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Warum nicht Christ sein?

Moderator: bigbird

Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Naqual » Mo 25. Jan 2010, 19:56

Robby hat geschrieben:
Naqual hat geschrieben: Im jüdischen Monotheismus (aus meiner Sicht) verfolgt der Teufel andere Absichten als Gott, aber seine Wirkungsmöglichkeiten sind ausschließlich (!) im Rahmen des göttlich Zugelassenen. Alles andere würde von Gott ein Quentchen Macht abtrotzen. Hier ist der jüdische Glaube ABSOLUT konsequent. Wir nicht.


Und wo ist da denn der Unterschied? Alles was uns widerfährt ging durch die Hand Gottes. Das heisst aber nicht, dass Böses von Gott geschaffen ist! Das sind doch zwei Paar Schuhe.


Der christliche Monotheismus und der jüdische Monotheismus sind keine Gegensätze, wo das Denken sich gegenseitig ausschließen würde. Es sind unterschiedliche Perspektiven der Betrachtung. Stelle es Dir eher so vor, dass sich Frosch- und Vogelperspektive gut ergänzen können bei Beobachtung desselben.

Wahrheit48 hat einen guten Hinweis gegeben, dass auch die Worte wie "böse" und "gut" eine andere Bedeutung herhalten. Dem ist so und das liegt an der unterschiedlichen Perspektive.

Im Christentum wird eher gedacht: böse ist schlecht, unnütz und schädlich, dem steht das Gute gegenüber, nützlich und lehrsam. Hier haben wir eine Gegenüberstellung. Die Begriffe scheinen am anderen Ende der Skala angeordnet.

Im jüdischen Monotheismus wird eher so gedacht: egal, ob böse oder schlecht, beides dient zu Gott hin, sofern man es auch annimmt! Denn Gott hat einem beides gegeben, also beides hilft und nützt mir.
Hiob 2,10: Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?

Wir können Gott für alles danken, auch für das Böse. Denn das Böse ist nicht einfach das Gegenteil von Gut (wie die törichte Frau von Hiob meint), sondern auch dieses ist gottgegeben.

Der Jude Paulus sieht es m.E. genauso wie Hiob in dem von Dir zitierten Vers (jetzt von mir ergänzt):
Dazu nochmals Römer 8,28:
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge (Gute wie Böse) zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Wenn Du also in der Liebe Gottes bist und durch diese wirkst, dient Dir selbst das Böse. "Satan" (egal ob als Person oder Widergeist verstanden) ist hier eigentlich ein armer Wurm als Ankläger, da er jedesmal schwächer da steht, wenn jemand schlicht nur zu Gott hält. Gerade das Böse dient der Verherrlichung Gottes!

Wenn Jesus z.B. sagt, Liebe Deine Feinde so steht dies dem Sachverhalt gegenüber (nicht entgegen) seine Freunde zu lieben. Jesus meinte das Zweite machen sowieso alle, selbst die Gottlosen (!) Hier entsteht das Gute bei Erstem kraft Vorhandensein des Bösen (Feinde).
Gut und böse sind auf einmal in dieser Sicht keine Gegensätze, sondern aufeinander bezogen. Es nur die Frage, was wem dient zu Gott hin.

Satan hat genau so viel Macht, wie Gott sie ihm zugesteht. Der Ausgangspunkt des Bösen aber ist Satan. Ich vermag hier keinen Dualismus erkennen.


Die "andere Denke" ist nicht einfach zu erfassen, Robby. Im Satz oben ist schon eine Dualität: Gott ist gut und Teufel ist böse. Im "anderen Denken/Perspektive" ist es aber nicht so. Eher: Gott steht über gut und böse und nutzt beides. (Dabei bitte beachten, was Wahrheit48 schrieb: "böse" ist nicht mehr "bloß böse" - es wird anders verstanden!)

Persönliche würde ich empfehlen, die "eigene Denke" (stärker dual) auf keinen Fall aufzugeben, aber sie zu ERGÄNZEN um diesen weiteren Gesichtspunkt. Man kommt damit - gerade auch in der Beschäftigung mit dem biblischen Wort - auf Sachverhalte und Gedanken, die einem sonst nie offenbart worden wären.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon tiktak » Mo 25. Jan 2010, 21:30

Robby hat geschrieben:
Und wo ist da denn der Unterschied? Alles was uns widerfährt ging durch die Hand Gottes. Das heisst aber nicht, dass Böses von Gott geschaffen ist! Das sind doch zwei Paar Schuhe.

Darf ich fragen,wer in dem Fall UNS ist?
Meinst du nur Gläubige -oder alle Menschen damit?

Ich denke-dass gar nichts durch die Hand Gottes geht oder was mit nem Teufel zu tun hat,sondern so ist einfach das Leben,das Dinge passieren,egal ob nun Gläubige oder nicht Gläubige-und es gibt auch keine Prüfungen von Gott noch Versuchungen vom Teufel im realen Leben

Und das ist auch ein Grund,warum nicht Christ sein,weil man dann(als Christ) Dinge sieht,die gar nicht sind
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon pirate23 » Di 26. Jan 2010, 15:52

Naqual hat geschrieben:Im jüdischen Monotheismus (aus meiner Sicht) verfolgt der Teufel andere Absichten als Gott, aber seine Wirkungsmöglichkeiten sind ausschließlich (!) im Rahmen des göttlich Zugelassenen.

Wobei ich mich frage, wieso man diesen Satan im Christentum nicht einfach als eine weitere Person des Gottes betrachtet, der dann neben Jesus und dem heiligem Pneuma eben aus vier Persönlichkeiten bestehen würde... Immerhin lässt sich sogar durch die Bibel belegen, dass Jahwe gelegentlich selbst die Rolle eines "Satan" einnimmt:

- "Ich will ausgehen und will ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten." 1Kön22:22

- "wieder entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel. Und er reizte David gegen sie auf zu sagen: Geh hin, zähle Israel und Juda!" 2Sam24:1 vs. "Und Satan stellte sich gegen Israel und reizte David, Israel zu zählen." 1Chr21:5

- "Ihr seid von dem Vater, dem Widerwirker, und wollt nach den Begierden eures Vaters handeln" Joh8:44

- "Deshalb wird Gott ihnen eine Wirksamkeit des Irrtums senden, damit sie der Lüge glauben" 2Thes2:11

Eher: Gott steht über gut und böse und nutzt beides

Dann wäre ein extra "Satan" gar nicht nötig, weil Gott alles "Böse" auch einfach persönlich tun könnte, sobald er das für angebracht hält... Aber offenbar dient "satan" in der Bibel ganz einfach als Funktionsbezeichnung für jeden, der aus irgendwelchen Gründen gerade von der Mehrheitsmeinung abweicht.


tiktak hat geschrieben:Und das ist auch ein Grund,warum nicht Christ sein,weil man dann(als Christ) Dinge sieht,die gar nicht sind

Das allein wäre nicht das Problem - wenn sie dabei wenigstens ehrlich und konsequent wären, statt in der Praxis nur mit nichtssagenden Floskeln um sich zu werfen, um sich völlig unverdient als irgendwas Besonderes darzustellen.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Naqual » Di 26. Jan 2010, 16:57

pirate23 hat geschrieben:Wobei ich mich frage, wieso man diesen Satan im Christentum nicht einfach als eine weitere Person des Gottes betrachtet, der dann neben Jesus und dem heiligem Pneuma eben aus vier Persönlichkeiten bestehen würde... Immerhin lässt sich sogar durch die Bibel belegen, dass Jahwe gelegentlich selbst die Rolle eines "Satan" einnimmt:


Im übrigen sogar in der biblischen Symbolik. Jesus wird ja mit einer Schlange verglichen (Kreuz mit dem erhöhten Jesus i. Vgl. Mose, der eine Schlange erhöhte, und wer auf sie blickte, wurde vom Schlangengift errettet).

Man hätte - Bibelstellen findet man immer, wie die Trinitätsentwicklung darlegte - tatsächlich mit gleichem exegetischen Niveau auch eine Quatrotät oder ein Pentagon draus machen können.

Der interessantere Punkt liegt aber im Verständnis und in der Wechselwirkung von gut und böse. Diese könnte man tatsächlich über ein monistisches Denken in eine Person harmonisch integrieren. Aber nur mit dieser Denke. Und hier ist das Problem. Also Dein "magisches Viereck" von Gottheiten konnte schon alleine aus diesem Grund nicht geschaffen werden. Die Marketingvoraussetzungen waren früher nicht gegeben, naja, in Bezug auf das monisitische Denken, sicherlich heute auch noch nicht mit der großen Breitenwirkung am Nachfragemarkt. :mrgreen:
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Savonlinna » Fr 29. Jan 2010, 12:42

Hallo Robby,


Robby hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Das gehörte aber dann nicht in diesen Thread. Hier geht es um die Frage: "Warum nicht Christ sein?" Und die Antwort der meisten ist: Weil das Christentum den Leuten Angst vor der Hölle macht und darum vor allen Kinderseelen ein für allemal verstört und zerstört.


Du hast festgestellt, dass Pilgrim und ich alles besser wissten, als die anderen Millionen von Christen und uns daher über sie erheben würden.


Mein Punkt war ein anderer:
Wenn jemand sagt: "Gott sagt..." , und er zitiert die Bibel - dann vergisst er dazu zu sagen: "so, wie ich diesen Text verstehe".

Diejenigen, die dann trotzdem darauf beharren, dass sie absolut so den Bibeltext verstehen, "wie ihn Gott gemeint hat", lassen außer Acht, dass es über jedes Evangelium wer weiß wie viele Auslegungen gibt, allein von Theologien. Diese Auslegungen widerpsrechen sich. Schon darum, weil der hebräische oder griechische Urtext nicht eindeutig ist.

Kein Mensch dieser Erde weiß, "was Gott gemeint hat." Theologen würden das bestätigen. Sie sind bescheiden genug, sich ihrer menschlichen Irrfähigkeit bewusst zu sein. Ich pauschalisiere jetzt ein wenig. Aber je mehr man sich in die faszinierende Welt des Urchristentums hineinarbeitet, die damalige Zeit zu verstehen sucht, deren Denken versucht zu rekonstruieren - desto leiser und bescheidener wird man bezüglich der eigenen Möglichkeit, zu wissen, was genau in den überlieferten Jesusworten zur Sprache kam.

Das war der Punkt gewesen, um den es mir ging.
Die Frage nach der Hölle - da bin ich erst reingerutscht in dem Dialog mit Dir. Weil ich Dir versuchte ein Gefühl dafür zu vermitteln, warum viele eben nicht Christ sein wollen oder können. Oder es nicht mehr können.

Ich denke, wenn man diese Menschen, die aus dem Christentum entweder ausgestiegen sind oder dieses ihnen nie plausibel wurde, verstehen möchte - und ich glaube schon, dass christliche Gruppierungen sich um dieses Verständnis bemühen -, dann ist dieser Punkt "Hölle" zentral.
Nichts anderes wollte ich sagen. Eine Diskussion über die Hölle selber wollte ich hier nicht anzetteln.


Robby hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Dass man manches nicht intellektuell lesen kann, weiß ich.
Aber wenn ich aus dem, was ich nur auf Grund meiner Emotionlaität lese, eine Lehre schmieden möchte, auf deren Basis ich andere Menschen, gar "die" Menschheit, verändern oder beurteilen will, dann reicht die persönliche Emotionalität nicht im Ansatz.

Das Lesen der Bibel meine ich nicht emotional bezogen. Sondern durch den Heiligen Geist. Dies kann auch Emotionen bedeuten, in erster Linie aber geschenkte Erkenntnis, ein "Schuppen von den Augen fallen".


Das "Schuppen von den Augen fallen" kenne ich auch. Und wie. Es kann wie ein Blitz einschlagen, es kann einen völlig verändern, und man hat das Gefühl, dass kein Molekül mehr auf dem anderen geblileben ist. Es ist "geschenkte Erkenntnis", ja.
Mit welchem "label" wir diese geschenkte Erkenntnis versehen, das ist dann nur eine äußere Sache. Ich denke, in allen Kulturen der Welt gibt es das, was Du beschreibst. Wir Menschen sind so strukturiert, so geschaffen, dass uns dies geschehen kann, und es kann das ganze Leben verändern. Und es wird oft auch als "Führung" wahrgenommen.

Aber daraus folgt nicht, dass das, was einen selber so erschüttert hat, für den anderen auch erschütternd ist. Es hängt immer mit der Person zusammen - wie diese bisher gelebt hat, welche Erfahrungen sie hat und wie sie gebaut ist.

Darum denke ich ja, dass das, was die Menschen oft erschüttert, verschiedene Namen trägt, aber vom Wesensgehalt her das Gleiche ist.
Nur geschieht es nicht allen Menschen, das stimmt auch wieder. Denen kann man sich aber nicht mitteilen. Es können nur die verstehen, die es erlebt haben. Wo auf dieser Erde sie es erlebt haben, das ist da nicht wichtig. Verstehen tun sie sich dennoch, und müssen nicht viel Worte machen.


Das "alleine" hast Du hineingemogelt. Das habe ich nicht geschrieben und nicht gemeint.

Das ist nicht gemogelt, sondern ergänzt durch mich, um den Sinn meiner Aussage klarzumachen.


Huch? Du hast es in meine Aussage hineingemogelt. Und dadurch wurde meine Aussage verändert.
Aber egal. Ich pass da schon auf. ;)


Verstehst Du, Robby: weil so viele Christen es nötig haben, klammheimlich etwas hineinzumogeln, was gar nicht gesagt wurde, glaube ich ohnehin nicht an ihre Redlichkeit. Und wer mit Redlichkeit seine Sicht nicht vertreten kann, sondern immer zu Tricks greifen muss - dessen Lehre ist eben nicht wahrhaftig.

Ich sehe keine Tricks, die angewendet werden. Im Gegenteil gibt es durchaus Fragen, die ich auch guten Gewissens unbeantwortet lasse. Die Erkenntnis der Christen ist Stückwerk auf dieser Erde, also kann ein Christ nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Zumindest nicht eine vollkommene.


Der Trick bestand darin, dass Du meine Aussage verändert hast. Aber vielleicht hast Du es nicht mit Absicht getan.

Aber ich freue mich, dass Du das mit dem Stückwerk sagst. Denn so könnte man dann doch eine Brücke bauen. Und es muss nicht immer behauptet werden: "Gott sagt". Sondern: "So, wie ich den Text im Moment verstehe".

Denn dann könnten wir friedlich miteinander in den Text gucken, und jeder schaut, wie er ihn versteht. Und dann tauscht man sich aus.
Aber jeder will Recht haben und rückt kein Jota davon ab, dass ihm allein die Gabe gegeben ist, diesen Bibeltext komplett richtig zu erfassen.
Und damit vergrault man alle wohlmeinenden Nichtchristen.

Das, um es noch einmal zu sagen, erwähne ich nur, damit die Christen dieses Forums besser nachvollziehen können, weshalb man sich oft abwendet.


Woher willst Du wissen, dass nicht gerade ich "den heiligen Geist" habe? Nur weil ich es heftig ablehne, mich als "Christ" zu etikettieren?

Eben, Etikette ist nicht das Entscheidende sondern Herzenshaltung. Ich vermag nicht in dein Herz zu schauen, kann nur deine Aussagen hier beurteilen. Mehr nicht und das reicht nun mal nicht.


Ja, wir können immer nur Aussagen beurteilen. Oder auch lernen, darauf zu verzichten, dass wir beurteilen.

Auch in dem Punkt, was die "Wahrheit", ausgedrückt in Worten, ist. Selbst wenn es eine einzige Wahrheit gäbe, würde sie in jeder Kultur unterschiedlich formuliert werden. Es hängt so sehr allein mit dem Satzbau zusammen, den die Sprache zur Verfügung stellt. Ich beherrsche leider nur eine einzige Sprache neben dem Deutschen leidlich gut und konnte mich darin früher einmal fließend ausdrücken. Und da habe ich es durch und durch begriffen: meine Empfindungen waren deutsch. Meine Muttersprache hat meine Empfindungen, mein Denken, meine Ansichten und Wahrheiten geprägt.

In diese andere Sprache konnte ich sie nicht transportieren. Dort gab es einen anderen Wortschatz, eine andere Satzstruktur. Als ich anfing, in dieser Sprache zu denken, veränderten sich auch meine Wahrheiten.

Und das war sogar noch eine germanische Sprache. Wie muss es nicht erst in einer hebräischen Sprache sein, auf die das Germanische nie Einfluss nahm.


Glaubst du denn, dass du den Heiligen Geist in dir hast?
Wenn ja, warum?


Ich kann schon mit dem Wort "haben" in diesem Zusammenhang nichts anfangen, Robby. Ich bin ein Sprachmensch. Ich bin mir ständig dessen bewusst, dass die Sprache innere Erkenntnisse nicht im Ansatz richtig wieder gibt. Wie kann man etwas Unsichtbares "haben"?
Und was bedeutet "heilig"? "Heilig" ist ein germanisches Wort, hängt mit dem Wort "heil", "ganz" zusammen. Und was genau ist "Geist"?

Ich kann einfach so mit der Sprache nicht umgehen.
Ich habe nur versucht, mich in Dich oder die Rede vom heiligen Geist einzufühlen, wenn hier im Forum davon gesprochen wird.
Und nur in diesem Zusammenhang habe ich gesagt: wenn an einen lebendigen Gott geglaubt wird, dann kann er duch uns alle sprechen. Es kommt immer darauf an, wie man den anderen hört. Und ob man ihn respektiert als Menschen, der integer ist und versucht, irgendwie mitzuteilen, was er als Stückwerk verstanden hat.


Eine wirklich Frohe Botschaft kommt vollkommen ohne Hölle aus. Und wer ohne sie nicht auskommt, hat keine frohe Botschaft.

Das ist irrelevant. Entscheidend ist, was Gott uns in der Bibel dazu sagt.


Siehst Du? Genau das sagte ich. Was "Gott" in der Bibel sagt, darüber gibt es hunderte von verschiedenen Meinungen.
Da ja schon alleine darüber keine Einigkeit besteht, dass die Bibel unfehlbar ist.


Egal. Woher willst Du wissen, dass nicht Menschen wie ich oder andere nicht von "Gott" bestellt wurden, um euch vor einem verheeerenden Irrtum zu warnen?

Für Korrekturen offen sein, und damit ins Gebet gehen ist eine Voraussetzung für das geistliche Wachstum. Wer und wie die Korrektur auf mich zukommt ist nicht mal entscheidend. Ich habe auch von Nichtchristen schon viel gelernt. Durch den Heiligen Geist, der mir die Augen geöffnet hat.


Und ich lerne ebenfalls von Christen.


Wenn es eine Strafe überhaupt gibt, dann ist es der Schmerz der Reue: Wenn einem die Augen darüber geöffnet werden, was man Menschen angetan hat

Für die einen wird es aber für eine Umkehr zu spät sein.


Nein, Robby. Die Uhr ist eine Erfindung dieser unserer Welt. Das Ticken der Uhr hört mit dem Leben auf, und danch gibt es kein "zu spät" oder "zu früh" oder "gerade rechtzeitig". Die Zeit gibt es nur hier bei uns. Danach kommen wir nie wieder irgendwo zu spät. :)
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.

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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon Vagabundus » Fr 29. Jan 2010, 14:08

Savonlinna:
Mein Punkt war ein anderer:
Wenn jemand sagt: "Gott sagt..." , und er zitiert die Bibel - dann vergisst er dazu zu sagen: "so, wie ich diesen Text verstehe".

Diejenigen, die dann trotzdem darauf beharren, dass sie absolut so den Bibeltext verstehen, "wie ihn Gott gemeint hat", lassen außer Acht, dass es über jedes Evangelium wer weiß wie viele Auslegungen gibt, allein von Theologien. Diese Auslegungen widerpsrechen sich. Schon darum, weil der hebräische oder griechische Urtext nicht eindeutig ist.


Das ist der Punkt. Wir brauchen wieder mehr kluge Köpfe, die UNVOREINGENOMMEN Theologie studieren und sich mit der Schrift auseinandersetzen und im Wissen um die Möglichkeit von Fehlinterpretation eine Auslegung wagen. Viele Christen gerade in Freikirchen die sich hinstellen meinen dass sie durch lautes Schreien den fehlenden Intellekt kompensieren können, und durch psychischen Druck ihre "frohe Botschaft" verkünden können.

Savonlinna:
Das war der Punkt gewesen, um den es mir ging.
Die Frage nach der Hölle - da bin ich erst reingerutscht in dem Dialog mit Dir. Weil ich Dir versuchte ein Gefühl dafür zu vermitteln, warum viele eben nicht Christ sein wollen oder können. Oder es nicht mehr können.

Ich denke, wenn man diese Menschen, die aus dem Christentum entweder ausgestiegen sind oder dieses ihnen nie plausibel wurde, verstehen möchte - und ich glaube schon, dass christliche Gruppierungen sich um dieses Verständnis bemühen -, dann ist dieser Punkt "Hölle" zentral.
Nichts anderes wollte ich sagen. Eine Diskussion über die Hölle selber wollte ich hier nicht anzetteln.

Die Hölle ist einer von VIELEN Punkten, warum sich viele Christen abwenden. Oftmals sind es auch ganz pragmatische Punkte wie Kirchensteuer etc.,oder alte verstaubte Traditionen. Ich denke gerade dass es oftmals in Kirchen und christlichen Gruppierungen fehlt, den Menschen viele Fragen die sie wirklich beschäftigen, ernsthaft zu beamtworten.Stattdessen wird das Programm schablonenhaft abgespult. Es mag viele positive Ausnahmen geben, Priester und Christen die sich ernsthaft auch mal unangenehmen Fragen stellen oder Bibelstellen infrage stellen, und Dogmen. Viele Menschen fragen sich: "Warum gibt es so fürchterliche Erdbeben wie in Haiti ?". Wnnn man dann mit einer frohen Botschaft und Tralala jede Woche abgespeist wird, oder erlebt wie Christen dafür beten, dass ihr Sohn nächste Woche eine gute Note im Diktat schreibt, fühlt man sich mit seinen Fragen nicht ernstgenommen, und lapidare Antworten wie "Gottes Wege sind unergründbar" sind oftmals unbefriedigend. Die Folge: man wendet sich ab.

Das "Schuppen von den Augen fallen" kenne ich auch. Und wie. Es kann wie ein Blitz einschlagen, es kann einen völlig verändern, und man hat das Gefühl, dass kein Molekül mehr auf dem anderen geblileben ist. Es ist "geschenkte Erkenntnis", ja.
Mit welchem "label" wir diese geschenkte Erkenntnis versehen, das ist dann nur eine äußere Sache. Ich denke, in allen Kulturen der Welt gibt es das, was Du beschreibst. Wir Menschen sind so strukturiert, so geschaffen, dass uns dies geschehen kann, und es kann das ganze Leben verändern. Und es wird oft auch als "Führung" wahrgenommen.

Aber daraus folgt nicht, dass das, was einen selber so erschüttert hat, für den anderen auch erschütternd ist. Es hängt immer mit der Person zusammen - wie diese bisher gelebt hat, welche Erfahrungen sie hat und wie sie gebaut ist.

Darum denke ich ja, dass das, was die Menschen oft erschüttert, verschiedene Namen trägt, aber vom Wesensgehalt her das Gleiche ist.
Nur geschieht es nicht allen Menschen, das stimmt auch wieder. Denen kann man sich aber nicht mitteilen. Es können nur die verstehen, die es erlebt haben. Wo auf dieser Erde sie es erlebt haben, das ist da nicht wichtig. Verstehen tun sie sich dennoch, und müssen nicht viel Worte machen.


Erfahrungen muss jeder selber machen. Hier fehlt es manchen Christen einfach an Charakter: Sie meinen, sie müssen ihre Doktrin anderen überstülpen, und akzeptieren es nicht dass jemand ungläubig ist, der einfach nie die Erfahrungen machen kann mit Gott oder Jesus bzw. sogar den Christen. Wie soll jemand Jesus nachfolgen, der ihn nicht erfährt ? Ihn dann zu verdammen oder unter Druck zu setzten führt dazu, dass er das Christentum verteufelt. In diesem Fall sogar zurecht. Oftmals wenden sich Menschen ab, die einfach nicht mehr mit ihren persönlichen Erfahrungen ernstgenommen werden. Die verurteilt werden, weil sie Erfahrungen machen, die einer gewissen Domination und Lehre widersprechen, in der sie leben, man vergrault sie, statt sie ernst zu nehmen. Auch hier gibt es löbliche Ausnahmen,leider zu wenige.

Savonlinna:
Verstehst Du, Robby: weil so viele Christen es nötig haben, klammheimlich etwas hineinzumogeln, was gar nicht gesagt wurde, glaube ich ohnehin nicht an ihre Redlichkeit. Und wer mit Redlichkeit seine Sicht nicht vertreten kann, sondern immer zu Tricks greifen muss - dessen Lehre ist eben nicht wahrhaftig.


Es gibt Menschen, die sich eben vergackeiert vorkommen, wenn man ihnen erzählt z.B. die Bibel ist unefehlbar und sie darin dann haufenweise Widersprüche (was unbestritten und leicht belegbar ist) finden. Statt ihnen zuzugestehen, dass sie eben einiges aus der Bibel für Müll halten, vergrault man sie, und verkauft sie für dumm. Viele Menschen wollen eben nicht für dumm verkauft werden. Die Unfehlbarkeit der Bibel und Kirche ist schlichtweg ein für dumm verkaufen. Viele Menschen möchten selbständig denken, und das lässt man sie in vielen christlichen Gruppierungen nicht. Die Folge: Sie wenden sich frustiert ab und halten Christen für dumm. Kann man es ihnen verübeln nach solchen krassen Erfahrungen ? Wer sachlich argumumentiert und für andere Argumente offen ist, wird ernst genommen, auch als Christ.

Denn dann könnten wir friedlich miteinander in den Text gucken, und jeder schaut, wie er ihn versteht. Und dann tauscht man sich aus.
Aber jeder will Recht haben und rückt kein Jota davon ab, dass ihm allein die Gabe gegeben ist, diesen Bibeltext komplett richtig zu erfassen.
Und damit vergrault man alle wohlmeinenden Nichtchristen.

So sollte eigentlich auch Christentum gelebt werden, dass sich jeder seine eigene Meinung zu Bibelstellen bilden kann. Und auch mal sagen kann, dass er diese Bibelstelle für engstirniges dummes Menschenwerk hält, z.B. wenn Abraham seinen Sohn opfern will, dass er es für Schizophrenie von Abraham hält und nicht für Gottes Befehl. Meistens wird bei solchen Meinungen gleich aufgeschrien und verteufelt. Da kann man sich nur noch abwenden, wenn man von seiner Gruppierung beschimpft wird aufgrund seiner Meinung.

Savonlinna:
Woher willst Du wissen, dass nicht gerade ich "den heiligen Geist" habe? Nur weil ich es heftig ablehne, mich als "Christ" zu etikettieren?
Eben, Etikette ist nicht das Entscheidende sondern Herzenshaltung. Ich vermag nicht in dein Herz zu schauen, kann nur deine Aussagen hier beurteilen. Mehr nicht und das reicht nun mal nicht.

Ich denke Gott alleine vermag zu urteilen, wer in seinem Geiste lebt. Aber Menschen geben sich gerne Etiketten. Darauf kommt es Gott sicher nicht an, leider aber vielen Menschen, die sehr oberflächlich sind. Leider gibt es auch christliche Dominationen, wo es nur auf die Etikette aufkommt. Tiefgründige Menschen finden dort kein zuhause.


Savonlinna:
Eine wirklich Frohe Botschaft kommt vollkommen ohne Hölle aus. Und wer ohne sie nicht auskommt, hat keine frohe Botschaft.

Jepp, eine frohe Boptschaft kommt ohne Hölle aus. Ein Christentum,das eine Hölle braucht, ist für viele gottseidank verzichtbar. So auch für mich. Dennoch fühle ich mich auch als Christ. Denn es ist beeindruckend wie sehr Jesus die Menschen liebte. Da passt eine Hölle gar nicht mehr dazu. Wer dann noch die Hölle braucht, soll eben nicht mehr von einer frohen Botschaft reden, sondern einer miesen Botschaft. dann wäre er wenigstens ehrlich und ein stückweit glaubwürdiger, wenn auch nicht symphatisch.

Siehst Du? Genau das sagte ich. Was "Gott" in der Bibel sagt, darüber gibt es hunderte von verschiedenen Meinungen.
Da ja schon alleine darüber keine Einigkeit besteht, dass die Bibel unfehlbar ist.

Da die Bibel grundsätzlich verschiedene Meinungen zulässt und unterstützt, dann macht es doch Sinn, die positivste davon rauszufiltern. Leider stützten sich viele Christen auf den größten Mist und lassen das Gute ausen vor. So bei der Hölle. Und wenn dann jemand kommt, der sich das Gute rauspickt, wird er vergrault. Viele haben auf diese Miesmacher einfach keinen Bock. Viele haben einfach keinen Bock an eine Hölle zu glauben, und dann rumzuheucheln wie lieb doch Jesus ist. Denn es passt nunmal nicht zusammen. Und stützen sie sich dann auf die Nächstenliebe und glauben nicht an die Hölle, werden sie vergrault. So hat man auch mich vergrault, aber trotzdem fühle ich mich noch als Christ, der eben nicht an eine Hölle glaubt. Dass lasse ich mir nicht von Miesmachern und Fanatikern unter den Christen schlechtreden.Es gibt auch weltoffende liebende Christen die eine frohe Botschaft glauben und predigen. Das macht mir Mut

Und ich lerne ebenfalls von Christen.

Ich denke die Christen leben sowohl viel Gutes wie auch Schlechtes vor. Es kommt auf die Gruppierung bzw. Individuen an. Da kann man zweifellos daraus lernen.


Savonlinna:
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon pirate23 » Fr 29. Jan 2010, 16:46

Vagabundus hat geschrieben:Ich denke gerade dass es oftmals in Kirchen und christlichen Gruppierungen fehlt, den Menschen viele Fragen die sie wirklich beschäftigen, ernsthaft zu beamtworten.Stattdessen wird das Programm schablonenhaft abgespult.

Offenbar ist es sehr anstrengend, von diesem Jesus auch nur eine einzige konkrete Antwort zu erhalten, sogar wenn man eine "persönliche Beziehung" mit ihm führt. Lustigerweise wird aber gleichzeitig den Andersgläubigen vorgeworfen, sie würden Gott "nicht kennen".

Sie meinen, sie müssen ihre Doktrin anderen überstülpen, und akzeptieren es nicht dass jemand ungläubig ist

Das ist nur Tarnung. In Wirklichkeit akzeptieren sie nicht, dass sie es trotz ihrer tollen Werkzeuge und Erfahrungen einfach nicht schaffen, andere Menschen von sich zu überzeugen. Sie fühlen sich schlecht, weil sie mal wieder unfähig waren den göttlichen Missionsauftrag zu erfüllen.
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Re: Warum nicht Christ sein?

Beitragvon tiktak » Sa 30. Jan 2010, 05:00

Savonlinna:
Wenn es eine Strafe überhaupt gibt, dann ist es der Schmerz der Reue: Wenn einem die Augen darüber geöffnet werden, was man Menschen angetan hat

Genau diesen Gedanken hatte ich erst unlängst,weil ich zum Beispiel an Menschen wie Hitler oder den grausamen Tierschänder dachte,ob es für diese nicht ein "Höllen-erlebniss"wäre,wenn ihnen bewusst wird,was sie angerichtet haben,emotional wie auch geistig bewusst...was habe ich nur getan-wie kann ich das nur wieder gut machen.....es tut mir entsetzlich leid,was ich andren angetan habe...OH Gott bitte vergib mir-vergib mir.......

Ich kenne das-habe das psychisch, als auch emotional durch gemacht,nach dem mir bewusst wurde,was ich getan habe-es ging auch Revue passierend durch meine Seele-es tat weh,es tat mir unendlich leid und ich wünschte so sehr,dies wieder gut machen zu können,aber gewisse Dinge kann man nicht mehr rückgängig/gut machen-man kann eine Person um Vergebung bitten,einen materiellen Schaden wieder gut machen(wenn möglich)..und man wendet sich an Gott, und bittet ihn,einem zu vergeben,als auch darum, einem mit Liebe zu erfüllen,dass man sowas nicht mehr tut!
Das letztere-ich weiss nicht-aber mittlerweile bezweifle ich es,dass man so mit Liebe erfüllt sein kann,niemanden mehr Schaden zu zufügen-möglich,dass es solche Menschen gibt,ich gehöre nicht dazu,immer wieder passiert es mir,dass ich es doch tue,mich danach wieder sau elend fühle,zornig auf mich selber,dass ich es tat,um mir dann wieder die Frage stelle,warum tu ich es?
Vielleicht hat Piratchen da doch einfach recht damit,dass wir auf Impulse (spontan)emotional reagieren-oder eben egoistisch/natürlich reagieren,und nach dem uns bewusst wird,das wir falsch gehandelt haben,dann wieder die Reue kommt und ich denk,dass es doch normal ist,das wir so sind,sagte eben Jesus wir sollen immer wieder vergeben,wie auch uns vergeben wird,weil wir dem natürlichen Trieb in uns(dem tierischen,fleischlichen Trieb) unterliegen und Paulus sagt:

18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
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