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Umgang mit Ablehnung

Sozial- und Familienpolitik, Randgruppen,

Moderator: kingschild

Umgang mit Ablehnung

Beitragvon firebird » Di 20. Nov 2018, 09:48

Grüezi mitenand,

welcher Mensch erfährt das nicht? Ja, Ablehnung seiner Person, auch Ablehnung von dem was man sagt oder tut, das erfährt jeder Mensch. Doch in der Häufigkeit gibt es Unterschiede. Unterschiede gibt es auch, wie Menschen damit umgehen.

Die Einen fressen dies jahrelang in sich hinein, so unter dem Motto, "der Krug geht zum Brunnen bis er bricht". Doch andere Menschen können gut damit umgehen, ohne dass sie Schaden nehmen. Darum,

- wie geht ihr mit Ablehnung um?
- was hilft euch Ablehnung zu verkraften?
- welche Erfahrungen habt ihr mit eurem Weg?

Darum würde mich ein Austausch zu diesen, oder auch anderen damit verbundenen Fragen, sehr interessieren.

Es Grüessli
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon lionne » Di 20. Nov 2018, 12:52

Mit Ablehnung mache ich mir keine (unnötigen) Probleme; ich weiss, dass mich nicht alle toll finden können, vielen bin ich vielleicht auch nicht sympathisch oder haben sonst was, das ihnen (an mir) nicht gefällt. Na und? Das gehört zu Leben, das darf einen nicht 'aus der Bahn werfen'. Man kann (und muss) nicht allen gefallen.
Schwierig wird's im Berufsleben, wenn man auf Ablehnung stösst (>>> Mobbing), da kann dann schon mal die Gesundheit darunter leiden, da wird's schwieriger.
LG lionne
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Tamahia » Di 20. Nov 2018, 14:30

Lieber Firebird

Nur kurz ein paar Worte. Ich würde sagen, aufgrund persönlicher Erfahrungen, andauernde und immer wieder wiederholende Ablehnung macht krank. Unter dem Strich wurde ich immer wieder aufs Neue in meinem Leben abgelehnt, gemobbt, nicht akzeptiert. Die Folge waren mehrfache psychische Störungen und Erkrankungen gewesen.

Wie Lionne sagt, man kann nicht allen gefallen, dies ist normal. Aber beispielsweise innerhalb der Familie kann man Ablehnung und Mobbing nicht entfliehen. Ebenso wenig in der Schulklasse und im Job. Diese Erfahrungen habe ich alle gemacht.

Wenn ich heute abgelehnt werde, versuche ich mir Jesaja 53 in Erinnerung zu rufen. Was dort über Jesus steht. Und dann denke ich, wenn auch mein Herr und Erlöser so und noch viel schlimmer behandelt worden ist, dann will ich dies ebenfalls aushalten. Insbesondere natürlich, wenn ich wegen meinem Glauben an ihn abgelehnt werde. Wozu ich allerdings sagen muss, dass ich Ablehnung dieser Art viel, viel besser ertragen kann. Denn dies verkündet uns ja die Bibel, dass wir Ablehnung und sogar Verfolgung erleben werden. Aber wenn ich wegen meiner Persönlichkeit abgelehnt und gemobbt werde, dies hinterlässt Spuren und macht mich krank.

Liebe Grüsse
Tamy
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Helmuth » Di 20. Nov 2018, 15:38

firebird hat geschrieben:- wie geht ihr mit Ablehnung um?

Sehr unterschiedlich. In erster Linie hängt es von der Beziehungstiefe ab. Von meinem Sohn abgelehnt zu werden hat eine andere Auwirkung als von einem Glaubensbruder z.B. nur aufgrund einer anderen Auffassung.

Ich gehe davon aus, du redest von unbegründeter Ablehnung. Wenn mich wer meidet, weil ich mich an ihm vesündigt habe, ist das etwas anderes und sollte bereinigt werden.

firebird hat geschrieben:- was hilft euch Ablehnung zu verkraften?

Für meine Familie und nahestehende Freunde bete ich, Fürbitte lenkt ausgezeichnet von sich weg auf Gottes Anliegen.

In kritischen Phasen geht man sich am besten eine Zeit lang aus dem Weg, egal um wen es sich handelt, um sich nicht zu einer unüberlegten Handlung provozieren zu lassen. Hier benötige ich beispielsweise noch mehr Selbstbeherrschung.

Was nicht funktioniert ist Anbiedern, selbst wenn es gut gemeint ist. Das erzielt den gegenteiligen Erfolg, da es im Zustand der Ablehnung missbiligend gewertet wird.

Ich glaube nicht, dass man gegen Ablehnung immun sein kann bzw. soll und man sich eine Panzerhaut zulegen soll, denn dann sind wir in der Liebe erkaltet.

Wir müssen uns stattdessen unter Gottes Schutz begeben und unsere Verletzungen zugeben. Wenn ich lese, "man kann mich nicht beleidigen", na dann denke ich mir meinen Teil. Die Stärke etwa zu ertragen muss aus der Kraft Gottes kommen, und Hochmut ist keine davon.

David hat mehrere Psalmen geschrieben, wie er Verfolgungen verkraftet hat. Nicht alles ist dabei einfach zu verstehen. Aber sie sind so grundehrlich und aufrichtig wie nur geht. Wir können Gott danken, dass er sie uns erhalten hat.
Herzliche Grüße
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Orpheus » Mi 21. Nov 2018, 14:12

Hallo zusammen,

Helmuth, du erwähnst die Psalmen des David. Beim 139. Psalm staune ich immer wieder über das tiefe Vertrauen, erkannt zu werden überall, und unter allen Umständen.
Eine umfassende Geborgenheit.
Dieses Vertrauen kippt dann um in tödlichen Hass auf Jene, die anders glauben.
Zwei Seiten des David.

Was aber wird abgelehnt?
Oft wird von Meinungen, Einstellungen, Lebensweisen auf den ganzen Menschen gesch(l)ossen. Einer wird also fertig gemacht,abgelehnt, verachtet, weil er nicht ins eigene Schema passt.
Es sind eigene Bilder, die auch ich mir von andern Menschen mache.
Solche Bilder können mich schon unter zwei Augen erschrecken. Sie haben mehr mit mir zu tun, als mit dem Andern.

Ich erlebe Ablehnung, ich lehne ebenso Andere ab.

Was Einige von euch geschrieben haben, wie ihr euch helft, versuche ich auch.

Etwas aber lässt mich immer wieder staunen: Wenn ich gewollt oder zufällig mit Menschen reden kann, die mich ablehnen oder ablehnten - oder ich sie, und merke, dass alles noch ganz a n d e r s ist.
Dass also Urteile, Vorurteile wie krebsartig wuchern, bis ein offenes Reden zusammen Vieles verändert.
"Mach dir kein Bildnis."
Die Riesenchance, mit einem Kotzbrocken zusammen im Lift stecken zu bleiben.

Nein, dennoch kein Patentrezept.
Ich muss Leuten aus dem Weg gehen, die übelwollend sind und das auch klar sagen.
Vielleicht gibts da nach 20 Jahren eine Änderung, vielleicht auch nie.

Gruss
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Thea » Mi 21. Nov 2018, 23:42

Ablehnung ist schwer auszuhalten. Ich denke, jeder von uns möchte auch geliebt und gemocht werden, irgendwo tief unten drin jedenfalls. Das gilt es sich erst einmal einzugestehen.
Wie andere hier schon vor mir geschrieben haben - Ablehnung von nahe stehenden Menschen ist deutlich schmerzhafter als Ablehnung von Menschen, die ich kaum kenne.
Was hilft? Ein Patentrezept gibt es wohl nicht - oder besser gesagt, ich habe noch keines gefunden. Aber ein paar Ansatzpunkte, die manchmal mehr, manchmal weniger helfen:
1. Sich zunächst mal klarmachen, dass auch mein Gegenüber geliebtes Kind Gottes ist. Mir auf dem Hintergrund versuchen vorzustellen, wie Gott wohl zwischen uns schlichten würde?
2. Versuchen, sich in die Position der anderen Seite hineinzudenken - vielleicht ist wahrer Kern an berechtigter Kritik in der Ablehnung enthalten? Dann kann ich an meinem Verhalten arbeiten und es ggf. ändern.
3. Versuchen, sich innerlich etwas unabhängig zu machen von dem Urteil der anderen, soweit es unberechtigte Kritik ist.
4. Sich klarmachen, dass da, wo es Streit gibt, häufig zentrale Interessen der verschiedenen Personen im Spiel sind - und das zeigt, dass es um eine hochrelevante Angelegenheit geht. Sich das klar zu machen, hilft mir schon mal etwas, den Streit besser einzuordnen. Und ich kann besser nachvollziehen, warum die anderen sich auch im Streit engagieren (z.B. mit ihrer Ablehnung) wenn ich ihre Interessen besser verstehen und vielleicht auch akzeptieren kann.
5. Versuchen zu verstehen, ob die Ablehnung ein Mittel im (mikro-)politischen Kampf ist und gezielt eingesetzt wird. Wenn ja, möglichst weit weg von der eigenen Persönlichkeit halten.
6. Sich immer wieder sagen, dass Gott uns genau so gemacht und gewollt hat, wie wir sind: Aus Gnade bin ich, was ich bin. Ich bin ein einzigartiger Gedanke Gottes.

Ansonsten hilft nur - sich schöne Sinneserfahrungen dagegen setzen, wo immer es geht. Sich mit lieben Menschen umgeben, sinnliche Erfahrungen machen und es sich dabei gut gehen lassen - ein schönes Essen kochen, einen Spaziergang am Morgen, den Sternenhimmel betrachten, .....

Lieben Gruß, Thea (Kirchenbotschafterin)
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Helmuth » Do 22. Nov 2018, 10:05

Was Ablehnung bedeutet, durfte Jesus nicht nur anhand seiner erklärten Gegner erfahren, insbesondere als er in seiner Vaterstadt begann, das Evangelium zu lehren.

Er tat aber unbeirrt sein Werk weiter, zu dem er ausgesandt wurde. Das ist mir eine gute Lehre, nicht alles hinzuwerfen und aufzugeben, wenn man mit Ablehnung konfrontiert wird, wenn man sich seiner Sache auch sicher ist. Satan will entmutigen, Gott will auferbauen.

Kennt man seinen Auftrag als von Gott, dann macht man einfach was dran ist, mit oder ohne Zustimmung, auch gegen den Widerstand anderer. Widerstand kommt z.B. immer wenn man Wahrheit beim Namen nennt.

Dann sagt man Was maßt du dir denn hier schon wieder an, dass du uns so etwas sagst? Du bist doch selbst voller Fehler und Sünde und das hast du nun oft genug hier unter Beweis gestellt. Wir kennen dich!

Und das ist sogar richtig, nur was hat es mit der Wahrheit zu tun?

Mir gefällt die Reaktion Jesus dazu einfach gut:
Lukas 4,29-30 hat geschrieben:Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis an den Rand des Berges, auf welchem ihre Stadt erbaut war, um ihn so hinabzustürzen. Er aber, durch ihre Mitte hindurchgehend, ging hinweg.

Er predigte in seiner Heimatstadt zwar hart, war aber im Gegensatz zu seinen Heimatleuten keine Spur gewalttätig. Er kümmerte sich nicht weiter um diese Menschen und zog seines Weges weiter.
Herzliche Grüße
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon firebird » Do 22. Nov 2018, 13:34

Hallo zusammen,

die Zeilen von Thea verstärken in mir den Eindruck von dem was ich in diesen Tagen erlebe.

Thea hat geschrieben:1. Sich zunächst mal klarmachen, dass auch mein Gegenüber geliebtes Kind Gottes ist. Mir auf dem Hintergrund versuchen vorzustellen, wie Gott wohl zwischen uns schlichten würde?
2. Versuchen, sich in die Position der anderen Seite hineinzudenken - vielleicht ist wahrer Kern an berechtigter Kritik in der Ablehnung enthalten? Dann kann ich an meinem Verhalten arbeiten und es ggf. ändern.
3. Versuchen, sich innerlich etwas unabhängig zu machen von dem Urteil der anderen, soweit es unberechtigte Kritik ist.


Ich bin in einem 10 Monate andauernden Werkstatt-Seminar über ein wichtiges geistliches Thema. Da spüre ich eine Spannung zu einer Co-Leiterin unserer Gruppe. Es sieht ganz so aus, als dass sie mit der Art und Weise wie ich mich gebe, beträchtliche Mühe hat. Beim letzten praktischen Einsatz, gab sie mir ein Feedback, die sich auf das beschränkte, was ich falsch gemacht habe. Ein anderes Mal in der Gruppe warf sie meinen Input in den Kübel psychologischer Erklärungen, die nicht gefragt waren. Da die liebe Frau in der Rolle einer Mentorin ist, kann ich mich nicht vollständig unabhängig machen von ihrem Urteil.

Beim Versuch mich in die Position jener Leiterin zu versetzen, wie auch von meinem inneren Empfinden her, komme ich zum Eindruck, dass die liebe Frau mit einem Mann, vom Typ wie ich, schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wenn ich selbst in mich hineinschaue, so stelle ich fest, dass wenn ich einen Menschen meine Ablehnung spüren liess, dass es eben darum war, weil auch ich Ablehnung spüren musste. Also weil ich Ablehnung erfahren habe, suche ich ein Opfer dem ich meine Ablehnung weitergeben kann. Doch dies ist nicht der christliche Weg.

So weit das, in dem ich gerade stehe.

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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Schoham » Sa 24. Nov 2018, 16:15

Mir tut Ablehnung weh. Ich werfe den Schmerz als eine Sorge auf den, der mir tragen hilft. Segne den Menschen. Darf erleben wie die Liebe grösser ist als das Böse. Bekomme die Kraft und die Freude, immer wieder diesem Menschen so zu begegnen, wie wenn er gut und rein und liebenswert wäre. (Und oft ist dieser Mensch dies auch - bei andern). Bleibe mir somit selber treu. Lasse mich vom negativen nicht anstecken. Manchmal geht diese Art Kampf augenblicklich zum Sieg. Steht der Mensch mir sehr nahe und die Verletzung ist tief, so geht es nicht immer so schnell. Ich hoffe aber auf Gottes Hilfe und das ich desshalb nie bitter werde.
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Re: Umgang mit Ablehnung

Beitragvon Thea » Di 27. Nov 2018, 22:40

firebird hat geschrieben:Hallo zusammen,

die Zeilen von Thea verstärken in mir den Eindruck von dem was ich in diesen Tagen erlebe.

Firebird


Hallo Firebird,
leider verstehe ich den Bezug, den Du auf meinen Post genommen hast, nicht ganz. Kannst Du mir noch mal erklären, wie Du das meinst?
Danke im Voraus, lieben Gruß,
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