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Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Do 20. Jun 2019, 08:57
von Orpheus
Hallo zusammen, was denkt ihr über den Frauenstreik und die Wünsche,Forderungen zur Gleichstellung?
Ich war in Bern nicht dabei, habe aber zuhause gekocht.
Mein Gast, eine Frau, fand den Frauenstreik daneben.
Die Meinungen gehen also auseinander.
Was findet ihr?
Gruss
Orpheus

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Do 20. Jun 2019, 18:06
von Columba
Ja, der Frauenstreik ist nötig, nötiger denn je. Dabei ist der Ausdruck Streik etwas missverständlich. Es ist eigentlich eine Demonstration oder ein Aktionstag. Der erste Frauenstreik war ja noch im letzten Jahrhundert, am 14 Juni 1991.

https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenstr ... 1_und_2019

Ein Aspekt wurde meist etwas vergessen (obwohl beim Frauenstreik auch thematisiert) in der Diskussion - nämlich der Familienaspekt:

Im Ständerat wurde der Vaterschaftsurlaub diskutiert. Bis jetzt bekam der Mann bei der Geburt eines Kindes einen Tag arbeitsfrei. Der Vaterschafturlaub soll auf 14 Tage erhöht werden. Peinlich wenig verglichen mit Deutschland, wo es eine Elternzeit gibt.

Auch das gehört zur Gleichberechtigung, dass der Mann auch eine Chance hat, sich für die Familie voll einzusetzen. Partnerschaftlichkeit in der Familie ist eben ein wichtiger Teil, der die Gleichberechtigung von Mann/Frau beeinflusst. Der Kommentar im Tagesanzeiger nimmt gerade diesen Aspekt auf:

https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/st ... y/16497849


Grüsse Columba


PS
Übrigens gab es auch Kirchenstreik von Frauen in Deutschland unter dem Namen Maria 2.0. Er fand als Aktionswoche vom 11. bis zum 18. Mai 2019 statt. Kirchliche Frauen in der Schweiz machten Aktionstage am 15. und 16. Juni dieses Jahres im Amschluss an den Frauenstreik vom 14. Juni.

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Do 20. Jun 2019, 22:22
von Orpheus
Columba,

ich finde auch, dass der Frauenstreik ein Impuls ist für mehr Partnerschaft.
Der Vaterschaftsurlaub ist ein Schritt dazu.
Ob daraus ein Eltern-Urlaub wird, zeigt sich erst noch.


Die Abkehr von beengenden oder irrationalen Frauen- und Männerbildern ist für mich eine Chance, eigene Lebensentwürfe zu gestalten.

Aufgefallen sind mir aber auch gehässige, aggressive Kommentare oder Parolen - von Frauen wie von Männern.
Ein Zeichen, dass auch da schlimme Erfahrungen hochkommen.

Gruss
Orpheus

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Fr 21. Jun 2019, 09:15
von Columba
Ja, so ist es gut zusammengefasst.

Zu einer besseren und partnerschaftlichen Familiensituation gehört eben eine Gleichberechtigung. Solange die Chancen zwischen Mann und Frau nur schon im Arbeitsmarkt nicht etwa gleich sind, ist auch in der Familie die partnerschaftliche Organisation eingeschränkter.

Dass es auch extremere Positionen am Frauentag gab (von Männern und von Frauen), ist eigentlich unerheblich, wenn man das Gesamtziel in Augen behält

Grüsse Columba

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Fr 21. Jun 2019, 16:00
von bigbird
Ich habe am Frauenstreiktag nicht gestreikt (auch nicht demonstriert), sondern gedient. Habe in unserer Gemeinde geholfen, einen festlichen Nachmittag für unsere Senioren zu gestalten.

Darum werf ich mal in den Raum: dienen statt streiken!

*duckundweg* :mrgreen:

bigbird

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Sa 22. Jun 2019, 09:36
von Orpheus
Bigbird,
auch ich habe am 14. Juni weder demonstriert noch gestreikt, sondern für Nachbarn ein Nachtessen gekocht.

Dienen statt streiken?
Dienen kann ich nur freiwillig.

Dienen als erwartete oder sogar befohlene Rolle ist eher unwürdig, oft ungerecht.

Ein Streik, eine öffentliche Demonstration ist ein Impuls, ein Denkanstoss.
Die "samtene Revolution" in der damaligen Tschechoslowakei hat mit Demonstrationen und Streiks begonnen.

Natürlich sind die Anliegen der Frauen und Männer da anders, die am Frauenstreik teilgenommen haben.
Demokratie eben.

Herzlich
Orpheus

Re: Schweizer Frauenstreik

BeitragVerfasst: Sa 22. Jun 2019, 13:13
von Columba
Kann nicht auch ein Streik, eine Demonstration oder ein Aktionstag als ein Dienst am Menschen und an der Gesellschaft verstanden werden?

Grüsse Columba