hoffnung, ohne Gerechtigkeit, ohne Zukunft austauscht. Nur um dem eigenen, beschränkten Verstand genüge zu tun?

Bitte verstehe meine Zeilen nicht als Angriff, ich kann die Gedankengänge von Atheisten wirklich nicht nachvollziehen.


Lieber Gruss
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Robby » Di 4. Mär 2008, 13:14

Original von Savonlinna
Danke Frog. Dass manche Christen es nicht lassen können, sofort einen belehren zu wollen, wie man Sachen zu sehen hat, spricht vor allem gegen sie.


Nein, das spricht primär für "sie", solange es aus Liebe geschieht und nicht um Recht zu haben. Es gibt nichts liebloseres als die Ignoranz, den Nächsten ins Verderben laufen zu lassen, wissentlich.

Lieber Gruss
Robby

PS: Ich erlaube mir mitzudiskutieren, da wir hier in einem christlichen Forum sind. Es gibt genügend atheistische Foren, wo diese unter sich sein dürfen.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon F.R.O.G » Di 4. Mär 2008, 13:18

Irgendwie verstehen einige nicht, was dieser Thread soll.....

Ich möchte von den Nichtchristen wissen, warum sie nicht Christen sind und nicht von den Christen, warum sie Christen sind....ebenso wenig möchte ich, dass Christen gegen das Nichtchristsein reden.

Wenn jemand eine Aussage nicht versteht, darf er natürlich zurückfragen - meine Devise ist, mal nur lesen, denken und nicht gerade alles, was mir so an Gedanken durch den Kopf gehen auch rauslassen.



Klarer?
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Savonlinna » Di 4. Mär 2008, 13:29

Original von Krummi
Allerdings gibt es durchaus zeitliche Phasen von Christentum, wo das kein Widerspruch war, wo die Kunst ein Weg zum Göttlichen war. Heute ist das out, aber zum Beispiel in der Zeit der Frühromantik (um 1800) war es in. Da gibt es so ein literarisches Werk "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" (eigentlich ein unsäglicher Titel), von Wackenroder/Tieck, da wird diese Einheit von Kunst und Religion geschildert.


Hallo Savonlinna

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du sprichst von Freikirchen.

Ich war nur bis zum 13. Lebensjahr in einer Freikirche, danach in der lutherisch-evangelischen Kirche. Und während des Studiums habe ich viele theologische Vorlesungen gehört.



In meiner Gemeinde ist das eigene Gewissen eine sehr hohe Instanz, man muss nichts tun, was dem eigenen Gewissen zuwider ist.

Das glaube ich Dir. Ich habe solche Menschen ja auch kennengelernt.



Aus meinem engeren Bekanntenkreis sind mir Personen bekannt, sie sich in Kirche und Staat für die Kombination von Kunst und Religion einsetzen und diese Synthese mit Leidenschaft betreiben - bis in oberste politische Gremien. Du siehst also, dass Du auf diesem Wege beileibe nicht alleine bist, sondern Teil einer starken Bewegung.

Auch das nehme ich Dir ab.
Dennoch enthebt mich das ja nicht der Frage, warum ich Christ sein soll. Ich fühle mich ja nicht als ein solcher. Noch ist es bis heute so, dass man irgendeine Form des Bekenntnisses abgeben muss, dass man irgendein (in meinen Augen) heidnisches mystisches Brimborium mitmachen muss, das mir zuwider ist. Blut trinken? Leiche essen? Irgendwelche Riten vollziehen?
All dies erfordert von mir Heuchelei.


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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon hyperporea » Di 4. Mär 2008, 13:37

Original von Savonlinna


Ich habe viele Musiker kennengelernt, auch Sänger und Schauspieler, und allein ihre Beschäftigung mit der Kunst macht es für sie in der Regel selbstverständlich, dass andere Dimensionen da sind als im Alltag. Man legt da keine Bekenntnisse ab, macht daraus kein Trara, sondern lebt damit einfach.



Hallo Savonlinna,

Danke für Deine wirklich schöne Offenbarung von Dir.
Dann haben wir ja doch was gemeinsam.
Es ist die Musik die mich in andere Dimensionen führt, meine eigenen Kompositionen die sich aus meinen inneren in Töne auf dem Instrument verwandeln.
Diese Dimensionen lassen mich erkennen das ich ein unsterbliches schon immer existierendes Wesen bin, ohne Anfang und ohne Ende.
Ich denke das ist auch der Grund warum das Christentum mich nicht zu sich ziehen kann und Gedankengänge der absoluten Freiheit mein Leben prägen.
Je nach Thema, mit was ich mich im Leben beschäftige ändert sich auch meine Musik und so spiele ich momentan ganz andere Tonzusammenhänge als noch vor ein paar Wochen.


grüße Hypo
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Savonlinna » Di 4. Mär 2008, 13:38

Original von Krummi
Diese Art von Christentum macht mir Sorge. Während ich diese Strömungen früher interessiert von aussen betrachtet habe, sehe ich sie zunehmend als Gefahr wider die Vernunft und wider den Menschen.

Mir auch. Weiß Gott. Aber ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass dies in das System einer Religion eingebaut ist, es ist nicht nur ein Webfehler. Eine Religion, die ein Buch als heilig erklärt, in welchem die Gewalt das Hauptthema ist, wird immer und immer wieder neu Gewalt erzeugen.

Das ist das Problem, Krummi, das ich nicht zu lösen weiß.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon rotwang » Di 4. Mär 2008, 13:46

Original von Robby
Wenn man aber tiefer schaut, so kristallisiert sich ein Bild, welches auf den menschlichen Verstand begrenzt ist, heraus.


Und exakt da beginnen die Ausflüchte, die mich eben auch vom Christentum entfernt haben. Dieses ewig-gleiche Dogma des begrenzten menschlichen Geistes, das im Grunde nur dazu dient unangenehme Widersprüche auf vermeintlich elegante Weise zu lösen. ;)

Original von Robby
Diese Eingrenzung gibt uns Menschen Sicherheit,


Nein, meine Weltsicht bietet deutlich weniger Sicherheiten als der Glaube an einen Gott, der einem in der Not zur Seite stehen wird.

Original von Robby
wir glauben auf eigenem festem Felsen zu stehen


Nein - dazu spielt der Zufall in meinem Leben eine zu große Rolle. Den festen Felsen gäbe es nur, wenn ich mein Leben kontrollieren könnte - das geht allerdings nur zu einem relativ geringen Teil.

Original von Robby
und nicht den Schritt zu Glauben, was wir nicht sehen, zu machen.


Wenn man es genau nimmt, dann glaube ich durchaus an Dinge, die man nicht sehen kann, so z.B. an Atome, etc.

Original von Robby
Du wirfst Christen vor, sich mit Banalsätzen à la "Gottes Wege sind unergründlich" zufrieden zu geben. Wie gehst du denn mit Unsicherheiten und unerklärlichen Dingen um? Verdrängung? Ein sich Abstützen auf die menschliche Wissenschaft?


Warum sollte ich sie verdrängen? Ja, ich stütze mich auf die Wissenschaft - ich weiß allerdings auch, dass die Wissenschaft längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat. Ich weiß, dass es noch einige Dinge gibt, die sich bisher nicht wissenschaftlich und logisch erklären lassen, gehe jedoch davon aus, dass für diese Probleme einmal eine wissenschaftliche Lösung gefunden wird.

Original von Robby
Nur dieses eine Leben zu haben, ist das nicht hoffnungslos?


Nein. Ich finde es befreiend. Man macht gute Dinge, der guten Dinge wegen und nicht, weil man sich damit im Himmelreich einkaufen will. Man nimmt auch das Leben mit seinen Möglichkeiten viel bewusster wahr, als wenn man ständig darauf achten müsste ein Gott gefälliges Leben zu führen [was ja eh die wenigsten Christen machen ;)].

Original von Robby
Wie gehst du mit der Ungerechtigkeit des Lebens um (warum sterben Kinder, Krankheiten, Leid etc.), ist das einfach Pech gehabt?


Jein. Du implizierst eine gewisse Gleichgültigkeit, die Leid mit einem lakonischen "Pech gehabt" abkanzelt und weiter ihren hedonistischen Zielen nachstrebt - natürlich ist Leid in vielen Situationen Pech, aber es ist durchaus ein verhinderbares Pech. Bessere Medizin für Arme, eine bessere Forschung, eine von egoistischen Zielen abgewandte Politik - das alles sind Dinge, mit denen sich das Leid auf ein realistisch erreichbares Minimum reduzieren lassen würde - und die mehr bewirken als fromme Gebete.

Original von Robby
Ich kann Menschen, die an "nichts" ausser sich selbst glauben nicht verstehen.


Das merkt man. ;)

Übrigens sage ich nicht, dass ich nur an mich glaube - Grundsätzlich lehne ich den Terminus "glauben" eh ab. Und diese subtile Unterstellung eines egoistischen Weltbildes ebenfalls.

Original von Robby
Dies ist nicht wertend gemeint, aber ich kann wirklich nicht verstehen, dass man ein Leben voller Hoffnung und Glaubens gegen eines ohne Hoffnung, ohne Gerechtigkeit, ohne Zukunft austauscht.


Die Hoffnung eines Gläubigen besteht ja eigentlich daraus, dass es Gott gibt. Das Problem, das Du übersiehst ist folgendes: Du hast - bis auf die Selbstbehauptung der Bibel - keinen einzigen Beweis für die Existenz Gottes und die Richtigkeit der Bibel [deshalb spricht man ja auch vom glauben und nicht vom Wissen]. Du sprichst von dem Leben als Gläubiger als hättest Du es schon, dieses Leben mit Gerechtigkeit und Zukunft. Das trifft ja aber nun einmal nicht zu. Du kannst lediglich darauf hoffen [und daran glauben], dass es so ist. Das ist mir persönlich zu riskant und zu naiv. Ich will nicht mein Leben mit der falschen Hoffnung auf ein Jenseits verschwendet haben, nur dann im Tod festzustellen, dass es das alles nicht gibt. Man kann dem natürlich entgegen halten, dass dies für mein Weltbild auch gilt - sei es drum: Wenn dieser Gott wirklich gerecht wäre, dann würde er nach den Werken werten [Ich weiß: immer mal wieder ein großes Thema in diesem Forum] und nicht nach Selbstbestätigung oder Ablehnung. Worauf ich hinaus will, sollte klar sein.. ;)

Ein Leben ohne Hoffnung habe ich also? Ich darf also nicht hoffen, dass ich irgendwann die Geschicke der Welt zu einem Besseren mitlenken kann? Ein Leben ohne Zukunft? Nur weil ich an kein Jenseits glaube, habe ich keine Zukunft? Ich kann mir in dieser Welt einen Namen machen und davon ab lebe ich in der Erinnerung, der mich umgebenden Menschen nach meinem Tode weiter. Das ist eine Zukunft die mir reicht - ich bin genügsam. Ein Leben ohne Gerechtigkeit? Klar, es gibt viel Ungerechtigkeit auf dieser Welt, es gibt auch genügend Fälle, in denen die gerechten Möglichkeiten achtlos übersehen werden, weil man für die Möglichkeiten vor lauter Fixierung auf einen Glauben kein Auge mehr hat. ;)

Original von Robby
Nur um dem eigenen, beschränkten Verstand genüge zu tun?


Ohne den beschränkten menschlichen Verstand wüsstest Du nicht einmal von Gott. Davon ab: Du tust auch nichts anderes - nur dass Du anstelle des Verstandes deine Gefühle setzt.

Original von Robby
Bitte verstehe meine Zeilen nicht als Angriff, ich kann die Gedankengänge von Atheisten wirklich nicht nachvollziehen.


Verlangt ja auch niemand von Dir.
Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Krummi » Di 4. Mär 2008, 14:11

Original von Robby

Nein, das spricht primär für "sie", solange es aus Liebe geschieht und nicht um Recht zu haben. Es gibt nichts liebloseres als die Ignoranz, den Nächsten ins Verderben laufen zu lassen, wissentlich.

¨

Das liebloseste für einen Menschen ist es, wenn man ihm von Jesus erzählt - denn vorher konnte er einfach ein anständiges Leben führen und seinen Frieden haben.

Diese Logik stimmt zumindest für die selbsternannten Bibeltreuen, welche dann missionieren.

Gott wird einen Menschen nicht wegen Unwissen ins Verderben bringen, denn das wäre Lieblosigkeit. Also ist es besser für den Menschen, nichts von Jesus zu wissen, dann kann man ihm daraus auch nicht einen Strick drehen, wenn er es nicht für wahr hält und nicht an Jesus glaubt.

Ich halte deshalb Deine Art von "Rettung" in hohem Masse für lieblos. Es ist eben häufig nicht liebevoll, sondern aufocktruiert.

Nun, was gegen Christsein spricht, ist wohl die Streiterei unter Christen, wie ich sie hier selbst vom Zaun breche. Hat man nicht gerade ein gemeinsames Feindbild, dann zankt man sich gegenseitig. Ist eigentlich geradezu menschlich.

Deshalb gehe ich da mit Genussdenker einig und sehe im Christentum nicht per se einen höheren Wert als bei anderen Religionen. Trotzdem bezeichne ich mich als Christ - was natürlich von vielen hier in diesem Forum nicht verstanden wird.

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Gruss
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Krummi » Di 4. Mär 2008, 14:40

Dennoch enthebt mich das ja nicht der Frage, warum ich Christ sein soll. Ich fühle mich ja nicht als ein solcher. Noch ist es bis heute so, dass man irgendeine Form des Bekenntnisses abgeben muss, dass man irgendein (in meinen Augen) heidnisches mystisches Brimborium mitmachen muss, das mir zuwider ist. Blut trinken? Leiche essen? Irgendwelche Riten vollziehen?
All dies erfordert von mir Heuchelei.


Ich musste nicht bekennen, sondern war einfach dabei - und später hatte ich das Glück, Menschen zu treffen, die mit offenem Geist, Herz und Verstand durch das Leben gehen. Denn es ist schon ein Spannungsfeld, die Religion. Da bin ich mit Dir einig.

Heuchelei wirst Du aber - da bin ich nicht nur optimistisch - in jeder tieferen Art von Zusammensein unter Menschen finden. Heuchelei erfolgt aus Angst, aus Feigheit, aber manchmal auch aus Schutz.

Was ist, wenn meine Frau heute Morgen zum davonlaufen aussieht - und sie fragt mich nach ihrem Aussehen. Es gibt darauf meines Erachtens keine eindeutige Antwort, die in jedem Fall immer die Wahrheit bevorzugt.

Ich finde die Frage des Christseins durchaus berechtigt. Ich lese auch mit Interesse, dass Christen behaupten, dass man sich frei für Gott entscheiden kann - aber bei anderem Entscheid dann automatisch die Verdammnis erfolgt. Ich bin zwar in der Erziehung ein Fan von natürlichen Konsequenzen - hier aber sieht es mir eher wie Erpressung aus.

Ich erlebe die Nachfolge Christi auch in einem Turnverein, es muss nicht eine Kirche sein. Ich erlebe sie aber vorallem in der Gemeinschaft mit Menschen. Warst es nicht Du, die so interessant über Individuum und Kollektiv geschrieben hat? Ich weiss nicht mehr, wo ich es gelesen habe. Dass wir eben beides zugleich sind: Individuum und Kollektiv - und das eine Gemeinschaftsform, welche eines der beiden Elemente negiert, nicht überleben kann.


Mir auch. Weiß Gott. Aber ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass dies in das System einer Religion eingebaut ist, es ist nicht nur ein Webfehler. Eine Religion, die ein Buch als heilig erklärt, in welchem die Gewalt das Hauptthema ist, wird immer und immer wieder neu Gewalt erzeugen.

Das ist das Problem, Krummi, das ich nicht zu lösen weiß.


Ich habe dazu keine abschliessende Meinung, sondern sehe mich als Suchender. Mein persönlicher Jakobsweg führt mich gerade durch die Alpen :-).

Im Ernst: ich kann Deine Schlussfolgerung nachvollziehen.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Robby » Di 4. Mär 2008, 15:08

Original von F.R.O.G
Irgendwie verstehen einige nicht, was dieser Thread soll.....

Ich möchte von den Nichtchristen wissen, warum sie nicht Christen sind und nicht von den Christen, warum sie Christen sind....ebenso wenig möchte ich, dass Christen gegen das Nichtchristsein reden.


Hi FROG @all

Bin einverstanden, dass ausschliesslich Nichtchristen auf deine Fragen antworten sollen. Hingegen möchte ich kein Verbieten einer Diskussion für Christen unterstützen. Jeder soll sich frei fühlen auf Stellungsnahmen auch zu antworten.

Lieber Gruss
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Robby » Di 4. Mär 2008, 15:19

Original von rotwang
Und exakt da beginnen die Ausflüchte, die mich eben auch vom Christentum entfernt haben. Dieses ewig-gleiche Dogma des begrenzten menschlichen Geistes, das im Grunde nur dazu dient unangenehme Widersprüche auf vermeintlich elegante Weise zu lösen. ;)


Es gibt Dinge, welche wir Menschen nicht verstehen, nein hier auf Erden nie verstehen werden. Somit IST der menschliche Verstand begrenzt, nämlich auf seine Fähigkeiten, welche ihm gegeben sind. Das ist für mich eine ehrliche und plausible Erklärung, wenn man offen dazu steht, dass gewisse Dinge für den menschlichen Verstand nicht erklärbar, nicht fassbar sind.


Original von rotwang
Nein, meine Weltsicht bietet deutlich weniger Sicherheiten als der Glaube an einen Gott, der einem in der Not zur Seite stehen wird.


Sicher? Ich glaube, dass wenn ich weiss, es gibt nichts was meinen Verstand übersteigt, so lebe ich in grösserer subjektiver Sicherheit, als wenn ich weiss, meine Erkenntnis, mein Verständnis ist bloss Stückwerk und da draussen gibt es noch soooo viel, wovon ich nicht mal weiss.

Original von rotwang
Nein - dazu spielt der Zufall in meinem Leben eine zu große Rolle. Den festen Felsen gäbe es nur, wenn ich mein Leben kontrollieren könnte - das geht allerdings nur zu einem relativ geringen Teil.


Zufall ist Unsicherheit, denn wie du in anderen Worten richtig schreibst bist du einer Willkür ausgeliefert, die dich jeden Moment knallhart treffen kann. Im Gegensatz zu einem treuen, konstanten Gott (nein ich will dich nicht bekehren oder belehren, sondern kontrovers diskutieren 8-) )


Original von rotwang
Nein. Ich finde es befreiend. Man macht gute Dinge, der guten Dinge wegen und nicht, weil man sich damit im Himmelreich einkaufen will. Man nimmt auch das Leben mit seinen Möglichkeiten viel bewusster wahr, als wenn man ständig darauf achten müsste ein Gott gefälliges Leben zu führen [was ja eh die wenigsten Christen machen ;)].


Das wäre aber ein seltsam verstandenes Christentum. Zugegeben es gibt Christen die meinen, besonders viel Liebes und Gutes zu tun, um gerettet zu werden (Werksgerechtigkeit). Die Bibel lehrt das aber anders (durch Glauben seid Ihr Gerechtfertigt).

Original von rotwang
Jein. Du implizierst eine gewisse Gleichgültigkeit, die Leid mit einem lakonischen "Pech gehabt" abkanzelt und weiter ihren hedonistischen Zielen nachstrebt - natürlich ist Leid in vielen Situationen Pech, aber es ist durchaus ein verhinderbares Pech. Bessere Medizin für Arme, eine bessere Forschung, eine von egoistischen Zielen abgewandte Politik - das alles sind Dinge, mit denen sich das Leid auf ein realistisch erreichbares Minimum reduzieren lassen würde - und die mehr bewirken als fromme Gebete.


Und wenn alles verhindern nichts bringt? Da musst du doch zu einem gewissen Grad auch Gleichgültig sein, denn trifft es einen anderen, so hätte es genau so gut dich treffen können. Das Schicksal meint es gut mit dir, schlecht mit dem anderen. Das ist dann doch Pech gehabt? Natürlich kannst du es zu einem gewissen Teil beinflussen (gesunder Lebenswandel), aber du hast keine Macht darüber.
Fromme Gebete? Gebete die ernst gemeint sind und von Herzen kommen werden erhört. Dies ist kein Dogma, sondern erlebte Realität.

Original von rotwang
Du hast - bis auf die Selbstbehauptung der Bibel - keinen einzigen Beweis für die Existenz Gottes und die Richtigkeit der Bibel [deshalb spricht man ja auch vom glauben und nicht vom Wissen]. Du sprichst von dem Leben als Gläubiger als hättest Du es schon, dieses Leben mit Gerechtigkeit und Zukunft.


Doch. Ich habe die persönliche Beziehung zu Jesus welche ich tagtäglich erlebe. Ich erlebe IHN. Wer sucht der findet ist in meinem Leben Realität geworden und kann bei jedem anderen auch wahr werden. Das Leben mit Gott habe ich schon auf dieser Erde. Natürlich gibt es in der Ewigkeit eine noch 1000 mal schönere Zeit, aber bereits hier erlebe ich IHN ganz nah.

Lieber Gruss
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Taube » Di 4. Mär 2008, 15:25

Original von Robby
Original von F.R.O.G
Irgendwie verstehen einige nicht, was dieser Thread soll.....

Ich möchte von den Nichtchristen wissen, warum sie nicht Christen sind und nicht von den Christen, warum sie Christen sind....ebenso wenig möchte ich, dass Christen gegen das Nichtchristsein reden.


Hi FROG @all

Bin einverstanden, dass ausschliesslich Nichtchristen auf deine Fragen antworten sollen. Hingegen möchte ich kein Verbieten einer Diskussion für Christen unterstützen. Jeder soll sich frei fühlen auf Stellungsnahmen auch zu antworten.

Lieber Gruss
Robby



Aber als Christ darf man auch auf etwas mal verzichten als Achtsamkeit einem Menschen gegenüber, der einen Wunsch äussert.
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Momentmal » Di 4. Mär 2008, 15:38

Hallo F.R.O.G

Zunächst einmal hat der Begriff „Christ“ etwas Elitäres an sich. Viel Christen vermitteln einem den Eindruck, als bestünde die Welt, die Ethik, das Gute, die Wahrheit und generell das Menschliche erst seit 2000 Jahren. Dem Humanismus, dem sie als Trittbrettfahrer seit einigen Jahrzehnten zugestiegen sind hat sich ohne und trotz teilweise heftigem Widerstand der damaligen „Christen„ durchgesetzt.
Für mich sind Christen die Rosinenpicker unter den Gottesanbetern. Das AT, die Grundlage ihres Glaubens erklären sie mitsamt dem damaligen Gottesbild zur Geschichte, mit der Trinität erklären sie den alten Gott zum Neuen, der alle negativen Eigenschaften seines Vater verneint und die Kommunikation übernimmt der heilige Geist. Natürlich ist die Kirche auch nicht „christlich“ sondern ein Konzern der ihre Religion missbraucht. Dass sie aber ohne diesen, heute unter Umständen gar keine Christen wären wird auch negiert. Die meiste Zeit blieben die Christen soweit es sie gab in Deckung um nun auf dem bequemen Kissen der Aufklärung all die Übel in der gottlosen Welt zu beklagen. Wo aber sind und waren sie denn als das Übel um sich griff? Hat ihr Konzept wenn man die Geschichte heranzieht je funktioniert? Was haben sie denn bisher so aussergewöhnliches geleistet um dem Anspruch ihrer Lehre gerecht zu werden?

Ein anderer Aspekt der vorgefertigten Religion(en) ist ihre Entwicklungsresistenz. Die gesamte „Schöpfung“ entwickelt sich inklusive der Mensch. Wir sind den Höhlen der Steinzeit entstiegen, haben das Rad erfunden, das Mittelalter überstanden, fliegen bald zum Mars und wer weiss wie rasant die Entwicklung noch weitergeht. Dies wird natürlich gerne mit einem "sich von Gott entfernen" verglichen, was aber nichts anderes bedeutet, dass man die „göttlichen“ Regeln (und nicht Gott) nicht mehr so Todernst nimmt wie früher. Man führe sich einfach mal die über 600 Gebote und Verbote der Juden zu Gemüte, dann versteht man was ich damit sagen will. Wie aber war es damals, als man Gott noch näher war und noch buchstabengetreu glaubte?

Ein dritter Punkt ist das vermittelte Gottesbild. Wenn ich den Begriff Schöpfer anschaue, dann wundere ich mich, wieso man von mir in diesem Zusammenhang ein solch untertäniges ja fast devotes Verhalten abverlangt. Angenommen ich hätte rein hypothetisch die Macht „Wesen“ zu erschaffen, warum in aller Welt sollte ich es mit so vielen Auflagen versehen und akribisch über die Verfehlungen wachen? Wie würde man solch ein Verhalten wohl psychologisch beurteilen? Göttliche Kompensation? Katzenfreunde werden meinen Punkt verstehen.

Wenn mich Gott aber aus Liebe erschaffen hat, dann liebt er mich aber diese Liebe ist nicht die menschliche, die Besitz ergreift, ständig Beweise braucht und bei Zurückweisung mit Hass antworten kann. Mein Gott und ich sind Freunde, in guten und in schlechten Zeiten, damit sind wir bisher gut gefahren. ;)

LG

Momentmal

PS: @rotwang gute Analyse :)
Momentmal
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