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Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Evangelisch-reformierte Kirchen, lutherische Kirche, anglikanische Kirche

Moderator: bigbird

Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon _Fragender » Mo 16. Jan 2006, 10:38

Hallo

von der reformierten Landeskirche habe ich nun schon von verschiedenen Seiten gehört, "sie nehmen alles nicht so genau"...

Kann mir jemand konkrete Beispiele nennen?
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Korinther 13,13
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon origo » Mo 16. Jan 2006, 11:20

Nicht nur nehmen sie die Bibel nicht so genau, manche ihrer "modernen" resp. "postmodernen" Theologen interpretieren sie gern etwas beliebig, betrachten auch biblische Schilderungen als "allegorisch", d.h. nur beispielhaft zu verstehen.

Ein Beispiel der Umdeutung zentraler biblischer Aussagen ist eine Stellungnahme der reformierten Kirchenrätin (oberstes Leitungsgremium im Kt. Zürich) Irene Gysel im März 2004 vor der Zürcher Kirchensynode zum Film „The Passion of the Christ“. Dort behauptete sie, Jesus sei nicht für unsere Sünden am Kreuz gestorben, denn Gott verlange keine Opfer. Damit hat sie in Teilen des Kirchenvolks Bestürzung und Empörung ausgelöst, widerspricht sie damit doch der Bibel (z.B. Paulus) klar.

Hier ein Bericht dazu Kirchenrat verharmlost Kritik aus den Livenet-News.
Es müsste noch weitere Livenet-News zu diesem Thema geben.

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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Salzstreuer » Mo 16. Jan 2006, 11:44

Das Gros der Kirche und die obersten Gremien entfernt sich Stück für Stück von der biblischen Basis. Das fängt bei offenen Gottesdiensten und interreligiösen Gebeten an und hört bei der Verleugnung Jesu Kreuzestod und seiner Auferstehung auf. Dazwischen ist die Palette reich.

Es gibt aber immer noch Gemeinden innerhalb der ref. Kirche, welche jesuszentriert sind, welche eine biblische, fundierte Basis haben. In Basel kenne ich einige davon, aber für solche PfarrerInnen ist es innerhalb der Kirche ein hartes Los.

Meiner Meinung nach kann es aber nicht angehen, dass sich nun alle Christen aus diesen Gemeinden zurückziehen - damit geben wir eine grosse und auch wertvolle Institution auf :(

Im weiteren ist es wie bei (fast) allen - Fehler schleichen sich immer ein und wir sind alle aufgerufen, immer wieder neu anhand der Bibel selber zu prüfen, was denn Wille und Absicht Gottes sind...

-salzstreuer
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon _Fragender » Mo 16. Jan 2006, 14:19

Original von origo
Nicht nur nehmen sie die Bibel nicht so genau, manche ihrer "modernen" resp. "postmodernen" Theologen interpretieren sie gern etwas beliebig, betrachten auch biblische Schilderungen als "allegorisch", d.h. nur beispielhaft zu verstehen.

Ein Beispiel der Umdeutung zentraler biblischer Aussagen ist eine Stellungnahme der reformierten Kirchenrätin (oberstes Leitungsgremium im Kt. Zürich) Irene Gysel im März 2004 vor der Zürcher Kirchensynode zum Film „The Passion of the Christ“. Dort behauptete sie, Jesus sei nicht für unsere Sünden am Kreuz gestorben, denn Gott verlange keine Opfer. Damit hat sie in Teilen des Kirchenvolks Bestürzung und Empörung ausgelöst, widerspricht sie damit doch der Bibel (z.B. Paulus) klar.

Hier ein Bericht dazu Kirchenrat verharmlost Kritik aus den Livenet-News.
Es müsste noch weitere Livenet-News zu diesem Thema geben.

lg origo


Hallo origo

Vielen Dank für die wertvolle Info.

Da bin ich doch gleich doppelt gespannt was ich im G12-Kurs von der ref. Kirche zu hören kriege.

Natürlich ist von meinem Glauben her, die Aussage von Irene Gysel eindeutig falsch!
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon origo » Mo 16. Jan 2006, 15:38

Original von _Fragender
Da bin ich doch gleich doppelt gespannt was ich im G12-Kurs von der ref. Kirche zu hören kriege.

Natürlich ist von meinem Glauben her, die Aussage von Irene Gysel eindeutig falsch!

Hallo _Fragender

ja, da bin ich auch gespannt, über einen G12-Kurs persönliche Erfahrungen zu lesen!

Ich habe hier noch einen weiteren Artikel aus 2005 zur Passion gefunden: "Das Kreuz mit dem Kreuz", auch aus dem Livenet.ch

Wer sich direkt bei der ref. Kirche informieren will:
http://zh.ref.ch (Kanton Zürich)
http://ref.ch (Schweiz)

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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Oli4 » Mo 16. Jan 2006, 16:42

Original von _Fragender
Da bin ich doch gleich doppelt gespannt was ich im G12-Kurs von der ref. Kirche zu hören kriege.


Da bin ich auch sehr gespannt! Lass doch bei gelegenheit hören was dort so gelehrt wird. Danke

Habe zufällig heute Mittag im Net von diesem Angebot gelesen.
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon flinkthink » Di 17. Jan 2006, 16:09

Hallo zusammen!

Was halt bei der ref. Kirche auch noch ist, ist die Säuglingstaufe. Aber da streiten sie die Theologen ja immer noch darüber.. ;)

Jedoch finde ich die liberalen Strömungen in den ref. Kirchen sehr bedenklich! Klar, sind nicht alle gleich, aber in meinem Wohnort gibt es eine Pfarrerin, die betet das Vater-Unser mit "Vater und Mutter im Himmel...".

LG,
Michi
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Salzstreuer » Di 17. Jan 2006, 16:11

Ein G12-Kurs in der ref. Kirche?

Wo???

-salzstreuer, der sich das nicht vorstellen kann.
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon _Fragender » Di 17. Jan 2006, 16:18

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Oli4 » Di 17. Jan 2006, 16:21

Original von Salzstreuer
Ein G12-Kurs in der ref. Kirche?

Wo???

-salzstreuer, der sich das nicht vorstellen kann.

Hallo Salzstreuer. Nicht G7 noch G8, nein Du hast richtig gehört G12!
Hier der Link ;)
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Oli4 » Di 17. Jan 2006, 16:24

Original von samic
... In meinem Wohnort gibt es eine Pfarrerin, die betet das Vater-Unser mit "Vater und Mutter im Himmel...".

LG,
Michi

Genau solches und mehr veranlassen mich in nächster Zeit die ref. Kirche nochmals sehr genau unter die Lupe zu nehmen um dann def. zu Entscheiden... :x
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon bigbird » Di 17. Jan 2006, 16:25

Original von Oli4
Hier der Link ;)
ich weiss schon, was den Salzstreuer verwirrt: G12 ist nicht da Gleiche wie G12! 8-)

bb
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon flinkthink » Di 17. Jan 2006, 16:28

Genau!

Eigenltich sollte es Glauben12 heissen, da g12 ja die Kleingruppe von ICF ist. Obwohl ich mal gehört habe, dass ICF g12 jetzt wieder umbennen möchte?!
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon Zeitipower » Di 17. Jan 2006, 16:40

ICF hatte sich eigentlich selbst nicht als g12 Kirche definiert, man wollte aber die guten Ansätze von g12 soz. europäisch "Filtern". Die ehemaligen g12 gruppen wurden mittlerweile in smallgroups umbenannt und die Zugehörigkeit dazu erfolgt auf freiwilliger Basis - früher wurde die Zugehörigkeit zur smallgroup vielleicht etwas zu stark empfohlen. Icf ist einfach ein movement, ein movement ist dynamisch und versucht aus seinen Fehlern zu lernen :)

Gottes Segen,
Markus
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon origo » Di 17. Jan 2006, 17:16

Original von bigbird
ich weiss schon, was den Salzstreuer verwirrt: G12 ist nicht da Gleiche wie G12! 8-)

Gut, also da geht es um Glauben12, den Alpha-Kurs-"Ersatz" der ref. Kirche.

"G12" kommt glaub ich aus Südamerika, ein Jüngerschafts-Modell. Jeder in einer Gemeinde sucht sich wieder 12 Leute und fördert sie.
Aber was heisst dieses Kürzel "G12"? Gruppe von 12 / Group of 12?
Und dann gibt´s sogar G12-Kirchen?

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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon origo » Di 17. Jan 2006, 17:28

Original von samic
Klar, sind nicht alle gleich, aber in meinem Wohnort gibt es eine Pfarrerin, die betet das Vater-Unser mit "Vater und Mutter im Himmel...".

Ja die "Pfarrperson", wie das heute postmodern und politisch korrekt wohl genannt wird, hat in der ref.K. eine grosse Freiheit. So gross, dass nun wieder nach klaren Richtlinien gerufen wird.
Allerdings muss auch ein Pfarrer sich periodisch der Wahl durch die "gewöhnlichen" Mitglieder stellen.

Am obigen Beispiel sieht man 3 Dinge:
1. sind die "feministisch" gesinnten Pfarrerinnen relativ stark in der ref. K.
2. liegt dieser Aussage ein Missverständnis zugrunde, denn Gott ist ja alles, er ist der Vater im Himmel mit aller "mütterlichen" Fürsorge, die man sich nur wünschen kann.
3. sehen wir das gleiche Verlangen nach dem "Mütterlichen" auch in der RKK mit dem Marienkult. - die Nähe zur heidnischen Muttergöttin / Mutter Erde ist deutlich.
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon parepidimos » Di 17. Jan 2006, 17:55

@Origo

G12 ist nicht nur ein offensichtlicher Versuch, eine Alternative fuer den Alpha-Kurs zu sein. Das Frage-Antwort Format erinnert zB. stark an den Heidelberger Katechismus, allerdings ohne dessen kernigen Inhalt.


@zeiti

"Aus den Fehlern lernen" ist nett formuliert. "Alle Raeder nochmals neu erfinden" waere eine andere Betrachtungsweise. Keine christliche Bewegung kann sich auf die Dauer dem Kirche-sein widersetzen.
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon _Fragender » Mi 18. Jan 2006, 00:10

Original von parepidimos
G12 ist nicht nur ein offensichtlicher Versuch, eine Alternative fuer den Alpha-Kurs zu sein. Das Frage-Antwort Format erinnert zB. stark an den Heidelberger Katechismus, allerdings ohne dessen kernigen Inhalt.




Hallo parepidimos

Da Du scheinbar über den Heidelberger Katechismus Bescheid weisst und ich soeben eine Predigt von diesen gelesen habe, würde ich gerne wissen was Du für ein Bild von diesem Katechismus hast.

Ausserdem würde es mich interessieren, was "ohne dessen kernigen Inhalt" bedeutet.

Wäre mir eine Hilfe für diesen G12-Kurs...

Dank & Gruss
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon gfc » Mi 18. Jan 2006, 01:16

Original von _Fragender
Hallo

von der reformierten Landeskirche habe ich nun schon von verschiedenen Seiten gehört, "sie nehmen alles nicht so genau"...



Es ist ein schmaler Grat zwischen "nicht genau" und zu "zu genau"...

@origo: Die Bibel strotzt nur so von Allegorien, die Frage ist nur: Was ist allegorisch und was nicht. Und genau diese Grenze ist undefinierbar, da fliessend. Und so gibts eben das extrem der ref. Kirchen - welche sehr auf allegorische Darstellungen eingehen - und von freikirchlich-konservativen Gemeinden - welche sämtliche Allegorien ablehnen und alles Wort für Wort auffassen.

Und wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo zwischen den zwei Extremen...
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon origo » Mi 18. Jan 2006, 13:16

Original von gfc
Es ist ein schmaler Grat zwischen "nicht genau" und zu "zu genau"...

@origo: Die Bibel strotzt nur so von Allegorien, die Frage ist nur: Was ist allegorisch und was nicht. Und genau diese Grenze ist undefinierbar, da fliessend. Und so gibts eben das extrem der ref. Kirchen - welche sehr auf allegorische Darstellungen eingehen - und von freikirchlich-konservativen Gemeinden - welche sämtliche Allegorien ablehnen und alles Wort für Wort auffassen.

Und wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo zwischen den zwei Extremen...

Ich weiss nicht, ob man die Bibel "zu genau" nehmen könnte. Eher nicht. Aber jemand hat mal gesagt:
"Ich nehme die Bibel ernst, aber nicht wörtlich"

Ob Allegorie das Selbe ist wie ein Gleichnis? Auch eher nicht.
Wenn du anfängst, wie die postmodernen "wissenschaftlichen" Theologen, verschiedene Stellen der Bibel zu relativieren, dann bist du rasch an dem Punkt, wo sie nicht mehr als der zuverlässige Ratgeber Gottes im menschlichen Leben dasteht, sondern, wie es Ungläubige oft schreiben, als "ein Buch unter anderen".

Damit würde ich meinen Intellekt über den Glauben stellen, über Gott, und wäre damit von ihm abgefallen.

Gottes Segen
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Re: Reformiert -

Beitragvon parepidimos » Mi 18. Jan 2006, 16:46

Original von _Fragender
Da Du scheinbar über den Heidelberger Katechismus Bescheid weisst und ich soeben eine Predigt von diesen gelesen habe, würde ich gerne wissen was Du für ein Bild von diesem Katechismus hast.

Ich halte ihn fuer eine nuetzliche, wenn auch etwas langatmige Zusammenfassung reformierter Theologie, zu welcher ich mich bekenne.

Ausserdem würde es mich interessieren, was "ohne dessen kernigen Inhalt" bedeutet.

Nun, vieles haengt natuerlich von den konkreten Inhalten der G12-Inhalten ab. Die Fragen auf der Webseite kommen mir typisch landeskirchlich daher: Genug Jesus, um die Christen zufriedenzustellen, aber trotzdem vage genug, um niemandem auf die Zehen zu treten.

Was mich sonst noch stutzig macht ist die permanente Betonung, die Abende wuerden von theologisch ausgebildeten Personen betreut. Dies ist natuerlich wichtig, aber ich frage mich, weshalb es so hervorgehoben werden muss.

Wäre mir eine Hilfe für diesen G12-Kurs...

Mach´s gut und berichte uns deine Erfahrungen ...


@gfc

Dass die Bibel "nur so von Allegorien strotzt" finde ich in der von dir gewaehlten Form eine hoechst problematische Behauptung. Meist dient sie als Auftakt zu einer postmodernen Hermeneutik ("Art, die Bibel zu lesen";) welche die Existenz einer universell-goettlichen, fuer alle Menschen gueltigen Wahrheit in Abrede stellt. Was man schlussendlich aus der Bibel herausholt ist jedem einzelnen ueberlassen. Soweit mein persoenlicher Eindruck. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht unbedingt deine Absicht gewesen sein muss.


Gruss -- P
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Re: Reformiert -

Beitragvon gfc » Mi 18. Jan 2006, 20:29

Nein, per se war das natürlich nicht das Ziel, wenn auch obiges bewusst ein wenig provokativ geschrieben war. Und ich verwechsle Gleichnisse nicht mit Allegorien, auch wenn sie in die selbe schiene zielen.

Es geht eher in folgende Richtung:

Die Bibel-Autoren schrieben ihre Texte im Hintergrund ihrer eigenen Kultur und ihres Charakters. Es war aber - und ist heute noch - bei vielen Juden sehr verbreitet, allegorische Mittel zu gebrauchen. Beispiele gibts mehr als genug, siehe Hohelied (AT - Beispiel als Beziehung zwischen Gott und Menschen) oder Offenbarung des Johannes (Zahlenallegorie).

Nun aber machen die ref. Kirchen wie auch die konservativ-Freikirchen die problematische Auslegung, dass Sie die subjektiven Elemente der Autoren schlicht unter den Tisch kehren. So entsteht einerseits ein "lasches" Abbild, in dem einfach alles - was einem nicht in den Kram passt - zur Allegorie definiert wird. Andererseits wird aber ein zu "strenges" Abbild erstellt, in dem die Allegorien schlichtwegs als Wort-für-Wort Interpretationen gedeutet werden.

Origo hat in dem Sinne schon einen Wahren Satz gesagt. So in etwa hätte ich es auch formuliert. Die Bibel wird nicht unwahrer, in dem man versucht Allegorien zu erkennen und zu deuten.
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Re: Reformiert - "nehmen alles nicht so genau"?

Beitragvon rebi88 » Sa 4. Mär 2006, 22:37

Original von _Fragender
Hallo

von der reformierten Landeskirche habe ich nun schon von verschiedenen Seiten gehört, "sie nehmen alles nicht so genau"...



hmm ich glaube, dass kommt extrem auf die jeweilige Gemeinde an! Es gibt glaub schon recht viele ref. Kirchen, bei welchen der Pfarrer auch gar nicht wirklich glaubt oder zumal keine eigene Beziehung zu Gott hat....
Aber ich kenne eine ref. Kirche (Steinmaur, ZH) die wirklich glaubt! Und die sehr Bibelgenau ist und so denke ich für viele andere "normale" Gemeinde ein Vorbild sein könnte/ist!
Es gibt aber noch mehr, zwar vielleicht nicht so krass wie diese, aber Fischenthal oder Gossau ist auch zimlich "bibeltreu" was ich so gehört und gesehen hab....

Gruss Rebi
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Re: Perfekt!

Beitragvon monk2 » Di 14. Mär 2006, 16:07

Bravo !
Vorbildich !
Pastor geht mutig voran
editiert, siehe Netikette :)
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Re: Perfekt!

Beitragvon origo » Mi 15. Mär 2006, 12:21

Sag mal, Monk

kopierst du immer denselben nichtssagenden Spruch
in mehrere, ganz unterschiedliche Threads? :?

Damit kann ich nichts anfangen. Was ist dein Anliegen? :roll: 8-)

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Re: Reformiert -

Beitragvon PhiloMuc » Mo 20. Mär 2006, 18:56

Lieber Origo,
feministische Pfarrer meinen vielleicht, dass das Weibliche an Gott nur theoretisch in der Gemeinde gewusst wird; um das Praktische zu betonen, wird das Weibliche in der Theologie extra hervorgehoben- als Ausgleich sozusagen.
es grüßt PhiloMuc
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wolle Gott mich in sie versetzen;
falls ich in ihr bin,
möge Gott mich in ihr bewahren"
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Re: Reformiert -

Beitragvon origo » Di 21. Mär 2006, 18:56

Original von PhiloMuc
Lieber Origo,
feministische Pfarrer meinen vielleicht, dass das Weibliche an Gott nur theoretisch in der Gemeinde gewusst wird; um das Praktische zu betonen, wird das Weibliche in der Theologie extra hervorgehoben- als Ausgleich sozusagen.
es grüßt PhiloMuc

Hallo PhiloMuc

willkommen hier! :)

Ja, das ist schon klar.
Doch deswegen kann man nicht das Christentum mit Heidnischem vermischen.
Denn es ist Gott Jahwe ein Gräuel (s. Mose).

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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » Mi 22. Mär 2006, 21:20

Hallo zäme

Ich hab euch mal ne kleine Kostprobe aus dem glauben12 - Kurs:

Gibt es den Teufel? [11]

Nein. Ich glaube einzig an Gott, weder an den Teufel noch an böse oder gute Geister. Ich weiss aber, dass Menschen teuflisch böse sein können, und manchmal engelhaft gut.
:shock:
aus: glauben12 Fragenkatalog

Eigentlich sollte man mal die kompletten Kursunterlagen bestellen und schauen, wie diese vagen philosophischen und teils unbiblischen Antworten biblisch begründet werden. :?
Na ja, ich muss aber zur Verteidigung der ref. Kirche sagen, dass ich viele Gemeinden kenne, die sich wirklich an Gottes Wort halten und ihren Glauben ausleben. Aber es gibt halt so viele verschiedene Gemeinden wie es Pfarrpersonen gibt...

lg michelangelo (der nach wie vor lieber einen AlphaLife Kurs durchführt, wie viele reformierten Kirchgemeinden auch)
"Das schwierigste Instrument? Die zweite Geige!" Leonard Bernstein
Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge. Philipper 2,4
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Re: Reformiert -

Beitragvon origo » Fr 24. Mär 2006, 21:51

Original von michelangelo
Ich hab euch mal ne kleine Kostprobe aus dem glauben12 - Kurs:
Gibt es den Teufel? [11]

Nein. Ich glaube einzig an Gott, weder an den Teufel noch an böse oder gute Geister. Ich weiss aber, dass Menschen teuflisch böse sein können, und manchmal engelhaft gut.
:shock:
aus: glauben12 Fragenkatalog

Eigentlich sollte man mal die kompletten Kursunterlagen bestellen und schauen, wie diese vagen philosophischen und teils unbiblischen Antworten biblisch begründet werden. :?

Ja, dieser Punkt ist mir auch aufgefallen. Sie stellen nicht nur den Teufel in Frage, sondern im gleichen Atemzug auch die Engel (mind. indirekt).

In ihrem krampfhaften Bemühen, einen eigenen "Evangelisations-Kurs" zu machen, lehnen sie sich weit zum Fenster hinaus und "machen sich der Welt gleich" (vgl. Röm 12,2). An ihrer Intelligenz wird es nicht liegen, also entfernen sie sich absichtlich von der Bibel.

Das finde ich doch sehr befremdlich, bei aller Sympathie.

lg origo
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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » Sa 25. Mär 2006, 00:06

Hallo

Mir sind beim ersten Durchlesen einfach die schwammige Ausdrucksweisen sauer aufgestossen. Die Stelle mit den bösen und guten Geistern hat mir dann den Rest gegeben.
Habe jetzt den Fragenkatalog zum zweiten Mal durchgelesen. Er gefällt mir immer besser. Hab mal zwei Passagen rauskopiert:

Frage 29:

Wie kann Gott die Menschen lieben und seinen Sohn opfern?

Die Bibel stellt die religiöse Welt auf den Kopf. Dort opfern Menschen Leben, um die Götter gnädig zu stimmen, und erbringen Leistungen, um Unsterblichkeit zu erlangen. Hier wird Gott Mensch und verschenkt Leben, damit alle Leben in Fülle haben und ganz Mensch werden. Das Kreuz ist eine religiöse Torheit, aber eine Weisheit des Glaubens. Um mich geht es.

Frage 30:

Wie geschieht Versöhnung? [30]

Gott trennt die Sünde vom Sünder. Meine Sünde vernichtet er, mich heilt er. Gott will allen, die glauben, gnädig begegnen. Seine Gnade ist mir teuer. Sie hat ihn seinen Sohn gekostet. So werde ich nicht zum Opfer meiner Biographie.


Finde diese Antworten noch recht gut. Schliesslich geht es da um Wesentlicheres als um Engel und Dämonen. Ich verstehe nur nicht, was in Frage 29 mit "ganz Mensch werden" gemeint ist. Vielleicht Mensch, wie Gott uns geplant hat, als sein Ebenbild?
Ein bisschen erinnern mich diese Antworten an Paulus´ Briefe.
Meiner Meinung nach tut man aber besser daran, sich in Fragen der Theologie an Paulus selbst zu halten (Römer-, Korinther- und andere Briefe lesen)

Tut mir leid, dass ich erst so voreingenommen war.
Und eben, ich hab ja nicht alle Kursunterlagen. Ich werde die aber auch nicht kaufen, sondern mein Geld und meine Zeit für anderes einsetzen, als die Theologie der Reformierten Kirche zu studieren.
Gehe deshalb schlafen. :baby:

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Re: Reformiert -

Beitragvon PhiloMuc » Sa 25. Mär 2006, 00:10

Origo,
sorry, aber ich bin neu hier- ich komme aus der PHILOSOPHIE- das heisst "Liebe zur Weisheit" - da ist man gewöhnt , differenziert und feingliedrig zu denken...
Wieso ist es heidnisch, das Weibliche (nach 500(0) Jahren verMÄNNlichtem) Gottesbild, ausgleichend hervorzuheben???

Verwirrt ...aber -wie gesagt-ich komme aus "anderen" kreisen...
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Re: Reformiert -

Beitragvon origo » So 26. Mär 2006, 19:40

Original von PhiloMuc
Wieso ist es heidnisch, das Weibliche (nach 500(0) Jahren verMÄNNlichtem) Gottesbild, ausgleichend hervorzuheben???

Hallo PhiloMuc

die Bibel zeigt uns den Schöpfergott, wie er sich Mose und anderen offenbart hat, und auf den sich Jesus immer wieder bezieht. Dieser hat in seiner umfassenden Liebe für alle Menschen, in der er für alle und alles sorgt, auch viele "mütterliche" Eigenschaften. Doch er ist keine Göttin.

Die "Göttin" kommt aus einem Glauben an eine schöpferische Natur, wobei offen bleibt, ob diese Natur oder sogar alles Teil der "Göttin" ist, oder ob eine "schöpferische Kraft" hinter allem steht. Es ist ein unbestimmter, nicht erlösender Glaube, der nicht mehr nötig ist, weil sich Gott Jahwe nicht nur selber offenbart, sondern auch seinen Sohn Jesus Christus in unsere Welt gesandt hat, damit wir mit ihm eine eine persönliche Beziehung haben und gerettet werden können.

Deshalb ist es eine verhängnisvolle Missachtung von Jahwes Liebe, weiter an eine Göttin zu glauben und eine Irreführung, von einer solchen zu reden.
Der christliche Glaube hat nichts zu tun mit einer Bevorzugung des Männlichen.
Jeder Mensch hat spezifische, persönliche Aufgaben.

Es gibt keine Weisheit, die nicht ihren Anfang nimmt bei Gott Jahwe, dem Schöpfer von Himmel und Erde.

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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » So 26. Mär 2006, 19:48

Hallo PhiloMuc

Zuerst mal ne Frage: Erlebst du Gott als männlich oder weiblich, wenn du zu ihm betest? Ich könnte weder das eine noch das andere behaupten: Es ist einfach Gott.
Wenn feministische Theologinnen (und Theologen?) sprachliche Anpassungen machen wollen, ist mir das egal. Aber ich habe den Verdacht, dass einige von ihnen Gott einfach an ihr Weltbild einpassen wollen, ihn in ihre Philosophie einbinden. Gott sagt aber von sich: "Ich bin der ich bin". Wir sollten uns nicht anmassen, ein eigenes Gottesbild nach unserem Gutdünken zu machen.
Wie erfährt man aber, wie Gott wirklich ist? Gott offenbart sich durch seine Schöpfung, durch die Bibel, durch die Geschichte (Volk Israel), durch andere Menschen und durch seinen Geist. Er möchte, dass wir ihn in einer persönlichen Beziehung kennen lernen.
All unsere Theorien und Erklärungen wie Gott ist oder sein sollte, sind wertlos, wenn wir ihn nicht persönlich kennen.
Ich glaube, Origo meinte mit "heidnisch", dass wir Eigenschaften anderer Götter in ihn hineininterpretieren. Das mag Gott überhaupt nicht.
Meiner Meinung nach hat Gott uns schon mehr als genug Hinweise gegeben, wie er ist. Da müssen wir nicht noch unseren menschlichen Senf dazugeben.

Weshalb im deutschen Sprachgebrauch meist das männliche Geschlecht gebraucht wird, weiss ich auch nicht, aber wie gesagt: das ist nebensächlich.

Gruss michelangelo
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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » So 26. Mär 2006, 19:53

Hallo Origo.

Hab gar nicht gemerkt, dass du auch geschrieben hast. Aber ich glaube, unsere Aussagen sind nicht mal so weit voneinander entfernt.
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Re: Reformiert -

Beitragvon origo » So 26. Mär 2006, 20:31

Original von michelangelo
Aber ich habe den Verdacht, dass einige von ihnen Gott einfach an ihr Weltbild einpassen wollen, ihn in ihre Philosophie einbinden. Gott sagt aber von sich: "Ich bin der ich bin". Wir sollten uns nicht anmassen, ein eigenes Gottesbild nach unserem Gutdünken zu machen.

Diesen Verdacht habe ich allerdings auch.
Und nicht nur Verdacht. Da habe ich oben in diesem Thread schon drüber geschrieben.

lg origo
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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » So 26. Mär 2006, 20:40

Hallo Origo

Uppsala!

Also "Vater und Mutter im Himmel".... hilfe! Hab das gar nicht so genau gelesen, tut mir leid.
Ja, du hast recht. Das ist eine Person zuviel!

Für mich macht es noch einen Unterschied, ob jemand absichtlich Dinge verdreht oder ober es aus Unwissenheit geschieht. Und Unwissenheit kann man den reformierten Theologen nicht nachsagen....

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Re: Reformiert -

Beitragvon PhiloMuc » Mo 27. Mär 2006, 05:58

Origo,
ich habe kein persönliches Gottesbild. Für mich tritt Gott in Form der HG auf: ein warm-liebevoller Kraftstrom. Zum Beten habe ich so kein Verhältnis; wohl aber zu Jesus. Denn er sprach -so glaube ich- "aus der selben Kraft heraus".
Michel- mir erscheint das nicht nebensächlich, wenn wir "zum Tisch des Herrn" gehen oder das VATERunser beten. Gerade Kinder reagieren darauf und bilden sich ein vermanntes Gottesbild. überhaupt: Ihr Protestanten drängt doch immer aufs WORT!
Da seid ihr es, die willkürlich Gott verfälschen. Besser: Aus Tradition, in die ihr so reingewachsen seid, weil ihr sie mit der Muttermilch aufgesogen habt.
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Re: Reformiert -

Beitragvon PhiloMuc » Mo 27. Mär 2006, 06:00

Origo,
ich habe kein persönliches Gottesbild. Für mich tritt Gott in Form des HG auf: ein warm-liebevoller Kraftstrom. Zum Beten habe ich so kein Verhältnis; wohl aber zu Jesus. Denn er sprach -so glaube ich- "aus der selben Kraft heraus".
Michel- mir erscheint das nicht nebensächlich, wenn wir "zum Tisch des Herrn" gehen oder das VATERunser beten. Gerade Kinder reagieren darauf und bilden sich ein vermanntes Gottesbild. überhaupt: Ihr Protestanten drängt doch immer aufs WORT!
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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » Mo 27. Mär 2006, 12:25

Hallo PhiloMuc

Wie kommst du darauf, dass ich protestantisch sein soll?
Du hast recht: unser Gottesbild wird auch von unserer ganzen Kultur geprägt. Nochmals: Deshalb braucht es die Beziehung zu Gott.
Aber zu "Vater und Mutter" zu beten ist wirklich nicht christlich.

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Re: Reformiert -

Beitragvon michelangelo » Mo 27. Mär 2006, 13:27

Übrigens: Jesus hat Gott "abba" genannt, das heisst so viel wie "Bappi" auf schweizerdeutsch oder "Papa" auf deutsch. Er hat nicht "ima" gesagt.
Weshalb kommt es so drauf an, ob Gott nun eher männlich oder weiblich sein soll, wenn du ihn nicht sowieso nur vom hörensagen und von seiner Schöpfung her kennst? Offenbar ist es dir wichtig.

gruss michelangelo
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