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Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Evangelisch-reformierte Kirchen, lutherische Kirche, anglikanische Kirche

Moderator: bigbird

Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Di 10. Mai 2005, 20:33

ja, das ist eine ernstgemeinte Frage. Je länger je mehr habe ich mit vielen konservativen Einstellungen von den meisten Kirchen grosse Probleme.

D.h. ich suche einen Ort
- Wo ich sein kann wie ich bin
- Wo mir niemand diktieren will, was gut und böse ist, sondern wo ich über solche Themen diskutieren kann.
- Wo abweichende Meinungen akzeptiert sind, ja die Kritikfähigkeit sogar gefördert wird!
- Wo die Kirch- bzw. Gemeindeleitung nicht für sich in Anspruch nimmt, die absolute Wahrheit auf Erden erkannt zu haben.
- Welche Wissenschaft und Wirtschaft nicht per se als Schlecht verteufelt.

Ich bin zu intelligent, als dass ich sinnlos irgendwelche Dogmen befolgen will. Ich glaube wir haben ein Hirn erhalten, um es in allen Bereichen im Leben zu brauchen, auch im Glauben. Ich glaube an Jesus Christus, seine Auferstehung und die Vergebung der Sünden. Ich glaube aber an keine von Menschen geschaffene Regeln, wie z.b. dass "zusammenziehen vor der Ehe" was böses sei, obwohl nirgends nachweisbar oder nachprüfbar in der heiligen Schrift. Mein Regelwerk fürs Leben ist die Bibel und nur diese. Ich möchte aber trotzdem einen Ort haben, wo ich mich am Sonntag wohlfühlen kann und ich einen Meinungsaustausch mit anderen Christen pflegen kann.

Wenn wer so einen Ort kennt, der ev. irgendwo im Umkreis Aarau/Olten oder Zürich (oder dazwischen) liegt, wär ich froh, wenn er ihn mir nennen kann. Mir ist es egal, wenn ich dazu ins Auto hocken muss, dass ist es mir bei weitem wert!

Ich hab mir auch schon überlegt, in die Ref. Kirche einzutreten. Diese hat für mich eine liberalere Haltung als die mir bisher bekannten Freikirchen. Wobei dort fehlen mir auch sachen, wie z.b. n Schlagzeug und ne Gitarre beim Worship statt ner Orgel ;)
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon origo » Di 10. Mai 2005, 22:17

Ja, die reformierte Landeskirche bietet im Allgemeinen etwa das, was Du hier antönst. Jeder kann aus der Bibel etwa das nehmen, was ihm passt, und das relativieren, was ihm nicht passt. Man soll zu den andern Menschen nett sein, sie nicht kritisieren und niemand dreinreden.

Man kann am Sonntag in die Kirche gehen, ausser es wäre schönes Wetter, oder man möchte ausschlafen, und unter der Woche mit seinem Geld machen, was man will. Jesus soll ja auch nicht gestorben sein, um uns von unsern Sünden zu erlösen, denn Gott ist ja keiner, der Opfer verlangt (laut ref. Kirchenrätin). Ich habe allerdings nicht verstanden, weshalb er denn nach diesem Verständnis sterben musste.

Tut mir leid, wenn da jemand beleidigt ist, aber so habe ich es selber erlebt. Und wörtlich gelesen.
Natürlich gibt es auch reformierte Gemeinden, wo es anders ist.

Aber in der ref. Landeskirche hat mir nie jemand gesagt, dass ich eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben kann, dass er mir wirklich all meine Sünden vergibt und dass ich Gottes Stimme hören kann. Dass er heute noch Wunder tut. Dass er mir Kraft gibt, wenn ich schwach bin, und dass er für mich sorgt.
Er führt mich einen besseren Weg als ich selber finden kann, - WENN - ich SEINEN Willen tue, anstatt meinen.

Aber da weiss ich nicht, ob das das ist, was Du willst.

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Di 10. Mai 2005, 22:21

Nein ich brauch keine Gemeinde, der die Mitglieder egal sind. Aber auch keine, welche den Mitgliedern das Leben bestimmen will.

naja das ganze tönt nach einer Wahl von warmer und kalter Sch****. Es kann ja nicht sein, dass es in der Schweiz nur diese zwei Extreme gibt..
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon parepidimos » Mi 11. Mai 2005, 04:30

Die Aufgabe der Kirche ist die Bewahrung und Weitergabe des Glaubens, wie er von den Aposteln empfangen wurde. Somit ist die Kirche per Definition "konservativ". Da Kirche zudem etwas mit Verbindlichkeit zu tun hat werden Menschen, die es in allem "nicht so eng" sehen (so verstehe ich "liberal";) mit dieser Einrichtung eher Muehe haben.

Fuer einen unverbindlichen Schwatz wuerde ich es einmal mit einem Café (bzw. Livenet) versuchen. Fuer´s Wohlfuehlen eine woechentliche Fahrt in den McWorship - professionell produziert, vollgestopft mit gleichaltrigen Mitkonsumenten mit identischem Geschmack, und superleicht und ohne Neben- und Nachwirkungen verdaulich.

Du scheinst zudem keine Muehe zu haben, nach ausser- oder sogar anti-biblischen Dogmen zu leben, solange sie deine eigenen sind:
- mein Wille geschehe (Bibel: dein Wille geschehe)
- ich soll sein duerfen, wie ich bin (Bibel: du bist nicht mehr Sklave deiner "Natur", sondern eine neue Kreatur)
- ich muss mich wohl fuehlen (Bibel: wehe den Satten und Selbstzufriedenen)
- niemand hat mir dreinzureden (Bibel: unterordnet euch einander gegenseitig; wenn ein Bruder suendigt, weise ihn zurecht)
- Gitarre/Schlagzeug gut, Orgel schlecht (Bibel: wahre Anbetung besteht darin, dass wir uns selber als Opfer darbringen)

Interessant ist, dass du "Kritikfaehigkeit" erwaehnst. Du erwartest offenbar, diese anbringen zu koennen und damit auf offene Ohren zu stossen. Stellt die Kirche hingegen dich in Frage, dann sind das "sinnlose Dogmen". Duenkt es mich nur, oder geht da irgendetwas nicht auf?

Fuer mich ist Gemeinde sowas wie eine Rettungsstation. Ein Zufluchtsort fuer die geistlich Schwachen, die "es" selber nicht schaffen. Ein Trainingscamp fuer den Himmel. Gemeinde ist da, wo wir Liebe untereinander praktizieren und so von der Welt als Juenger Christi erkannt werden. Wo ich zu hoeren bekomme, was ich hoeren muss, und nicht was ich hoeren will. Wo mir geholfen wird, meine Sinnestruebungen, meinen Stolz und meine eingeredeten Selbstrechtfertigungen zu durchschauen und abzulegen.

Wenn dir beim Gedanken an deine Glaubensgeschwister und den Leib Christi tatsaechlich nur Faekalsprache in den Sinn kommt, dann wuerde ich dir nahelegen, einmal gruendlich ueber die Buecher zu gehen. Spiel mal (nur rein hypothetisch natuerlich) mit dem Gedanken, dass das Problem vielleicht nicht vollstaendig bei der Kirche liegen muss. Wenn dir alles, was Gott in der Schweiz momentan "im Angebot" hat als Sch*** erscheint, dann gibt es zwei Moeglichkeiten: Es ist wirklich alles Sch*** (und wir stecken drin), und Gott wartet auf einen unzufriedenen Visionaer wie dich, um etwas Neues zu beginnen. Es waere nicht das erste Mal, dass dies passiert - aber es ist selten. Oder aber er schafft es irgendwie, dich von deinem lieblosen und selbsteingenommenen Urteil zu heilen und in die Gemeinschaft der Heiligen zu fuehren. Ich waere ueberrascht, wenn dann Musikinstrumente oder voreheliches Zusammenleben immer noch derart zentral fuer dich waeren.

Warten wir´s ab -- Pare
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon LordAlm » Mi 11. Mai 2005, 04:46

Hallo gfc,

Kannst du in einer Pfütze schwimmen? :shock:

Gottes Segen LA

Nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) reden.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Regina » Mi 11. Mai 2005, 08:06

Original von gfc
Ich hab mir auch schon überlegt, in die Ref. Kirche einzutreten. Diese hat für mich eine liberalere Haltung als die mir bisher bekannten Freikirchen. Wobei dort fehlen mir auch sachen, wie z.b. n Schlagzeug und ne Gitarre beim Worship statt ner Orgel ;)



Dann tu das! - Ich wollte es dir gerade vorschlagen......

Mancher sieht halt den Wald vor lauter Bäumen nicht oder er will nur Eichen und keine Buchen, oder nur Kiefern und keine Tannen. Dabei macht es die gute Mischung aus!

An Deiner Stelle würde ich schleunigst einen gesprächstermin bei einem reformierten oder auch evangelisch-lutherischen Pfarrer vereinbaren!

Erkundige Dich bitte auch über die Geistliche Gemeinde Erneuerung innerhalb der protestantischen Kirche! Die haben auch tolle monatliche Gottesdienste, so dass Du auf Worship & Co., nicht unbedingt verzischten musst!

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Regina » Mi 11. Mai 2005, 08:09

Original von LordAlm
Hallo gfc,

Kannst du in einer Pfütze schwimmen? :shock:

Gottes Segen LA




Man kann in einer Pfütze sogar ertrinken! - manche Pfützen sind ergiebiger als ein ganzer Swimmingpool!

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 08:50

Original von parepidimos


Du scheinst zudem keine Muehe zu haben, nach ausser- oder sogar anti-biblischen Dogmen zu leben, solange sie deine eigenen sind:


siehst du, mit genau SO leuten wie dir hab ich eben grausame mühe!

Einfach andere Leute als "unchristlich" abzuurteilen, weil sie eine differierende Meinung zu deiner haben. Ist bequem gell... viel einfacher, als über den Glauben zu diskutieren und sich selber gedanken zu machen (anstatt einfach Dogmen von anderen Menschen zu übernehmen).

Wer wird eines Tages über dich richten? Gott oder deine Gemeinde?

Und wenn du schon so weise Bibelsprüche bringst, dann will ich auch mal einen bringen:

"«Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt.
Denn so wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen.
Du regst dich auf über die kleinen Schwächen deines Bruders und erkennst nicht deine eigene, viel größere Schuld.
Du sagst: ´Mein Freund, komm her! Ich will dir die Augen für deine Fehler öffnen!´ Dabei bist du blind für deine eigene Schuld.
Du Heuchler! Kümmere dich zuerst um deine Fehler, dann versuche, deinem Bruder zu helfen."
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon pneumatikos » Mi 11. Mai 2005, 09:14

siehst du, mit genau SO leuten wie dir hab ich eben grausame mühe!

Einfach andere Leute als "unchristlich" abzuurteilen, weil sie eine differierende Meinung zu deiner haben. Ist bequem gell... viel einfacher, als über den Glauben zu diskutieren und sich selber gedanken zu machen (anstatt einfach Dogmen von anderen Menschen zu übernehmen).



Es geht nicht darum, jemanden "unchristlich" zu bezeichnen...

Aber wir leben in einer sehr extremen Welt, die weit weit weg von Gott ist. Sämtliche Normen und Regeln, die gesamte Ethik und Moral wird brutal niedergerissen und die meisten Jugendlichen finden darin keinen halt mehr (die Erwachsenen auch nicht...)...

Wenn die Christen tatsächlich Jesus nachfolgen wollen, dann braucht es eine Radikalität, die sich auch von vielem distanziert, was in der Welt gang und gäbe ist.

Wir sollen "Heilig" sein. Das bedeutet unter anderem, wir sollen abgesondert sein für Gott. Da kann es nicht angehen, dass wir einen hübschen Mischmasch aus n bisschen christlichem Leben und viel weltlichem Gedankengut als "Christentum" verkaufen.

Andererseits sollen wir auch nicht einfach richten. Aber wir sind aufgerufen, einander zu mahnen und zu tragen.. Das sind für dich vielleicht schwierige Stellen in der Bibel, aber sie stehen da und wollen ernstgenommen werden.

"Liberal" hat für mich immer den bitteren Nachgeschmack, die eingenen Wurzeln und Ansichten zu verleugnen oder zumindst ausser acht zu lassen. Und das kann es einfach nicht sein.

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 09:32

Liberal bedeutet nur, dass man nicht werte einfach hirnlos übernimmt, sondern sich zuerst dazu Gedanken macht, sein Herz befragt. Und so was such ich. Einen Ort, wo ich aufgefordert werde, Gott besser zu kennen, wo mir aber niemand die Resultate der Suche aufzwingen will.

Schaut euch doch mal um. Genau das passiert doch! Man stellt den Menschen einen Regelkatalog hin, was gut und böse sei, und wenn er ihn erfüllt, ist er ein gutes Gemeindemitglied. Auch wenn er im Herzen alles andere als Gottes Liebe spürt. Das ist seeehr vielen Christen egal. hauptsache der äussere Schein passt..

und genau solche Sachen kann ich nicht ertragen. Ich habe genug vom äusseren schein. Ich habe gemeinden gesehen, wo die Mitglieder heucheln, dieses und jenes zu machen, wo sie ihre eigenen Meinung verleugnen oder verheimlichen, nur um Repressionen von der Gemeindeleitung zu umgehen. Alles, weil die Leitung ihr Schema von gut und böse bereits geschrieben hat und den Anspruch erhebt, dass dies die reine Wahrheit sei. Damit stellen sie sich in meinen Augen auf dieselbe Stufe wie Gott. Und das mag vielleicht vielen passen.

Ich empfinde Ehrlichkeit als eines der wichtigsten Aussagen der Bibel.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon ThomasMillack » Mi 11. Mai 2005, 10:25

Hallo

Also ich finde die Angriffe hier auf gfc, nur weil er es wagt, das Wort liberal in den Mind zu nehmen, unter aller Gürtellinie und eine absolut unchristliche und unverschämte Haltung.
Ihr solltet Euch wirklich massiv schämen.

Ich kann gfc zwar nicht helfen, da ich mich in Zürich nicht auskenne, aber ich verstehe sein Problem.

Ich war im Vorstand meiner hiesigen evangelischen Gemeinde und bin weggegangen, weil mir das Egal-Christentum und die Umwandlung der Kirche in einen Sozialverein gestunken hat. Ich habe in drei Jahren Arbeit zwar einige Personen erlebt, die mir wohlwollend zugenickt haben, wenn ich einmal Jesus in den Vordergrund geholt habe, aber als Einzelkämpfer in einem Verwaltungsapparat ist man halt irgendwann verloren.

Also habe ich mich versucht, in Freikirchen umzusehen. Da muss man aber aufpassen, dass man nicht erstickt! Sind ja alles liebe und nette Menschen, denen Jesus wirklich am Herzen liegt, aber vor lauter Dogmatismus und Engstirnigkeit wird die Liebe und Freiheit, die Jesus gebracht hat, in den Dreck gezogen. Ich habe zu meinem Bedauern einige Gemeinden gesehen, die ich liebend gerne hinter mich gelassen habe.

Gott sei es gedankt, dass ich dann eine Baptisten-Gemeinde gefunden habe, die offenherziger und freier in ihrem Denken ist als der Durchschnitt der Baptistengemeinden. Trotzdem ich kein Baptist bin (und auch nie sein werde), darf ich mitarbeiten und sogar predigen. Es gibt zwar einige theologisch unterschiedliche Ansichten, aber in dieser Gemeinde bemühen wir uns um Ausgleich und um ein gegenseitig stehenlassen.

Also gfc, wenn Du bereit bist, in die Gegend von Wiesbaden zu ziehen, kann ich Dir eine Gemeinde empfehlen.

Gruß
Thomas
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon pneumatikos » Mi 11. Mai 2005, 10:34

Liberal bedeutet nur, dass man nicht werte einfach hirnlos übernimmt, sondern sich zuerst dazu Gedanken macht, sein Herz befragt. Und so was such ich. Einen Ort, wo ich aufgefordert werde, Gott besser zu kennen, wo mir aber niemand die Resultate der Suche aufzwingen will.


Das nehme ich Dir nicht ganz ab. Ich gehe davon aus, dass in deiner jetzigen Gemeinde n paar Dinge schief liegen, aber das hauptsächlich Problem ist wohl bei Dir zu suchen, dass Du vielleicht einige der "Regeln" nicht annehmen willst ...

So kommt es mir auf alle Fälle vor.

DAs mit dem Herzen ist so eine Sache. Das kann uns einiges falsches vorgaukeln :(


Die andere Ebene, welche Du erwähnst, hat nichts mit liberal zu tun, kommt aber quer durch alle Denominationen vor. Umgekehrt kann es Dir in einer "liberalen" Kirche nämlich passieren, dass Du kein gutes Gemeindemitglied bist, weil Du eben zuwenig liberal bist und Gottes Wort ernst nimmst. Ein Gemeindewechsel löst also dieses Problem nicht - definitiv nicht. Das kommt (leider) immer und überall vor.
die Leitung ihr Schema von gut und böse bereits geschrieben hat und den Anspruch erhebt, dass dies die reine Wahrheit sei.


Nun, ich bin nicht teil einer Gemeindeleitung, aber ich plädiere sehr dafür, dass sie die Autorität und Verantwortung wahr nimmt, welche sie von Gott erhalten hat. Die Gemeindeleitung steht verantwortlich vor Gott für die Menschen, welche ihr anvertraut sind. Sie ist aufgefordert, die Gebote Gottes in der Gemeinde umzusetzen. Das gelingt ihr nur, wenn sie eine wirklich nahe, innige Verbindung zu Gott hat - ansonsten driftet sie sehr schnell ab.

Umgekehrt aber ist es für die Gemeinde notwendig, sich dieser Autorität zu unterstellen. Und exakt so sieht das biblische Modell einer Gemeinde aus ...

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 15:19

Original von pneumatikos


Nun, ich bin nicht teil einer Gemeindeleitung, aber ich plädiere sehr dafür, dass sie die Autorität und Verantwortung wahr nimmt, welche sie von Gott erhalten hat. Die Gemeindeleitung steht verantwortlich vor Gott für die Menschen, welche ihr anvertraut sind.


deine Ansicht. Meine ist es jedoch nicht. Ich bin verantwortlich für die Taten in meinem Leben und ich werde dafür gerichtet. Ich kann mich schlussendlich vor Gott nicht darauf berufen "es nicht besser gewusst zu haben und einfach Person x und Person y vertraut zu haben"...

D.h. bei deiner gemeinde wär ich total falsch. Kannst du sie mir vielleicht nennen, dann weiss ich mal, wo ich nicht zu schauen brauche :)
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon parepidimos » Mi 11. Mai 2005, 15:30

> Einfach andere Leute als "unchristlich" abzuurteilen, weil sie eine differierende Meinung zu deiner haben.

Ich habe dich weder als "unchristlich" bezeichnet, noch meine persoenliche Meinung zu konkreten Lehrinhalten feilgeboten. Vielmehr habe ich versucht aufzuzeigen, dass du entgegen deiner Beteuerungen genauso nach Dogmen lebst. Ich habe versucht, dich auf den inneren Widerspruch deiner Aussagen hinzuweisen (zB. bez. Kritikfaehigkeit). Ob du dies mit vorsichtiger Neugier pruefst oder unter Protest davonstampfst ist natuerlich deine Entscheidung.


> Ist bequem gell... viel einfacher, als über den Glauben zu diskutieren und sich selber gedanken zu machen (anstatt einfach Dogmen von anderen Menschen zu übernehmen).

gfc, ich finde das ziemlich frech von dir. Ich versuche es nicht persoenlich zu nehmen weil ich annehme, dass du dies jedem zumutest, der es wagt, dir bei einem Thema die Stirn zu bieten. Mir ist schon klar, dass du auf diese Art in den meisten Gemeinden gegen die Wand rennst. Wenn du diskutieren willst, dann geh auf meinen ganzen Beitrag ein und such dir nicht einfach den erstbesten Grund heraus, um zu schmollen.


> Und wenn du schon so weise Bibelsprüche bringst, dann will ich auch mal einen bringen: "«Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt.

Wie muss ich denn jetzt deine Aussagen auffassen, in welchen du die Gemeinden als "Sch***" titulierst hast und deren Insassen kollektiv als "hirnlos" abkanzelst?


> Du sagst: ´Mein Freund, komm her! Ich will dir die Augen für deine Fehler öffnen!´ Dabei bist du blind für deine eigene Schuld.

Etwa so hab ich deinen Anfangspost aufgefasst. Du selber legst mindestens dieselbe Ueberheblichkeit der Gemeinde gegenueber an den Tag wie du sie ihr vorwirfst.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 15:46

du kennst mich gar nicht, wirfst mir aber vor, nach Dogmen zu leben?!?! Liberal heisst eben, KEINE Dogmen zu haben. Und ebenso bedeutet Liberalismus, seine eigenen Positionen jederzeit aufzugeben, falls man sich nicht immer wieder zu diesen bekennt. Aber auch das wird mir von dir vorgeworfen. wiederum auf basis von ein paar Postings, die du von mir gelesen hast. Und dann redest du von mir, ich sei voreingenommen und überheblich.. wer im glashaus sitzt..

das tönt vielleicht in deinen Ohren wieder arrogant und ignorant, aber die Diskussion mit dir hat mich weder vorwärts noch sonst wohin gebracht. Also lass ich es von meiner seite aus sein. Ich reagier auf deine Provokationen nicht mehr. von mir aus bin ich in deinen augen überheblich und arrogant und ignorant. wenns dir dann besser geht.. :roll:
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 15:51

Original von ThomasMillack

Gott sei es gedankt, dass ich dann eine Baptisten-Gemeinde gefunden habe, die offenherziger und freier in ihrem Denken ist als der Durchschnitt der Baptistengemeinden. Trotzdem ich kein Baptist bin (und auch nie sein werde), darf ich mitarbeiten und sogar predigen. Es gibt zwar einige theologisch unterschiedliche Ansichten, aber in dieser Gemeinde bemühen wir uns um Ausgleich und um ein gegenseitig stehenlassen.

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Gruß
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bhuuuu und ich hab schon gedacht, in diesem forum versucht niemand mich zu verstehen. Ich bin an meinen Wohnort gebunden, aber schön, dass es solche Beispiele wie dich gibt. Da schöpf ich wieder Hoffnung, dass ich auch einen Ort finde wie du. :)

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon pneumatikos » Mi 11. Mai 2005, 15:59

deine Ansicht. Meine ist es jedoch nicht. Ich bin verantwortlich für die Taten in meinem Leben und ich werde dafür gerichtet. ü/quote]

Du bist verantwortlich für deine Taten, zweifellos. Und das bleibst Du. Und Du wirst am Ende zur Rechenschaft gezogen - das werden wir alle.

Aber jeder wird auch für seine Verantwortlichkeit zur Rechenschaft gezogen. Sollte ich heute nacht sterben, so werde ich für mein Tun und Walten als Familienoberhaupt, als Lobpreisleiter, als Cevi-Leiter u.a. zur Verantwortung gezogen. Was habe ich da getan oder nicht getan, was dem Willen Gottes entspricht.

Ein Gemeindeleiter wird für die Leitung der Gemeinde zur Verantwortung gezogen - auch dafür, wenn Leute seinetwegen z.B. vom Glauben abkommen.

Aber das eine hat nicht viel mit dem anderen zu tun.


Ich kann mich schlussendlich vor Gott nicht darauf berufen "es nicht besser gewusst zu haben und einfach Person x und Person y vertraut zu haben"...


Nein... aber Deine Schuld wiegt wohl schwerer, wenn Dir x Leute gesagt haben, was eigentlich richtig ist, und du sie alle abgelehnt hast.


D.h. bei deiner gemeinde wär ich total falsch. Kannst du sie mir vielleicht nennen, dann weiss ich mal, wo ich nicht zu schauen brauche


Doch schon... denn bei uns ist es nicht so streng gehandhabt ;)





Unter dem Strich, ich denke, es braucht ne Handvoll Differenzierung. Wenn Du eine Gemeinde ablehnst, weil Sie klare Vorstellungen und Richtlinien hat, die den deinigen widersprechen, so wirst Du überall enttäuscht.

Wenn es aber dein Problem ist, dass alles nur Fassade ist, dass hinter der frommen Maske überall der gleiche Schmutz zu finden ist, wenn Dich Leute nicht ernst nehmen, dann ist definitiv ein Wechsel angesagt.


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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 17:50

Original von pneumatikos

Nein... aber Deine Schuld wiegt wohl schwerer, wenn Dir x Leute gesagt haben, was eigentlich richtig ist, und du sie alle abgelehnt hast.


nun, in einem Punkt sind wir uns einig: Es ist die Pflicht, den Mitchristen die MEINUNG zu ihrem Lebensstyl zu sagen. Absolut.

Aaaaaber: Schlussendlich kann man jemanden nicht zur Weisheit prügeln. Und man sollte auch nicht. Jeder hat ein Hirn und ein Herz und eine Seele, selber nach der Wahrheit zu suchen! Und wer von sich behaupte, ein perfektes, sündenfreies Leben zu führen, den nehm ich alles andere als ernst :)
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Achenam » Mi 11. Mai 2005, 18:09

Zitat----------------------------------------------------
Ich bin zu intelligent, als dass ich sinnlos irgendwelche Dogmen befolgen will. Ich glaube wir haben ein Hirn erhalten, um es in allen Bereichen im Leben zu brauchen, auch im Glauben. Ich glaube an Jesus Christus, seine Auferstehung und die Vergebung der Sünden. Ich glaube aber an keine von Menschen geschaffene Regeln, wie z.b. dass "zusammenziehen vor der Ehe" was böses sei, obwohl nirgends nachweisbar oder nachprüfbar in der heiligen Schrift. Mein Regelwerk fürs Leben ist die Bibel und nur diese. Ich möchte aber trotzdem einen Ort haben, wo ich mich am Sonntag wohlfühlen kann und ich einen Meinungsaustausch mit anderen Christen pflegen kann.
Zitat----------------------------------------------------

Da kann ich dich nur dazu unterstützen. Ich war auch schon immer daran interessiert mein Hirn zu gebrauchen. Für mich ist Glaube nicht Ersatz für Wissen. Wissen is zwar immer nur Stückwerk. Man kann aber Stücke wissen. Ich weiss nicht ob ich dir helfen kann, ich kann nur schreiben, dass mir persönlich da das SBCW (Schule für Biblisch Christliche Weltanschauung in Biel) geholfen hat. Kann sein, dass die dort vertretenen Meinungen für dich schon zu eng wären, ich fand die Herausvorderung aber dies zu prüfen und mit meinen Ansichten zu vergleichen lohnenswert.
Der Grund war, dass ich die Wahrheit herausfinden wollte. Ich wollte wissen, warum ich was glaube und warum ich was nicht glaube, egal welchem gesellschaftlichem Trend oder kirchlichen Tradition dies gerade entspricht, das hiess auch nicht einfach überstülpen, was dort alles gesagt wurde. Ob jetzt konservativ oder liberal.
Es war in dieser Zeit für mich wie eine Umkehr im Kopf und denken.
Zusammengefasst ist Jüngerschaft Jesu eine Gratwanderung (schmaler Weg). Dies ist leider so. Du kannst abtrifften in Konservatismus oder Liberalismus. Ich empfehle dir weder das eine noch das andere. Du kannst es dir leicht machen, du kannst dich auf eine Seite schlagen, Schubladisieren, ein Gemeindecredo 100% übernehmen, falsche Kompromisse eingehen, dich dabei wohlfühlen e.t.c aber dies alles zum Preiss der Wahrheit.
Die Wahrheit aber muss sich dir offenbaren, du kannst sie immer nur ein Stückwerk erkennen, dies zerrt an einem, es ist schwieriger, es ist mit Arbeit verbunden, du wirst dich weniger oft wohlfühlen aber du wirst Frieden haben. Ich bereute dies noch nie.
Das heisst jetzt nicht, dass ich keine Fragen mehr habe. Ganz und gar nicht. Es heisst dass wir heute Antworten haben müssen auf wichtige Fragen der Gesellschaft und und und, und dass diese durchdacht sein sollten und oft ist es jediglich ein überstülpen einer Meinung und wenn man dann mal tiefer bohrt und nachfragt wissen die dann nicht warum oder was sagen oder man erhält eine oberflächliche Antwort und ich finde das geht so nicht. Das ist kein Zeugniss.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon parepidimos » Mi 11. Mai 2005, 18:39

> du kennst mich gar nicht, wirfst mir aber vor, nach Dogmen zu leben?!?!

Was ich geschrieben habe, habe ich aus deinem Post herausgelesen.


> Liberal heisst eben, KEINE Dogmen zu haben.

Oh, da irrst du dich aber gewaltig! Wir koennen gerne darueber diskutieren, aber natuerlich nur wenn du willst.


> wiederum auf basis von ein paar Postings, die du von mir gelesen hast.

Ich hoffe, du machst es mir nicht zum Vorwurf, dass ich deine Postings 1) lese und 2) als Basis fuer meine Antwort verwende. :shock:


> Ich reagier auf deine Provokationen nicht mehr.

Gut! Denn so waren sie gar nie gemeint. Vielleicht koennen wir dann ja anfangen, ueber Inhaltliches zu diskutieren.


> von mir aus bin ich in deinen augen überheblich und arrogant und ignorant. wenns dir dann besser geht..

Trotzkopf! Besser ginge es mir, wenn du nicht ueberheblich waerst und stattdessen Interesse an einer kritischen Reflektion der von dir aufgestellten Thesen zeigtest.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon bigbird » Mi 11. Mai 2005, 21:06

Sööiifffzzz

Wieder einmal erinnere ich daran: Vor der Eröffnung eines Themas bitte Suchfunktion benutzen - dann landet ihr hier zum gleichen Thema!
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 11. Mai 2005, 21:15

Achenam, danke für deinen Beitrag. Hast du eine konkrete Empfehlung? Bist du in einer Gemeinde/Kirche? Wenn ja, welche und wie hast du diese gefunden?

Danke im Voraus :)

@bigbird: Ich habe gesucht. Das Thema hab ich wohl übersehen..
"Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends." - Winston Churchill
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Achenam » Do 12. Mai 2005, 13:18

Hallo gfc
Mit Empfehlungen von Gemeinden bin ich eher vorsichtig, da ich denke dass dies jeder für sich entscheiden sollte.

Ich würde dir aber empfehlen, erst mal im kleinen Kreis Christen zu suchen, mit denen du dich gut verstehst. Ich persönlich fühle mich z.B. in einem Hauskreiss viel wohler als in einer Gemeinde, welche viel unpersönlicher ist.
Ich weiss auch von solchen, die vielleicht eher Mühe haben mit gewissen Gemeindeansichten aber sie bleiben in der Gemeinde, weil ihr Hauskreiss eigentlich das tragendere Element ist.
Wichtig ist das du in einem Hauskreiss so angenommen wirst wie du bist und dass du auch deine persönlichen Dinge (Anliegen) einbringen kannst.
Also ich würde dir raten nicht diverse Gemeinden zu analysieren, sondern mal ein paar Hauskreise zu besuchen und mich dann vielleicht für einen zu Entscheiden.
Und dann wenn du Zeit und Lust hast, kannst du dich ja persönlich weiterbilden.
Ich habe z.B. mal die SGM (Schule für Gemeindemitarbeit) besucht. Gut für mich fand ich daran, dass dies berufsbegleitend ging und dass verschiedene Referenten von unterschiedlichen Richtungen (Überkonfessionell) lehrten.
http://tim-team.ch/index.html
Oder das SBCW, ich konnte aber aus Zeitmangel nur einzelne Seminare mitmachen.
http://www.sbcw.de/html/home__de_.html

Ich selber sage ich bin in der Gemeinde Jesu Christi. Ausdrücke wie katholisch, reformiert, freikirchlich, charismatisch, baptistisch, evangelikal oder was es sonst noch gibt hasse ich eigentlich eher, da sie immer ausgrenzen.
Wobei man sollte als Christ schon in einer Gemeinde dabei sein. Ich selber gehe in eine pfingstlich orientierte Freikirche aber die Gemeinde ist eigentlich nicht so wie ihre Schubladisierung entsprechen würde. Gefunden durch Freunde, die dort schon hingingen und momentan bin ich auch am umschauen, da der Standort etwas weiter weg ist und ich als Singel, äh also die Gemeinde dort etwas leer gefischt ist, was äh Frauen betrifft. :umarm:
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon origo » Do 12. Mai 2005, 15:28

Original von gfc
bhuuuu und ich hab schon gedacht, in diesem forum versucht niemand mich zu verstehen. Ich bin an meinen Wohnort gebunden, aber schön, dass es solche Beispiele wie dich gibt. Da schöpf ich wieder Hoffnung, dass ich auch einen Ort finde wie du. :)

Hallo gfc

Ich kann schon verstehen, dass es Dir manchmal auf den Wecker geht, wenn Christen so moralisch, gesetzlich oder selbstgerecht daherkommen. Es stört mich manchmal auch. Andererseits versuche ich auch zu verstehen, dass sich diese halt auch an etwas festzuhalten versuchen in den Stürmen und Kämpfen des Alltags und der gottlosen Umgebung.

Für mich ist Wachsen im Glauben und der Beziehung zu Gott, auch Heiligung genannt, ein Wandlungsprozess, wie er im Epheser 4 beschrieben ist:
23 "erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung 24 und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit . 25 Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten! Denn wir sind untereinander Glieder. "

Aussen bin ich noch der alte Mensch, aber innen neu. Nun soll der innere, geistgeführte Mensch wachsen, der äussere immer weniger bestimmen. In diesem Prozess sind gute Freunde wichtig, da gebe ich Achenam völlig recht - wie man in einem Hauskreis zusammen sein kann.
Und auch: es gibt nur einen Leib, eine Gemeinde Christi.
In der Region Zürich/Aargau gibt es doch so viele unterschiedliche Gemeinden, da ist bestimmt auch für Dich etwas drunter. Da besteht höchstens die Qual der Wahl.

lg origo
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Mi 18. Mai 2005, 23:02

anscheinend soll es so viele Gemeinden geben.. aber ich hab keinen einzigen Hinweis auf eine liberale Gemeinde gefunden :( gab auch keinen Tipp von irgendeinem Forumsuser.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Iris » Fr 27. Mai 2005, 08:58

Hallo gfc
Ich bin zwar auch nicht "liberal" sondern eher charismatisch aber ich finde, wir sollten einander helfen und Gott überlassen, wie er zu jedem einzelnen redet.
Vielleicht versuchst Du es mal in der Landes Kirche Zürich, die haben soviel ich weiss auch Gottesdienste und Gemeindeänliche Gebilde für junge Erwachsene mit "moderneren" Gottedienst formen. Schau mal im Internet nach ob du jemanden findest der Jörg Weisshaupt http://www.zh.ref.ch/content/e6/e73/e3292/e3934/index_ger.html heisst. Der hat eine Koordinationsstelle dafür. In Winterthur gibts eine Jugendkirche die von Nick Gugger http://www.jugendkirchen.org/content/view/120/2/ und Pfr. Girgis geleitet wird. Vielleicht kannst du ja irgendo dort heimisch werden?!
Grüessli Iris
Für Jesus das Beste, weil Er für mich das Beste gab. ;)
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Kyara » Di 31. Mai 2005, 15:47

Hallo gfc,

bin aus Deutschland und in einer Glaubensgemeinde... in der das so ist wie du es dir vorstellst :]

Sonntags ist bei uns "Gottestdienst", aber es ist mehr als das.
Wir treffen uns alle (ca.400 Personen) in einem Saal,
mit Band (Schlagzeug usw. und Sänger) ;)

Der Prediger erzählt uns dann was.. wie z.b. eine christliche Ehe oder Das Leben mit dem Hl. Geist.
Wir können dabei lachen, weinen.. oder auch mit ihm reden.

Die Predigten sind sehr liebevoll gemacht, jeder hört gerne zu. Es gibt keine Vorschriften wie wir uns verhalten müssten.

Wir singen alle zu Liedern, die nicht aus dem Gebetbuch sind, sondern von den Predigern selbst verfasst wurden.
Jugendliche tanzen dazu, wir nehmen uns an den Armen und schunkeln usw.

Zur Hl. Kommunion erhalten alle Besucher ein Stück Brot und einen kleinen Becher Wein und alle gemeinsam essen wir das.

Wir leben nach der Bibel, glauben an Jesus Christus, den Hl Geist und Gott in einer Person.

Unsere Gemeinde heißt Wort und Geist http://www.wortundgeist.de/

Liebe Grüße
Kyara
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Frühstückchen » Sa 4. Jun 2005, 11:52

Hallo gfc

Es ist sogar biblisch, wenn du die Predigten und ´Dogmen´ hinterfragst und prüfst. "Prüfet alles und behaltet das Gute" steht zum Beispiel geschrieben. Wobei wir natürlich die Dinge anhand der Bibel prüfen sollen!

Blind irgend welchen ´Dogmen´ folgen zu müssen, ist sicher nicht die Vorstellung einer christlichen Gemeinde. Die Folgen davon kann man ja zum Beispiel in der Katholischen Kirche beobachten. Viele Jahre (bzw. Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte) hatten die einfachen Leute gar nicht die Möglichkeit die Bibel selber zu lesen und waren dem was ´die da oben´ gepredigt haben voll ausgeliefert.

Deshalb ist es wichtig, dass wir selber oft in der Bibel lesen. Wenn wir dabei die Haltung haben, Gottes Willen zu erkennen (auch wenn uns der unter umständen nicht passt), wird er uns ihn offenbaren.

Die Haltung und Einstellung, wie wir an Gottes Wort herangehen und mit ihm umgehen, ist äusserst wichtig! Ist es uns wichtiger, Gott dienen zu wollen und (ev. gegen unseren eigenen Willen) so zu leben wie er es möchte, oder unseren eigenen (egoistischen) Willen durchzusetzen?
Diese Frage muss jeder einzelne für sich und vor Gott selber beantworten.
Ich ess jetzt erst mal mein Frühstück! ;-)
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon Enggi » Sa 4. Jun 2005, 12:50

Hallo gfc

Im Kanton Bern könnte ich dir die Gemeinden des Evangelischen Gemeinschaftswerks empfehlen.

Gruss, Enggi
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon gfc » Sa 4. Jun 2005, 13:19

Original von Frühstückchen

Blind irgend welchen ´Dogmen´ folgen zu müssen, ist sicher nicht die Vorstellung einer christlichen Gemeinde.


Nun ja, dies mag ja theoretisch zutreffen, aber praktisch gesehen:

a) gibt es viele Menschen, die ungerne selber denken und noch so gerne sich der Meinung anderer anschliessen, vorallem "weiseren" wie Gemeindeleitern etc.

b) basieren die meisten Gemeinden auf "internen Regelwerken", welche die Mitglieder - wenigstens nach Aussen - einhalten müssen. Ich habe schon von Leuten gehört, wo die Gemeinde den Lohnauszug sehen wollte, um nachzuprüfen, ob der gesamte Zehnte gegeben wurde.. sonst wurde den Leuten der Segen und das Abendmahl verweigert...

c) Macht ist ein grosser Reiz für die Menschen. Auch Gemeindeleitungen sind nicht dagegen gefeit.
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Re: Gibts auch irgendwo liberale Christen?

Beitragvon origo » Sa 4. Jun 2005, 16:00

Original von gfc
b) basieren die meisten Gemeinden auf "internen Regelwerken", welche die Mitglieder - wenigstens nach Aussen - einhalten müssen. Ich habe schon von Leuten gehört, wo die Gemeinde den Lohnauszug sehen wollte, um nachzuprüfen, ob der gesamte Zehnte gegeben wurde.. sonst wurde den Leuten der Segen und das Abendmahl verweigert...

c) Macht ist ein grosser Reiz für die Menschen. Auch Gemeindeleitungen sind nicht dagegen gefeit.

Lieber gfc

unter dem Licht dieser Aussagen verstehe ich erst Deine Eingangsfrage. Was "liberal" bedeutet, kann ja verschieden interpretiert werden.

a) natürlich gibt es das. Ist aber ME nicht die Regel. In den meisten Gemeinden werden Leute für die Gemeindeleitung sorgfältig ausgewählt + demokratisch gewählt. Das auch zu c).

b) das ist mir neu. Die meisten Gemeinden basieren praktisch nur auf der Bibel. Andere dürften selten sein, abgesehen von Sekten. Eine solche Auslegung des Zehnten höre ich zum ersten Mal. Wohin man ihn gibt, kann man ME nicht bis ins Letzte vorschreiben - "mit dankbarem und fröhlichem Herzen" sollen wir ihn geben (wohin mir Gott zeigt).
Eine Verweigerung des Segens und Abendmahls ist für mich schwer vorstellbar :shock:

c) Grundsätzlich hast Du Recht. Doch sind die Kandidaten der Gemeindeleitung idR demokratisch gewählt, z.B. in den FEG.
Anders ist es in Sekten, dort haben Einzelne grosse Macht. Teilweise kann es ev. in charismatischen Gemeinden so aussehen, wobei es wohl nicht lange gut gehen würde, wenn sie diese missbrauchten.

Ich denke also, in der grösseren Region Zürich könntest Du eine Mehrheit der evangelischen Gemeinden besuchen und würdest kaum solche von Dir kritisierten Zustände finden.
Ich frage mich schon, woher Du solches gehört hast? :shock:

lg origo
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