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Mordfall Lübcke in Kassel mit Neonazi-Hintergrund

Über aktuelles in der Gesellschaft

Moderator: Thelonious

Mordfall Lübcke in Kassel mit Neonazi-Hintergrund

Beitragvon Thelonious » Mo 17. Jun 2019, 19:27

"Nervt" passt nicht, "macht traurig, empört, macht wütend" trifft es viel besser:

in D wurde der Kassler Regierungspräsident Walter Lübcke zumindest nach aktuellem Ermittlungsstand von einem Rechtsextremen ermordet. Als wesentlicher Tathintergrund wird vermutet ist, dass sich Lübcke wiederholt für einen christlichen Umgang mit Asylsuchenden aussprach.

Der Generalbundesanwalt hat jedenfalls die Ermittlungen übernommen.

Verdächtiger im Fall Lübcke hat Asylbewerberheim angegriffen

So schnell werden aus rechten Schreihälsen Täter!

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Re: Was nervt euch gerade ?

Beitragvon Columba » Mo 17. Jun 2019, 19:41

Das ARD hat nach der Tagesschau gerade einen Brennpunkt gesendet. Das kann man ja mit dem Replay gut nochmals ansehen.

Die mutmasslichen Verstrickungen sind besorgniserregend.

Schon fast zum Kotzen statt zum Nerven ist dann der Tweet von der AfD Dithmarschen (Schleswig-Holstein), in dem der Politiker noch verhöhnt wird: ( Kommentar siehe: https://www.fr.de/meinung/afd-statement ... 60025.html ).


Grüsse Columba
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Re: Was nervt euch gerade ?

Beitragvon Thelonious » Di 18. Jun 2019, 13:18

Columba hat geschrieben:...Schon fast zum Kotzen statt zum Nerven ist dann der Tweet von der AfD Dithmarschen (Schleswig-Holstein), in dem der Politiker noch verhöhnt wird: ( Kommentar siehe: https://www.fr.de/meinung/afd-statement ... 60025.html ).


Grüsse Columba...


Ich sage / schreibe so etwas in der Form wirklich selten. Aber das (AfD-Reaktionen zum Mordfall Lübcke) IST so etwas von zum Kotzen!

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mi 19. Jun 2019, 17:33

Hallo,

endlich gibt es auch seitens der CDU - also der Partei, für welche das Mordopfer Walter Lübcke an herausragender Stelle tätig war - eindeutigere Aussagen zu dieser Thematik, siehe hier.

Dieses inkl. der Mitschuld der AfD zumindest an dieser fürchterlichen Gesamtentwicklung.

Warum dafür nicht auch mehr aktiv auch auf die Straße gegangen wird, es also zu konzertierten Bürgerprotesten kommt, verstehe ich aber nicht.

Gruß
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon lionne » Mi 19. Jun 2019, 18:31

Ich hätte mir von denen, die diese schreckliche Tat politisch instrumentalisieren mehr Anstand und Pietät gewünscht. :(
Gruss lionne
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mi 19. Jun 2019, 19:23

lionne hat geschrieben:Ich hätte mir von denen, die diese schreckliche Tat politisch instrumentalisieren mehr Anstand und Pietät gewünscht. :(
Gruss lionne


Verstehe ich nicht. Du wünscht Dir mehr Anstand von den Tätern? Oder wen meinst Du mit "instrumentalisierend"?
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mi 19. Jun 2019, 21:45

Hallo,

ich finde es gut und wichtig, dass unser deutschen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner heutigen Rede anlässlich der Eröffnung des Kirchentags deutliche so Worte zu dem Mord an Walter Lübcke und den widerlichen Kommentaren von irren Rechten zu dieser Tragödie fand!

So sagte er u.a.

"Weiter betonte Steinmeier, es sei "furchtbar und unerträglich", dass einem "politischen Mord, mutmaßlich begangen von einem überzeugen Rechtsextremisten", auch noch "im Netz Beifall geklatscht wird". "Gerade in diesen Tagen erleben wir, wie kurz der Weg von verrohter Sprache bis zur Straftat ist", wandte sich der Bundespräsident gegen Hass und Hetze im Internet."

Der Artikel aus dem dieses Zitat stammt: https://www.dw.com/de/mordfall-l%C3%BCb ... a-49269590 .

Auf solche Täter, auf solche Claqueure aus dem rechten Spektrum kann man nur mir maximaler Verachtung schauen! Da sollte, MUSS sich jede mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Person nur mit Abscheu abwenden! Christen selbstverständlich zu aller erst!

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Do 20. Jun 2019, 06:24

Thelonious hat geschrieben:Hallo,

ich finde es gut und wichtig, dass unser deutschen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner heutigen Rede anlässlich der Eröffnung des Kirchentags deutliche so Worte zu dem Mord an Walter Lübcke und den widerlichen Kommentaren von irren Rechten zu dieser Tragödie fand!

So sagte er u.a.

"Weiter betonte Steinmeier, es sei "furchtbar und unerträglich", dass einem "politischen Mord, mutmaßlich begangen von einem überzeugen Rechtsextremisten", auch noch "im Netz Beifall geklatscht wird". "Gerade in diesen Tagen erleben wir, wie kurz der Weg von verrohter Sprache bis zur Straftat ist", wandte sich der Bundespräsident gegen Hass und Hetze im Internet."

Der Artikel aus dem dieses Zitat stammt: https://www.dw.com/de/mordfall-l%C3%BCb ... a-49269590 .

Auf solche Täter, auf solche Claqueure aus dem rechten Spektrum kann man nur mir maximaler Verachtung schauen! Da sollte, MUSS sich jede mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Person nur mit Abscheu abwenden! Christen selbstverständlich zu aller erst!

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Steinmeier betont..., mit Abscheu abwenden...., maximaler Verachtung....

Und es wird wieder nur bei Worten bleiben, wann folgen endlich Taten? Die deutsche Regierung hält doch alle Macht in den Händen, um diesem braunen Spuk endlich ein Ende zu bereiten

Seit Jahr und Tag bleibt es bei der Empörung und sinnlosen "Absichtserklärungen", mehr geschieht nicht, und die braune Pest breitet sich immer weiter aus, bis es dann wieder einmal viel zu spät ist.

Was die Erfahrung aber und die Geschichte lehren, ist dieses, daß Völker und Regierungen niemals etwas aus der Geschichte gelernt und nach Lehren, die aus derselben zu ziehen gewesen wären, gehandelt haben.
(Quelle: Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, 1837)
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Columba » Do 20. Jun 2019, 07:26

Thelonious hat geschrieben:Auf solche Täter, auf solche Claqueure aus dem rechten Spektrum kann man nur mir maximaler Verachtung schauen! Da sollte, MUSS sich jede mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Person nur mit Abscheu abwenden! Christen selbstverständlich zu aller erst!

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POW hat geschrieben:Steinmeier betont..., mit Abscheu abwenden...., maximaler Verachtung....

Und es wird wieder nur bei Worten bleiben, wann folgen endlich Taten? Die deutsche Regierung hält doch alle Macht in den Händen, um diesem braunen Spuk endlich ein Ende zu bereiten

Seit Jahr und Tag bleibt es bei der Empörung und sinnlosen "Absichtserklärungen", mehr geschieht nicht, und die braune Pest breitet sich immer weiter aus, bis es dann wieder einmal viel zu spät ist.

Was die Erfahrung aber und die Geschichte lehren, ist dieses, daß Völker und Regierungen niemals etwas aus der Geschichte gelernt und nach Lehren, die aus derselben zu ziehen gewesen wären, gehandelt haben.
(Quelle: Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte, 1837)


Die Berliner Morgenpost schrieb dazu treffend:

Auch Worte sind Waffen

Längst gilt für Extremisten: Auch Worte sind Taten. Worte sind Waffen. Der erschossene Politiker Lübcke war Opfer einer gezielten Hasskampagne vor allem im Internet.
...Und jeder kann etwas dagegen tun. Jeder Einzelne muss zuhören - aber auch rote Linien setzen. Und bei Hass gegenhalten. Starten wir die digitale Friedensmission! Stellen wir uns Hetze entgegen - denn Hass ist keine Meinung.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/53614/4302100

Auch wenn man auch aus der Vergangenheit noch nie was lernte, kann man es trotzdem in der Gegenwart versuchen. Es ist nicht nur Sache von Regierung, Parlament und Gerichte etwas zu machen, sondern wir alll sind mitverantwortlich, dass rote Linien gesetzt werden. Hass, Hetze und Lügen sind keine Meinungen, das können wir alle auf Twitter und Facebook, in Foren und Blogs schreiben und es in der Öffentlichkeit sagen, wenn nötig. Auch vor 85 Jahren hätte es weniger Unglück gegeben in Europa, wenn alle vernünftigen Leute auf diesem Kontinent klar gesagt hätten, solche Lügen, Hetzen, Verschwörungstheorien, etc. nicht.


Grüsse Columba


PS
Mir passierte es mal, dass jemand in der Strassenbahl plötzlich zu lästern begann über Schwarze, Ausländer und Asylsuchende. Da habe ich dann bewusst laut einfach gerufen zu dieser Person, dass sie diesen Rassismus sofort stoppen soll, sonst rufe ich sofort die Polizei. Diese Person war dann ruhig, sie schimpfte nur noch leise gegen mich. Aber der Spuk war dann vorbei.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Do 20. Jun 2019, 08:32

Columba hat geschrieben:Auch vor 85 Jahren hätte es weniger Unglück gegeben in Europa, wenn alle vernünftigen Leute auf diesem Kontinent klar gesagt hätten, solche Lügen, Hetzen, Verschwörungstheorien, etc. nicht.


Daran glaube ich nicht, Geschichte hat wohl ihren ganz eigenen "Fluss" und unterliegt wohl Gesetzmäßigkeiten, die wir wohl niemals verstehen werden.

In den Zeiten, wo die niedersten Instinkte des Menschen die Oberhand gewinnen, da hatte die Vernunft noch niemals eine Chance, selbst die christlichen Kirchen folgten dem Führer und wenn sich doch einmal Widerstand regte, dann fanden sich diese mutigen Menschen im so genannten Priesterblock im KZ Dachau wieder.


https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrerblock_(KZ_Dachau)

Ihnen ewige Ehre und ewiges Andenken

Wenn ich das heutige Zeitgeschehen zusammen fasse und man die Omen richtig deutet, dann befanden und befinden wir uns doch zwischen den zweiten und dritten Weltkrieg. Denn in dieser Welt scheint der Krieg wohl wirklich der Vater aller Dinge zu sein. Und das sah Heraklit schon vor rund 2500 Jahren.

Die Menschen wollen es wohl nicht anders.

Danke für deinen Beitrag und deine Zivilcourage!
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Do 20. Jun 2019, 09:39

Was gefährlich ist, ist der braune Bodensatz des Hasses in der Gesellschaft. Der in kranken Köpfen gehrt. Wie gefährlich das wird, hängt davon ab, wie sehr sich die Gesellschaft manipulieren lässt. Also dahin leiten lässt, dass diese Kranken mehr Einfluss bekommen. Eigentlich sind solche Extremisten die ihr Gift verbreiten und meinen morden zu können, Psychopathen. Abnormal und verbrecherisch war ja auch Hitler, der oberste aller Volksverhetzer und Mörder. Solche Irre wollen ihre perverse Unmenschlichkeit auf die ganze Gesellschaft ausweiten. Dann wird das ganze Volk vom Bösen geknechtet.

Der Staat geht viel zu nachsichtig mit diesen gefährlichen Irren um, die versuchen ein ganzes Volk dazu zu bringen, ihnen politische Macht zu geben.

Lassen wir unsere Menschlichkeiten nicht durch ihre Manipulation vergiften. Rechte Politiker die eine weisse Weste vorgaukeln aber kooperieren mit zerstörerischen Radikalen, die muss man entlarven und entmachten. Dazu gehört Wachsamkeit des Bürgers. Dass er seine Verantwortung wahrnimmt als vernunftsbegabter Mensch. Der Staat muss allerdings die verbrecherischen unter ihnen identifizieren und "entschärfen". Denn es sind ja Zeitbomben.

Laut Bericht gibt es ja Neonazis, die fleißig Waffen sammeln und auf den Tag X zuarbeiten. Wenn ihre politischen Förderer genug politische Macht haben und ihnen grünes Licht geben. Erst mal an der Macht, werden die humaneren Rechten von ihnen entfernt, die bis dahin den Schlimmen zuarbeiten als öffentliches Aushängeschild.

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon firebird » Do 20. Jun 2019, 10:02

Grüezi mitenand,

was mit Herrn Lübcke geschehen ist, das ist ganz klar voll krass daneben. Diese Mordtat muss unbedingt angemessen bestraft werden, auch das ist für mich ganz klar.

Doch als analysierender Schweizer mache ich mir schon ein paar Gedanken über die Hintergründe. Gespräche mit deutschen Staatsbürger wie auch Medienberichte erwecken in mir den Eindruck, dass in Deutschland die Stimmung wegen Deutschlands Asylpolitik ganz ordentlich aufgeheizt ist. Was wir bei uns auch erleben, muss in Deutschland noch viel krasser sein, nämlich dass wir Landsleute gegenüber Einwanderern benachteiligt werden.

Herr Lübcke scheint mir schon auf einem Auge blind gewesen zu sein. Dies rechtfertigt natürlich eine Ermordung ganz und gar nicht. So begründete Herr Lübcke die lockere Asylpolitik mit christlichen Werten. Dann liess er sich noch zur Aussage hinreissen, dass diejenigen welchen dies nicht passt, gefälligst ausreisen sollten. Nach meiner Ansicht hat Herr Lübcke mit solchen Worten schon ganz ordentlich mit dem Feuer gespielt.

Was mir persönlich zu denken gibt:

Schliesst Christsein das Bewusstsein einer nationalen Identität aus?

Schliesst Christsein die Sympathie zu einer nach rechts gerichteten Partei aus?

Bin ich nur dann ein Christ, wenn ich zu einer lockeren Asylpolitik Ja sage und dafür eintrete?

Es Grüessli
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Do 20. Jun 2019, 10:12

Hallo firebird,
Die Asylpolitik ist wohl wirklich der Brennpunkt.
Ja, warum schafft es die deutsche Politik nicht, den Volkswillen zu berücksichtigen ?

Wir Christen haben natürlich besondere Bedenken, dass der fremde islamische Einfluss zum Problem wird. Sogar, dass alles zu viel wird, weil wir überflutet werden als Volk.

Brandherde sind so einige. Kriminelle Osteuropäer und kriminelle arabische Klans. Formierung von gethoartigen Wohnstrukturen, wo man sich abschottet gegenüber der Gesamtgesellschaft.

Ich sollte mal schauen, wie die Schweden es geschafft haben, viele bedrohte christliche Aramäer aufzunehmen. Bedrohte Christen würde ich auch eher aufnehmen. Weil sie grundsätzlich weniger Konflikte durch eine Parallelgesellschaft bringen.

Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Da gehrt es.

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon firebird » Do 20. Jun 2019, 10:21

oTP hat geschrieben:Was gefährlich ist, ist der braune Bodensatz des Hasses in der Gesellschaft, der in kranken Köpfen gärt. Wie gefährlich das wird, hängt davon ab, wie sehr sich die Gesellschaft manipulieren lässt.


Solche in Deutschland verfassten Zeilen verwundern mich nicht. Ich will ja unseren nördlichen Nachbarn keinesfalls zu nahe treten. Schliesslich werde ich von deutschen Ärzten sehr gut versorgt. Ebenfalls habe ich sehr nette Arbeitskollegen aus Deutschland.

Doch Hand aufs Herz! Könnte es sein, dass man all zu schnell und manchmal sogar manipulativ Leute in den NAZI-Kübel schmeisst. Natürlich habe ich Verständnis fürs Hitler-Trauma das immer noch in der deutschen Gesellschaft steckt. Ich fürchte aber, dass nach links verdrehte Köpfe, dieses Trauma geschickt ausnutzen um die Deutschen zu manipulieren. Fazit: Manipulation hüben und drüben.

Freundlicher Gruss
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Do 20. Jun 2019, 10:32

Firebird, man muss ein gutes Gespür dafür haben, wo Links und Rechts gefährlich werden. Du als Schweizer meinst dagegen gewappnet zu sein, weil ihr in der Zeit von Hitlers Macht verschont bliebt. Du meinst zu wissen wo die Grenzen sind und vertraust darauf, dass sie politisch eingehalten werden. Wissen es die deutschen Ultrarechten auch, weit geht ihr Einfluss und ihr Machtstreben, und wie sind die rechten Parteien zu beurteilen ? Wo stehen sie ? Was sind die Hintergründe hinter ihren volkswirksamen Anliegen gegen Asylanten ? Man schaue sich genau an, wem man vertraut. Wehret der Gefahr, den Anfängen, das gebietet der gesunde Menschenverstand. Natürlich auch der Gefahr der Überfremdung durch Asylanten.

Gerne unterstütze ich vernünftige politische Parteien die sich Mühe geben mit dem tiefen Konflikt wegen der vielen Asylanten.

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon firebird » Do 20. Jun 2019, 11:35

oTP hat geschrieben:Firebird, man muss ein gutes Gespür dafür haben, wo Links und Rechts gefährlich werden. Du als Schweizer meinst dagegen gewappnet zu sein, weil ihr in der Zeit von Hitlers Macht verschont bliebt. Du meinst zu wissen wo die Grenzen sind und vertraust darauf, dass sie politisch eingehalten werden. Wissen es die deutschen Ultrarechten auch, weit geht ihr Einfluss und ihr Machtstreben, und wie sind die rechten Parteien zu beurteilen ?


Als Schweizer welcher nicht zur Zeit Hitlers gelebt hat, kann ich in Vielem nicht mitreden. Gut, ein gewisses Mass an Vertrauen habe ich zu den Behörden, dass diese Grenzen eingehalten werden. Auch der Mörder von Lübcke wird an die Kasse kommen, was auch heisst, dass diese Grenzüberschreitung geahndet wird. Ultrarechte aber auch Ultralinke sind eine Gefahr, dies haben schon manche Polizisten am eigenen Körper spüren müssen.

Ob im linken Spektrum, wie auch im rechten Spektrum müssen Parteien differenziert beurteilt werden. Diese Fähigkeit fehlt den Medien weitgehend. Kein Wunder, dass diese Fähigkeit auch weiten Teilen der Bevölkerung fehlt, sie ist ja den Medien hörig. Doch wer sich mit Politik etwas befasst bekommt schon ein Unterscheidungsvermögen, besonders dann, wenn man auch für Gegendarstellungen offen ist.

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Lazar » Do 20. Jun 2019, 14:39

Hallo beisammen,
die europäische - nicht nur deutsche - seit Jahren relativ unüberschaubare Asylpolitik hängt mit dem sensiblen Thema "Wiederaufblühen des Rechtsextremismus" mit Sicherheit zusammen.
Denn dieser große Rechtsruck ging ja innerhalb der Flüchtlingskrise durch alle Staaten, selbst in Schweden. Da war die Politik beim "großen Welcome" ein wenig blauäugig und zu wenig vorausschauend.

Es ist m.E. nicht möglich, von einem Tag auf den anderen komplett die Grenzen zu öffnen, ohne dass dies leichte "Schockspuren" beim eigenen Volk hinterlässt. Das totale Chaos danach und den Anblick von ganzen Karawanen von fremdländisch aussehenden Menschen, die plötzlich heimatlos überall durch Europa in Richtung Deutschland und Schweden ziehen, werden wohl viele so schnell nicht vergessen.

Diese "latente Bedrohung" vor den Toren Europas existiert ja nun immer noch, diese befürchte wiederum ich, lässt die notfalls brutale Gegenwehr von Bürgern weiterhin wachsen, weil sie sich nicht mehr ausreichend vom Staat/Europa geschützt, sich sogar vom eigenen Volk verraten fühlen und manche deshalb sogar eine "eigene Staatsordnung" anstreben. Wenn das mal nicht ordentlich schiefgehen würde.

Aber deswegen einen Politiker zu töten, das zeugt schon von absoluten Fanatismus.
Manche Menschen steigern sich so in ihre eigens vorgestellte und gelebte Welt hinein, dass sie leider nicht mehr real wissen, was sie tun ... :| solche Rechts-Extremen sind aber auch nur noch ganz schwer zu erreichen, sie sind wie im Wahn.

Man muss die Sache also sehr ernst nehmen, denn es existieren absurderweise rechtsextreme "Listen" von weiteren "den Staat gefährdenden Personen" - wie es wohl für den Mörder auch Walter Lübcke eine war... :shock:

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Do 20. Jun 2019, 15:18

firebird hat geschrieben:
Doch Hand aufs Herz! Könnte es sein, dass man all zu schnell und manchmal sogar manipulativ Leute in den NAZI-Kübel schmeisst. Natürlich habe ich Verständnis fürs Hitler-Trauma das immer noch in der deutschen Gesellschaft steckt. Ich fürchte aber, dass nach links verdrehte Köpfe, dieses Trauma geschickt ausnutzen um die Deutschen zu manipulieren. Fazit: Manipulation hüben und drüben.

Freundlicher Gruss
Firebird


Du sprichst hier eines der brennendsten Problem im politische Alltag der Deutschen an.

Viele Deutsche können sich den Narrativen der politischen Stigmatisierung und Polarisierung kaum noch entziehen, offene Kritik an der Politik der herrschenden Parteien wird mit der so genannten Nazi-Keule beantwortet, und es kann nicht sein, das ungeliebte Mitglieder von noch ungeliebteren Parteien wie der AfD auf offender Straße halbtot geschlagen werden, oder ihren Job verlieren, oder deren Autos in Flamme aufgehen.

Der Stempel - Nazi oder Rechter auf unbedenklich auf alle Kritiker angewendet, ob nun im politischen Populismus oder aus unverantwortlicher Lohnschreiberei, so werden aus diesen ausgegrenzten und verfemten Menschen dann irgendwann auch Rechte aus Überzeugung werden, eine fatale und gefährliche Entwicklung, denn ein breites demokratisches Meinungsspektrum scheint uns verloren gegangen zu sein, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens kann es dadurch nicht mehr geben und so bewegen wir und immer mehr zu dem hin, was man in der Geschichte (der Deutschen) schon einmal als Weimarer Verhältnisse erlebte. Erlebt man den heutigen politischen Diskurs, im realen Leben ebenso wie in den Sozialen Netzwerken dann muss man unweigerlich zu dem Schluss kommen, das die politischen, kulturellen und sozialen Risse in der Bevölkerung wohl nicht mehr zu schließen sind.

Divide et impera, das zieht sich durch die Jahrtausende als politisches Machtintrument.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Do 20. Jun 2019, 19:07

firebird hat geschrieben:Herr Lübcke scheint mir schon auf einem Auge blind gewesen zu sein. Dies rechtfertigt natürlich eine Ermordung ganz und gar nicht. So begründete Herr Lübcke die lockere Asylpolitik mit christlichen Werten. Dann liess er sich noch zur Aussage hinreissen, dass diejenigen welchen dies nicht passt, gefälligst ausreisen sollten. Nach meiner Ansicht hat Herr Lübcke mit solchen Worten schon ganz ordentlich mit dem Feuer gespielt.


Hallo Firebird,

wer, wenn nicht Christen sollten Hilfesuchenden zu allererst die Hände reichen?
Wer, wenn nicht Christen sollten Nächstenliebe im Sinne Jesu betreiben?

Nein. Herr Lübcke hat keineswegs mit dem Feuer gespielt, dass ist zumindest mir viel zu sehr übernommen von der Täterideologie. Sorry, aber ist so.

Wer Grundwerte dieses Staates nicht mitträgt, eben diese Nazibanden, sollten dieses Land (D, aber bestimmt ebenso CH) lieber heute als morgen verlassen.

Mord als Tatmotiv von Barmherzigkeit? Wer kann so etwas auch nur ansatzweise positiv nachvollziehen?

Mehr möchte ich dazu aktuell zumindest erst einmal nicht sagen.

Gruß
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Do 20. Jun 2019, 19:17

firebird hat geschrieben:Doch Hand aufs Herz! Könnte es sein, dass man all zu schnell und manchmal sogar manipulativ Leute in den NAZI-Kübel schmeisst. Natürlich habe ich Verständnis fürs Hitler-Trauma das immer noch in der deutschen Gesellschaft steckt. Ich fürchte aber, dass nach links verdrehte Köpfe, dieses Trauma geschickt ausnutzen um die Deutschen zu manipulieren. Fazit: Manipulation hüben und drüben.

Freundlicher Gruss
Firebird


Hallo Firebird,

den Kontext dieser Aussage verstehe ich jetzt nicht. Wenn dieses zum gegenwärtigen Ermittlungsstand im Mordfall Lübcke gehört?

Der dringend Tatverdächtige ist doch einschlägig bekannt:
Brandanschlag auf ein von türkischen Mitbürgern bewohntes Haus
Messerattacke auf einen ausländischen Mitbürger
versuchter Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft
Teilnahme auf NPD-Veranstaltungen.

Weitere Details siehe hier

Wer wird da jetzt in den (Deine Worte gebrauchend) "NAZI-Kübel" geschmissen? Da ist doch effektiv der Drecksnazibodensatz.

Oder habe ich da etwas missverstanden (wenn Du antworten magst)?

Gruß
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Fr 21. Jun 2019, 06:51

Thelonious hat geschrieben:
firebird hat geschrieben:Herr Lübcke scheint mir schon auf einem Auge blind gewesen zu sein. Dies rechtfertigt natürlich eine Ermordung ganz und gar nicht. So begründete Herr Lübcke die lockere Asylpolitik mit christlichen Werten. Dann liess er sich noch zur Aussage hinreissen, dass diejenigen welchen dies nicht passt, gefälligst ausreisen sollten. Nach meiner Ansicht hat Herr Lübcke mit solchen Worten schon ganz ordentlich mit dem Feuer gespielt.


Hallo Firebird,


Wer, wenn nicht Christen sollten Nächstenliebe im Sinne Jesu betreiben?



Nächstenliebe, oder Vorverurteilung und Stigmatisierung? Ich weiß nun nicht welchen Geltungsrang die christliche Nächstenliebe gegenüber den gesetzlich geltenden Grundlagen der Unschuldsvermutung hat.

Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention:

„Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“


Oder im Sinne der allgemeinen Menschenrechte, hier dann Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen:

„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

Auch wenn der inhaftierte Verdächtige im Mordfall Lübcke ein schlimmer Finger und anscheinend ein Rechter ist, so gilt auch hier, das er bis zum Beweis seiner eindeutigen Schuld als unschuldig zu gelten hat.

Ist das nicht ein demokratisches Rechtsstaatsprinzip, im deutschen Grundgesetz verankert?

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
...
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Fr 21. Jun 2019, 08:41

Dass der braune Bodensatz existiert, und dass er gefährlich ist, ist doch erwiesen. Selbst wenn der Beschuldigte nicht der Täter wäre: Man muss die Rattenlöcher der rechten Gewalt finden. Wie gesagt, wenn schon Waffensammlungen gefunden wurden.

Der Umgang mit dem rechtem Gewaltpotential scheint mir auch sehr lasch. Zumindest schweigen die Zuständigen. So kann das rechte Gewaltpotential weiter wachsen.

Es ist doch gut, dass dieser mutmaßliche Täter verhaftet wurde. Da kommt das Problem mit dem braunen Bodensatz endlich mal in den Fokus. Und der Bürger sollte gut informiert werden, was da läuft. Die Besorgnis ist ja berechtigt. Die rechten verbrecherischen Extremen sind ja gefährlich, auch wenn es nur relativ Wenige sein sollten. Sie stehen darin den islamischen Selbstmörden kaum nach, schüren sie doch noch bestehende Konflikte bis zur Eskalation.

Die Linken, ja die sind wiederum bekannt für zerstörerische Krawalle. Auch nicht gerade politisch menschlich edel.

Lg, otp
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Fr 21. Jun 2019, 09:03

onThePath hat geschrieben:Dass der braune Bodensatz existiert, und dass er gefährlich ist, ist doch erwiesen. Selbst wenn der Beschuldigte nicht der Täter wäre


Selbst wenn der Beschuldigte nicht der Täter wäre..., ich weiß nun nicht, ob diese Meinung abenteuerlich, willkürlich oder sich überhaupt mir demokratischen Rechtsprinzipien vereinbaren lässt.

Selbst wenn der Beschuldigte nicht der Täter wäre..., bis zu seiner eventuellen Verurteilung ist der Inhaftierte (im Fall Lübcke) unschuldig.
Jedenfalls nach unserem demokratisch legitimierten Grundgesetz, und da ist es egal, ob der Täter ein Neonazi ist, ein Anarchist oder ein Nihilist, oder ein atheistischer Ketzer, in diesem Punkt ruft das schon einige unangenehme Rückblicke auf die deutsche Geschichte selbst hervor. Denn Kommunisten, Sozialisten, Freigeister und überhaupt alle Menschen, die sich öffentlich nicht zum nationalsozialistischen Terrorregime bekannten, wurden Opfer der braunen Unrechtsjustiz.
Oder denken wir an die so genannten Ketzerprozesse des Mittelalters, da waren die Beschuldigten automatisch die Täter, nach der "peinlichen Befragung" sowieso. Im Namen Gottes war jedes Verbrechen möglich und erlaubt.

Und das sage ich, als überzeugter Antifaschist und Pazifist, das sind unheilvolle Entwicklungen, die sich mit einem demokratischen Rechtsstaat nicht vereinbaren lassen. Auch ein Neonazi hat ein Anrecht auf eine faire Behandlung im Rahmen der demokratischen Rechtsprinzipien, wenn man erst anfängt Gleiches mit Gleichem zu vergelten, dann ist es bis zu einer Diktatur nicht mehr weit und wir haben wieder genau die Machtstrukturen, die wir eigentlich nie und nimmer mehr haben wollten.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon lionne » Fr 21. Jun 2019, 09:13

onThePath hat geschrieben: (..xxx...)Und der Bürger sollte gut informiert werden, was da läuft.

:lol: :lol: :( Glaubst du noch an den Weihnachtsmann! :mrgreen: Oder an den Storch, dass der die Kindlein bringt?
Gruss lionne

P.S.: Die Berichterstattung ist inzwischen "unterirdischer" als je zuvor! :oops:
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Fr 21. Jun 2019, 10:46

POW,
Du verstehst mich richtig, wenn du liest, dass es mir jetzt nicht darum geht, seine Schuldigkeit zu beweisen, sondern dass der Fokus aller in die dunklen Ecken unserer Demokratie gelenkt wird.

Und, lionne, ich hoffe auch auf umfangreiche Information darüber.

lg, otp
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Fr 21. Jun 2019, 14:18

onThePath hat geschrieben:POW,
Du verstehst mich richtig, wenn du liest, dass es mir jetzt nicht darum geht, seine Schuldigkeit zu beweisen, sondern dass der Fokus aller in die dunklen Ecken unserer Demokratie gelenkt wird.


Gebe es der liebe Gott, das du von den Schergen und Klauen der Straf-Justiz auf immer verschont bleibst.
Denn ob der Verdächtige nun wirklich schuldig ist, oder freigesprochen wird, das hat für diesen Menschen keine wirkliche Relevanz mehr, sein Leben dürfte so oder so zerstört sein, und er wird auf immer anderen Menschen ein Paria sein.

Wir scheinen dem Wort - Gewissenkonflikt, zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen zuzumessen.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon onThePath » Fr 21. Jun 2019, 16:00

POW hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:POW,
Du verstehst mich richtig, wenn du liest, dass es mir jetzt nicht darum geht, seine Schuldigkeit zu beweisen, sondern dass der Fokus aller in die dunklen Ecken unserer Demokratie gelenkt wird.


Gebe es der liebe Gott, das du von den Schergen und Klauen der Straf-Justiz auf immer verschont bleibst.
Denn ob der Verdächtige nun wirklich schuldig ist, oder freigesprochen wird, das hat für diesen Menschen keine wirkliche Relevanz mehr, sein Leben dürfte so oder so zerstört sein, und er wird auf immer anderen Menschen ein Paria sein.

Wir scheinen dem Wort - Gewissenkonflikt, zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen zuzumessen.
..

Ist mir zu hitzig, deine Argumentation.
Ich belasse es dabei, dass etwa in den USA immer wieder Unschuldige unter die Räder der Justiz kommen und unschuldig zu lebenslänglich verurteilt werden. Schlimm und unentschuldbar sind auf jeden Fall die politisch Angeklagten in Unrechtsregiemen.

Hier in Deutschland sollte man nicht zuviel Wind machen, wie ungerecht die Justiz ist. Man darf sie auch ungestraft kritisieren. Ja, zum Teil sogar zurecht jammern über eine zu milde Justiz schon.

Ich hoffe das dreht mir jetzt keiner mistverständlich um.

Auch Kachelmann ist ein Opfer gewesen. Aber er wurde ja auch irreführend von Frauen angeklagt. Da kann leider bisweilen was falsch laufen durch ein Lügennetz von Beschuldigungen. Und dabei wird dann auch gerne die Öffentlichkeit manipuliert. Und gerade bei solchen sexuellen Straftaten kann die Wahrheitsfindung schwer sein. Und wer leidet ein Leben lang mit den Vergewaltigungsopfern mit, deren Peiniger vor Gericht davon kamen ? Das passiert in Ländern wie Indien häufiger.

Lg, otp
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Lazar » Fr 21. Jun 2019, 22:38

Im Prinzip hat jeder Mensch das Recht die staatliche Ordnung als auch ihre Rechtsform in Frage zu stellen - ebenso unsere Asylpolitik - aber keinesfalls das Recht in Selbstjustiz einen anderen Menschen körperlich zu verletzen oder gar zu töten.

Rechtsextreme, die sich in der Form sogar als "Elite" fühlen, um in blutiger Art und Weise endlich ein Zeichen - sprich scheinbar deutliche Grenzen zu setzen, müssen sich ganz klar bewusst sein, dass in Wahrheit sie die Täter sind - und nicht die Opfer.
Und in unserem Rechtssystem dementsprechend verurteilt werden, sprich für eine Weile oder sogar immer "aus dem Verkehr gezogen".

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Columba » Sa 22. Jun 2019, 13:22

firebird hat geschrieben:Grüezi mitenand,

was mit Herrn Lübcke geschehen ist, das ist ganz klar voll krass daneben. Diese Mordtat muss unbedingt angemessen bestraft werden, auch das ist für mich ganz klar.

Doch als analysierender Schweizer mache ich mir schon ein paar Gedanken über die Hintergründe. Gespräche mit deutschen Staatsbürger wie auch Medienberichte erwecken in mir den Eindruck, dass in Deutschland die Stimmung wegen Deutschlands Asylpolitik ganz ordentlich aufgeheizt ist. Was wir bei uns auch erleben, muss in Deutschland noch viel krasser sein, nämlich dass wir Landsleute gegenüber Einwanderern benachteiligt werden.

Herr Lübcke scheint mir schon auf einem Auge blind gewesen zu sein. Dies rechtfertigt natürlich eine Ermordung ganz und gar nicht. So begründete Herr Lübcke die lockere Asylpolitik mit christlichen Werten. Dann liess er sich noch zur Aussage hinreissen, dass diejenigen welchen dies nicht passt, gefälligst ausreisen sollten. Nach meiner Ansicht hat Herr Lübcke mit solchen Worten schon ganz ordentlich mit dem Feuer gespielt.

Was mir persönlich zu denken gibt:

Schliesst Christsein das Bewusstsein einer nationalen Identität aus?

Schliesst Christsein die Sympathie zu einer nach rechts gerichteten Partei aus?

Bin ich nur dann ein Christ, wenn ich zu einer lockeren Asylpolitik Ja sage und dafür eintrete?

Es Grüessli
Firebird


Hallo Firebird

Einige Bemerkungen dazu:

1. Dein Argumentationsschema ist das bekannte "Ja(Nein)-Aber"
Zwar verurteilst Du den Mord klar, doch dann kommt das Aber: Der Ermordete scheine auf einem Auge blind gewesen zu sein. Das ist ein gefährlicher Weg, der in Widersprüche führt, wie Du nachher sehen kannst.

2. Asylpolitik
Ich wollte gerade nicht, dass mein ersten Beitrag im Lichte der Asylpolitik gesehen wird. Du hast es dann verschoben in den Bereich Migration. Thelonious machte aber dann einen eigenen Threas. Du wiederum machst trotzdem wieder einen Migrationsthread daraus. Das ist falsch, denn Herr Lübcke war schon lange Zeit vor der Asylproblematik auf der Anschlagsliste, was man vom NSU-Fall weiss. Damals hatte es nichts mit Asylproblematik von Merkel zu tun. Deine Verbindung ist darum höchst fragwürdig.

3. Was Deine Argumentation noch schlimmer macht, ist nun der Fakt, dass Du Bürger, die sich sorgen, in Verbindung bringst mit dem Mörder und dem Gedankengut dieser faschistische Gruppierungen. Es gibt nur ein Nein zum Mord ohne Wenn und Aber. Die Populistenschiene heutiger Parteien wie der AfD, FPÖ und anderen. geht doch gerade so: "Es sind nicht alle Nazis, aber...." Das heisst aber klar und mit anderen Worten, dass man den einfachen Bürger, der sich sorgt, schwach verbindet mit diesem Mörder. Dieser unbescholtene Bürder wird deshalb auch angefeindet und von diesen Rechtsparteien instrumentalisiert. Es heisst, seht wir werden in eine Ecke gedrängt mit den ganz Bösen. Aber genau dieses Gedrängtwerden in eine Ecke haben sich Parteien selbst verursacht. Darin steckt die grosse Gefahr des Ja(Nein)-aber Argumentes.

4. Täter des Wortes
Wenn ich z.B. über die Jahre Erika Steinbach, die Bundestags-Abgeordnete und Ex-CDUlerin auf Twitter mitverfolgt habe, stelle ich fest, dass sie ständig in harten Worten und manchmal hetzerisch gegen die Asylpolitik gepoltert hat. Aber nichts ist spezifisch ungesetzlich geschrieben. Dreckigen Hände machen sich diese Leute nicht. Aber diese Leute müssen sich bewusst sein, dass es immer genügend Extremisten, Kranke, Irre gibt, die plötzlich durchdrehen und das, was sie meinen gehört zu haben, in die Tat umsetzen. Aber genau diese Verantwortlichkeit beim eigenen Reden und Schreiben wird heute schwach und schwächer. Worten können anstiften zum Töten und töten selbst. (Böse ist auch, wenn ein hoher Politiker eine Privattelefonnummer einer Lehrerin veröffentlicht und sagt man solle dort anrufen, um die Meinung zu sagen)
Übrigens Frau Steinbach geht es nicht sehr zum die Asylsituation in Dutschland sondern um Eigentumrechte der Vertriebenen aus dem Osten. Der einfache Bürger hat darum in Frau Steinbach keine Hilfe sondern er wird nur gebraucht, um Unruhe zu bringen für ihre eigenen Interessen. Beatrix von Storch (AfD) ist da ganz ähnlich wie Steinbach. Auch ihre Interessen sind Eigeninteresse betr Vertriebenensituation (Stichwort Göttinger-Kreis).


Zusammengefasst:

- Mit dem Ja(Nein)-aber Argument werden oft unbewusst Unbescholtene in die Nähe der Täter gerückt.

- Im Falle Lübcke ist der Bezug zum Asylbereich unzulässig,weil der Fall viel tiefer geht: Es ist eigentlicher politischer Extremismus, der leider oft zusammengängt mit einer Verschluderung der politische Kultur durch die "normalen" Politiker.

- Walter Lübcke wurde schon im letzten Jahrzehnt auf einer Feindesliste gesetzt, man hat diese Gefahren unterschätzt

- Bei Mord gibt es nur ein klares Nein.


Grüsse Columba


PS
über zweifelhafte Rede- und Schreibstrategien gibt es ein gutes Buch, das ich allen empfehle. Da sind alle die Tricks aufgelistet, die immer wieder gerne verwendet werden:
Hubert Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » So 23. Jun 2019, 21:08

POW,

wenn Du diesen (Stand der Dinge) Nazitäter meinst: der Typ ist ein widerlicher Faschist. Was macht dir demnach Probleme mir dieser eindeutigen Aussage?

Wenn Du die allgemeine Abscheu und Tragweite dieser Tat meinst: Abscheulicher und weiter von der Tragweite her geht eigentlich nicht: https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 73867.html

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Mo 24. Jun 2019, 06:33

Thelonious hat geschrieben:POW,

wenn Du diesen (Stand der Dinge) Nazitäter meinst: der Typ ist ein widerlicher Faschist. Was macht dir demnach Probleme mir dieser eindeutigen Aussage?


Du stellst mir eine Frage, dessen Antwort in meinem obigen Beitrag doch schon eindeutig definiert wurde, und du der hier seine politische kognitive Kompetenz immer wieder als demokratischen Maßstab anlegt, in der Pacht referenzialer Deutungshoheit, du bist der demokratischen Gesetzgebungund dem deutschen Grundgesetz genauso untertan wie jeder andere deutsche Bürger auch.

Hier noch einmal mein Beitrag, der alle deine Fragen beantworten könnte, wenn denn mit offenen und empfänglichen Sinnen gelesen:

Nächstenliebe, oder Vorverurteilung und Stigmatisierung? Ich weiß nun nicht welchen Geltungsrang die christliche Nächstenliebe gegenüber den gesetzlich geltenden Grundlagen der Unschuldsvermutung hat.

Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention:

„Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“

Oder im Sinne der allgemeinen Menschenrechte, hier dann Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen:

„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

Auch wenn der inhaftierte Verdächtige im Mordfall Lübcke ein schlimmer Finger und anscheinend ein Rechter ist, so gilt auch hier, das er bis zum Beweis seiner eindeutigen Schuld als unschuldig zu gelten hat.

Ist das nicht ein demokratisches Rechtsstaatsprinzip, im deutschen Grundgesetz verankert?

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
...
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Falls du sonst noch im demokratischen Regen stehen solltest, versuche es einfach einmal mit Matthäus 7, 1-5.

Und zu den demokratischen Gralshütern, die meinen anderen Menschen unentwegt erzählen zu müssen, wie eine Demokratie zu funktionieren hat, da fällt mir folgender Vers ein:
Kann etwa ein Blinder einen Blinden leiten?

oder auch:

Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt!
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Lazar » Mo 24. Jun 2019, 19:52

Gut, dann warten wir eben darauf, bis die "Unschuldsvermutung" ad actae gelegt werden kann, bzw. der wahre Mörder plus eindeutigem Motiv gefunden ist, dann können wir wohl erst vernünftig weiterreden...

Pow, man könnte fast meinen, es gehe hier gerade vordringlich um das Thema "Falschverurteilungen". Das ist zwar zugegeben tragisch, dem ist aber nicht so, sondern es geht darum, dass viele unserer Politiker bereits seit längerer Zeit und sogar regelmäßig Morddrohungen wegen ihrer humanen "Flüchtlingspolitik" bekommen (manche von ihnen haben deshalb selbst ihre Position aufgegeben, um vorsichtshalber sich oder vor allem ihre Familie zu schützen).

Und die Frage stellt sich natürlich jetzt, inwieweit kann man all diese hasserfüllten "anonymen" Morddrohungen als noch "unbedeutend" abtun und inwieweit müssen sowohl sie als auch sehr extreme Hasskommentare verfolgt und damit bereits im Vorfeld geahndet werden?

Geschah der Mord tatsächlich rein aus "rechtsgründigen" Motiven, dann muss hier bei der Verurteilung ganz klar ein Exempel gesetzt werden, sonst haben wir bald Zustände wie ... früher.

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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mo 24. Jun 2019, 20:08

POW,

die deutschen Ermittlungsbehörden sind dieses Mal besonders gut und souverän mit der Herausgabe von Täterinformationen umgegangen. Obwohl von Anfang an ein Nazihintergrund vermutet wurde, ging man selbstverständlich konsequent das gesamte Szenario (Beziehungstat ...) durch.

Erst nachdem immer klarer wurde, dass ein Drecksnazi aller Wahrscheinlichkeit nach der Täter ist, ging man damit an die Presse.

Dazu kann man ermittlungsseitig niemanden einen Vorwurf machen.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Columba » Mo 24. Jun 2019, 20:20

@POW

Du solltest besser differenzieren.

1. In Bezug auf den Mord kannst Du allenfalls die Unschuldsvermutung noch einfordern, bis der Richterspruch rechtsgültig ist. Erst als verurteilte Person kann als Mörder, Totschläger, etc. bezeichnet werden. Die Untersuchungsbehörden waren darum auf sehr vorsichtig mit den veröffentlichten Informationen.

2. Aber klar ist auch, dass sich diese Person schon seit Jahren in ganz üblen Rechtsextremistenkreisen bewegt hat. Das ist, glaube ich, auch evident. Dazu braucht es nicht unbedingt einen Richterspruch. Zu vieles ist bekanntgeworden in der letzen Tagen über diese Person. Ob alles justiziabel ist, bezweifle ich, ganz übel ist es auf jeden Fall.

In einem Rechtsstaat oder in einer Demokratie ist noch sehr vieles, das nicht verboten ist, höchst unangemessen. Das sollte man sich bewusst machen. Das Argument Es-ist-ja-nicht-verboten ist oft ein Totschlagargument oder ein falsche Rechtfertigung.


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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Mo 24. Jun 2019, 20:40

Thelonious hat geschrieben:
Erst nachdem immer klarer wurde, dass ein Drecksnazi aller Wahrscheinlichkeit nach der Täter ist, ging man damit an die Presse.



Für mich ist der eventuell Schuldige ebenso wenig ein Drecksnazi, wie ein Priester der Kinder missbrauchte, niemals ein Drecks-Christ für mich sein kann, es sind und bleiben beide für mich Menschen, vielleicht Kinder Gottes gar.

Ich mag sie nicht, die alten und neuen Nazis, die überzeugten Antisemiten, die menschenverachtenden Rassenhetzer und psychotischen Judenhasser, die am liebsten ihr tausenjähriges Reich samt den größten Führer aller Zeiten wiederhaben wollen. Ich mag auch ihre Lust an einer neuen Reichskristallnacht nicht, an einer neuen Nacht der langen Messer und ihre Lust auf einen neuen Marsch auf Berlin ebenfalls nicht.

Aber ich werde mich hüten, diese verlorenen und vielleicht verführten Menschen, als Dreck zu benamen, auch den Priester nicht, der sich an Kindern verging, denn ich fühle mich zum Richter nicht berufen.

Und deine Heuchelei ist mir ehrlich gesagt ein Graus, du der hier nicht müde wird von der Gnade Gottes zu reden und auch von der Nächstenliebe, du verfällst hier in eine Hysterie des Hasses und der übelsten Beschimpfungen, wie es Jesus gegenüber den Tätern, ob nun "Drecksnazi" oder "Dreckspriester", wohl niemals in den Sinn oder die Lippen gekommen wäre.

Was unterscheidet dich eigentlich, dich in der Hybris deiner maßlosen Hassgefühle gegenüber den Menschen, die sich im Leben verirrt haben, gefallen sind, gesündigt haben, bist du in den Augen Gottes wirklich wertvoller und angesehener als der "Drecksnazi" oder der "Dreckschrist".
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mo 24. Jun 2019, 20:47

Mir geht es hier um Drecksnazis, POW. Du willst auf andere Tätergruppen in komplett anderen Zusammenhängen verschleiern. Dein Problem, nicht meins.

Schaue mir doch ausnahmsweise einfach mal die Meldungen zu den relevanten Täterhintergründen an. Dann wirst du - kannst du das überhaupt? - zu dem gleichen Rückschluss kommen: Drecksnazi
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Mo 24. Jun 2019, 21:14

Thelonious hat geschrieben:Mir geht es hier um Drecksnazis, POW. Du willst auf andere Tätergruppen in komplett anderen Zusammenhängen verschleiern. Dein Problem, nicht meins.

Schaue mir doch ausnahmsweise einfach mal die Meldungen zu den relevanten Täterhintergründen an. Dann wirst du - kannst du das überhaupt? - zu dem gleichen Rückschluss kommen: Drecksnazi


Darf ich dann auch zu einem Priester, der sich viele Jahre lang an Minderjährigen vergangen hat, darf ich diesen Menschen dann auch Dreckschrist nennen? Oder welche Rückschlüsse wären deiner Meinung nach gestattet?
Selbst nach intensiver Beschäfitgung mit relevanten Täterhintergründen..., und natürlich bei höchst zweifelhafter Körperhygenie.

Das hat jetzt nichts mit "Verschleiern" zu tun, sondern mit dem dünnen moralischen und ethischen Eis auf dem du dich selbst gerade etwas sehr unsicher bewegst.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon Thelonious » Mo 24. Jun 2019, 21:29

Du versuchst weiter einzig und allein vom wahrscheinlichen Täterhintergrund des Kassler Geschehens abzulenken. Warum eigentlich , POW?

Was übrigens auch maximal selbstentlarvend ist: Leutchen, die - wenn auch nur ein Mitbürger mit vermutetem Migrationshintergrund in Sichtweite irgendeines Geschehens ist - gleich "erwiesen, islamistischer Hintergrund!!!" grölen, sagen bei eindeutigem Nazibackground "ähm, wo sind die mindestens jahrelang erhärteten Indizien?". So durchsichtig und verwerflich!

Zumindest in D kommt die relevante Gefährdungslage von rechts, von der AfD, Pegida und von noch weiter außen.

Wie ist es eigentlich um deine Sehschärfe auf dem rechten Auge beschaffen, POW?
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Mo 24. Jun 2019, 21:43

Thelonious hat geschrieben:
Wie ist es eigentlich um deine Sehschärfe auf dem rechten Auge beschaffen, POW?


Jetzt fehlt nur noch - Pow ist ein Nazi wie er im Buche steht.

Auf diesen Metaebenen der Diskussion klinke ich mich dann aus, du bist eben das Nummerngirl der Antifaschisten und hast natürlich nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht, die unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen, und den Fragensteller zu diskriminieren.

Sage mir einer, was immer er das will, diese Diskussion ist nicht mehr rational, denn gewonnen hat hier wieder einmal die berühmt berüchtigten Nazikeule postfaktischer Deutungshoheit. Und die Bergpredigt ist wohl doch nicht mehr, als ein deskriptiver Beipackzettel eogmanisch ethnozentrischer Handlungsmuster.
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Re: Mordfall Lübcke in Kassel mit vermutetem Neonazi-Hinterg

Beitragvon POW » Di 25. Jun 2019, 07:35

Columba hat geschrieben:@POW

Du solltest besser differenzieren.



Warum nicht auch.

Differenzieren zwischen dem sapere aude im weltanschaulichen Schlachtgetümmel der Shitstormmoral des Internetzeitalters, differenzieren zwischen den Hassgesängen eines sich in der Deutungspacht sehenden Christen in dessen wildwüchsiger Misanthropie die Worte vom Kreuz nicht mehr zu vernehmen sind, differenzieren zwischen der Beschimpfung des Menschen als Dreck, von dem es nun wohl nicht mehr weit ist zur Verunglimpfung als Untermensch, differenzieren zwischen einem demagogisch politischen Parteisprech, das mit der Botschaft und Verkündung vom Kreuz absolut nichts mehr gemein hat, und schließlich differenzieren zwischen dem Teufel eines christlich faschistoiden Gedankenguts und dem Beelzebub der wirklichen Neo-Nazis.

Die konventionellen, christlichen und ethisch moralischen Handlungsmuster scheinen im im neuen Zeigeist-Avatar des politischen Christen außer Kraft gesetzt, die Abwesenheit in Jahrhunderten gewachsener christlicher Ethik scheint im Spiegelbild des sich politisierenden Christen einer unheilschwangeren politischen Zeitgeist-Moral gewichen, und das völlige Fehlen uralter christlicher Wertevorgaben, zeitlos verkündet im Neuen Testament, auch das wurde begraben unter dem Kuchenberg moraltheoretischer Rechtfertigungen, die sich nicht wirklich von den weltlichen Kampf und Krampfreden maßgeblicher Parteifunktionäre unterscheiden.
Ja, man sollte durchaus schon etwas diffenrenzieren, um nicht von der zeitgeistigen Dekadenz der deutschen Kirchen mit in den Abgrund gerissen zu werden.

Und um das Thema hier für mich abzuschließen, ich werde mich, also ich selbst, ich werde mich auch in Zukunft weigern, Menschen, egal welchen Glaubens und welcher Weltanschauung, als Dreck zu bezeichnen, denn von da bist zur Verurteilung als Untermensch, als minderwertiger Mensch ist es nicht mehr weit, und diese Äußerungen, die verurteile ich auch weiterhin, ob nun hier oder im realen Leben als durch und durch faschistoid, auch und gerade, wenn die Äußerungen von einem Christen getätigt werden.
Denn aus dem Munde eines Jesus Christus oder eines Paulus vernahm man diese Worte wohl nimmer.
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