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Demut

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Moderator: kingschild

Demut

Beitragvon Matoser » Sa 11. Apr 2009, 13:14

Hallo,
ich möchte mit euch über Demut schreiben und mein vermutlich jahrelanges falsches Verständnis davon. Ich habe ein schlechtes Ausdrucksvermögen aber versuche es so klar wie möglich darzustellen ;)

Als kleines Kind war ich ein "Raudi", frech, etwas wild usw. ich kann mich nicht mehr genau erinnern, allerdings war ich da sehr jung ca. 5- 7 Jahre war ich alt, dann kam eine Zeit in der ich Gott sehr "ernst" nahm und ich auch Mitleid mit vielen Leuten bekam, irgendwie ne 180 Grad Wendung machte und demütig wurde.

Ich war Katholik und mir war das mit der Sündenvergebung nicht klar, ich wollte immer alles lieb, nett und gut machen um ja keine Sünde zu tun.
Durch diese demütige Einstellung wurde ich schüchtern und mein Selbstvertrauen und Selbstwert stürzte in den Keller.
Ich dachte, wenn ich immer lieb und nett bin, dann kommt mir automatisch alles Gute zu ... .von Gott....(Heute, denke ich dass das Quatsch war, man muss sich selbst um sein Leben kümmern, und nicht Gott herrscht auf der Erde sondern naja ihr wisst schon. Dem Gerechten gehts genauso oder schlimmer wie dem Übeltäter oder respektlosen Leuten)

Durch meine demütige Art (halt auch die andre Wange hin...) wurde ich in der Schule Opfer von Mobbing, in meiner ganzen Jugend ab 10 Jahre aufwärts.
Ich hatte einen sowas wie einen "Opferglaubenssatz", dass heißt ich zog praktisch meine Täter an, war ich also mit "Schuld" daran, das sie jetzt sündigten?(Mobbing?)

Z.B. Durch dieses Machtvakuum kam dann z.B. auch die Situation, dass ich geschlagen wurde und die andern Schüler sagten: Schlag mich, wehr dich!
Ich: Nein ich schlage niemanden!

Als ich es mal gar nicht verstand und mich ein besonders mieser Mitschüler ständig fertig machte, sagte ich sogar sowas wie: "Was bist du für ein schlechter Christ" ( er log mich an, andere über mich belog er, trat mich hinterrücks usw. echt übler Typ, der hasste mich obwohl ich ihm nie was tat). Das bereue ich wirklich, aber in der damaligen Situation dachte ich, das sind doch hier alle Christen, Katholiken, wieso sind die nur so schei...e zu mir? Was hab ich denen getan.

Heute bin ich 21 und selbstbewusster, arbeitete an meinen Glaubenssätzen und mit Demut kann ich heute nichts mehr anfangen, wieso wird das in der Bibel gepriesen?
Wie seht ihr das?
Matoser
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Re: Demut

Beitragvon kingschild » Sa 11. Apr 2009, 19:02

Matoser hat geschrieben:
Heute bin ich 21 und selbstbewusster, arbeitete an meinen Glaubenssätzen und mit Demut kann ich heute nichts mehr anfangen, wieso wird das in der Bibel gepriesen?
Wie seht ihr das?


Hallo Matoser

Gott hat nirgendwo gesagt das wenn wir Ihm nachfolgen nicht leiden müssen. Vieles was Du in jungen Jahren erleiden musstest hat vielleicht auch damit zu tun das Du lange ausgeschlossen hast das Selbstbewusstsein und Demut durchaus auch zusammen gehören können.

Jak 4:6 Und gibt reichlich Gnade, sintemal die Schrift sagt: GOtt widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Wenn uns aber bewusst wird das ein anderer für uns Kämpft, dann können wir mit viel Selbstbewusstsein sagen: Der in mir lebt ist stärker als der in der Welt. Mit dieser Kampfrüstung kann man durchaus auch Selbstbewusst auf Mobbing und anderes reagieren. Die Demut ist deshalb so wichtig weil ein Stolzer Mensch die Gnade Gottes nicht finden wird. Wenn Du erkennst das Du nicht gegen Fleisch und Blut zu kämpfen hast wirst Du den Sieg davon tragen und Deine Feinde segnen können so das durch dieses ein Segen entsteht für Dich und Deine Feinde.

Wer nicht demütig ist wird von Gott nichts annehmen können auch keine Belehrung von Gott selbst oder von anderen Glaubensgeschwistern.

Die andere Backe hinhalten weil Gott Dir die Kraft schenkt ist nicht daselbe wie wenn man es aus eigener Stärke versucht. Demütig sollst Du Gott gegenüber sein und gegen über Deinen Mitmenschen mit Respekt und bescheidenheit und Liebe reagieren. Das Unrecht sollst Du aber sogar mit der Waffenrüstung Gottes bekämpfen und dort sollst Du Dir sogar bewusst werden das Du mit Gottes Hilfe als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wirst.

Aber wie gesagt nicht gegen Fleisch und Blut haben wir zu kämpfen und zurückschlagen mit geistigen Waffen wird denn Feind in die Flucht schlagen. Wiederstehet dem Teufel so flieht er von euch aber dazu brauchen wir die Waffenrüstung Gottes.

God bless
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Re: Demut

Beitragvon Schoham » So 19. Apr 2009, 06:15

Hoi Matoser

Wenn Du jetzt zurückschaust auf Deine Kindheit - Dein Leben - wolltest Du das es anders verlaufen wäre? Du gleiches mit gleichem vergolten oder sogar noch mehr Unrecht verübt hättest als jene die Dich plagten? Ist es nicht so - das man manchmal wenn man zurückgibt jenen die einem Unrecht tun - noch was drauf gibt so das man noch schlimmeres tut als einem getan wurde?

Der Herr Jesus fordert uns auf von Ihm zu lernen. Ihm dem Demütigen und von Herzen Sanftmütigen. Lernen tun wir am Besten wenn wir Ihn ganz in uns aufnehmen. Uns ganz mit Seiner Gegenwart füllen. Dann werden wir Seinem Leben Teilhaftig. Dann wird Seine Demut die unsrige. Es ist dann Seine Gnade an uns und nicht unser Werk.

Die Gnade Gottes an uns macht - das wir fähig werden auf unser Recht freiwillig zu verzichten. Und im Recht wären wir durch unser Auge um Auge und Zahn um Zahn verhalten. Vergelten wir gleiches mit gleichem so mag das uns für den Moment befriedigen. Tun wir Gottes Willen dann dürfen wir Seinen Frieden haben der höher ist als alles andere.
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Re: Demut

Beitragvon Matoser » Mi 22. Apr 2009, 20:59

Danke für eure Antworten,

es ist ja nicht so dass ich Rache oder so will, ich hab ihnen verziehn viele grüße ich heute wieder mit ein paar gehe ich sogar manchmal am wochenende weg, ich hab ihnen verziehn.

Ich glaube aber jetzt eingesehn zu haben, dass ich Demut nicht vor anderen Leuten haben soll, sondern vor Gott. Denn der Hochmut schmälert den glauben an einen allmächtigen Gott. Z.B. wie im wissenschaftlichen Hochmut, deren Angehörige teilweise denken, durch Wissenschaft bräuchte man keinen Gott....

Auch bei der Selbstaufgabe ist es ja nicht so, dass man sich selbst aufgibt sondern sich so gegenüber anderen "sinnvoll" verhält. Also halt denen hilft, die Hilfe natürlich brauchen und nicht jedem nett und höflich nachrennen, dadurch "erzieht" man ja auch andere zur Unselbstständigkeit.

Ich denke ich hatte mich selbst nicht geachtet, mich nicht "geliebt". Ich kann anderen nur helfen, wenn ich "stark" bin, also selbst keine Hilfe brauche und mich selbst liebe, dann kann ich auch andere Lieben, genauso.
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Re: Demut

Beitragvon Schoham » Mi 22. Apr 2009, 21:09

Matoser hat geschrieben:Ich glaube aber jetzt eingesehn zu haben, dass ich Demut nicht vor anderen Leuten haben soll, sondern vor Gott.


Wie denkst Du das sich Deine Demut vor Gott in Deinem Leben äussert?
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Re: Demut

Beitragvon Enggi » Sa 25. Apr 2009, 09:55

Demut ist die Fähigkeit, zornlos einzustecken. Sanftmut ist die Fähigkeit zornlos auszuteilen.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
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Re: Demut

Beitragvon Matoser » So 26. Apr 2009, 20:24

Wie äußert sich meine Demut vor Gott in meinem Leben?

Nunja, einmal im Glauben. Darin, dass ich weiß nie alles wissen zu können (vor allem über die Schöpfung) und Fehler mache, sündige, ohne Gott es keine Hoffnung nach meinem Leben gibt, ich auf seine Gnade angewiesen bin.

Das sind Dinge, die "Hochmütige" vom Glauben abhalten
Beispiele: 1.Wissenschaftler oder Akademiker, die ihre Hoffnung nur auf die Erkenntnisse der Menschen setzen und dabei meinen es gibt keinen Gott und dabei die fantastische Schöpfung vor ihrer Nase haben.

2. Leute, die nicht "kritikfähig sind" und nicht wirklich begreifen, dass auch sie Fehler machen, sie kennen zwar den Spruch "Jeder macht Fehler" allerdings benutzen sie den Spruch um sich vor der Reue zu drücken oder um wie es heißt "den Schein der Frömmigkeit aufrechterhalten aber ihre Kraft verleugnen"

Was dazu führt, dass sich bestimmte Leute als sündlos oder so gut wie sündlos halten.
3. Dann führt "keine Demut vor Gott" auch zu Strömungen in der Esoterik wie der "Licht und Liebe" Esoterik, bei denen den Leuten vermittelt wird, Ihr seid Gott! > Selbsterlösung muss erreicht werden, was zu diese Esoteriker dazu verleitet alle anderen Menschen als weniger wert als sie selbst anzusehen, da die anderen ja keine Meditationen usw. machen.
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Re: Demut

Beitragvon pirate23 » Mo 27. Apr 2009, 23:36

Matoser hat geschrieben:Ich denke ich hatte mich selbst nicht geachtet, mich nicht "geliebt". Ich kann anderen nur helfen, wenn ich "stark" bin, also selbst keine Hilfe brauche und mich selbst liebe, dann kann ich auch andere Lieben, genauso.


"Wer hat, dem wird gegeben werden, aber wer nicht hat, dem wird auch noch das genommen, was er hat"

Demut ist das genaue Gegenteil von "etwas haben". Es ist Unterordnung, Bedürftigkeit, Schwäche, Angst. Man ordnet sich nur dann jemandem unter, wenn man von ihm abhängig ist. Wenn man etwas von ihm haben will, was man unbedingt braucht und auf einfachere Weise nicht bekommen kann...
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Re: Demut

Beitragvon Grasy » Di 28. Apr 2009, 00:08

Ich hab erst vor kurzem wo aufgeschnappt: "Demut ist die Mut zu Dienen." - Ich bin mir nicht ganz sicher ob das die richtige Bezeichnung ist aber es erscheint mir schon auch die Richtung darzustellen. Jesus ist nicht von uns abhängig, war auch nicht bedürftig (ja ist eigentlich der König) und doch ist er sanftmütig und von Herzen demütig.

"Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen einem Jungen der Eselin." (Sach 9:9 - Schlachter2000)

"Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wißt, daß die Fürsten der Heidenvölker sie unterdrücken und daß die Großen Gewalt über sie ausüben. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." (Mt 20:25-28 - Schlachter2000)

"Vor dem Zusammenbruch wird das Herz des Menschen hochmütig; Aber vor der Ehre kommt die Demut." (Spr 18:12 - Schlachter2000)

Mfg,
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